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Das Werk
1886
– Werkseintrag –

Das Werk

1886 · Roman

Ein Maler ringt im Paris der frühen Impressionisten besessen um das eine vollkommene Bild – und Émile Zola verarbeitet darin so unverkennbar seinen Jugendfreund Paul Cézanne, dass dieser ihm die Freundschaft aufkündigte.

Überblick

Der Roman Das Werk von Émile Zola bildet den vierzehnten Band des zwanzigbändigen Zyklus Les Rougon-Macquart. Er erschien 1885 zunächst als Fortsetzungsabdruck in der Zeitschrift Gil Blas; die Buchausgabe folgte 1886 bei Charpentier. Das Buch führt mitten hinein in die Pariser Künstlerszene und schildert die Anfänge des Impressionismus zu einer Zeit, als diese neue Malweise von den Fachleuten noch abgelehnt wurde. Die Hauptfigur, der Maler Claude Lantier, trägt Züge von Paul Cézanne, während die Figur des Schriftstellers Pierre Sandoz Parallelen zu Zola selbst aufweist. Innerhalb des Zyklus ist Claude Lantier der erste Sohn von Gervaise Macquart und Auguste Lantier; er taucht bereits in früheren Bänden auf, etwa als suchender Beobachter in den Markthallen.

Inhalt (ohne Spoiler)

Im Mittelpunkt steht der junge Maler Claude Lantier, der in einem neuen, impressionistischen Stil arbeitet und davon träumt, einmal im Louvre auszustellen. Doch die Auswahljury der Académie des Beaux-Arts weist seine Bilder immer wieder zurück: Seine Technik gilt als unzulässig, seine nackten Frauengestalten als anstößig. Seine engsten Freunde sind der Schriftsteller Pierre Sandoz und der Architekt Louis Dubuche, die er noch aus der gemeinsamen Kindheit in der erfundenen Kleinstadt Plassans kennt. Alle drei sind mit großen Plänen nach Paris gekommen.

In einer Gewitternacht lernt Claude die junge Christine Hallegrain kennen, die er bei sich übernachten lässt. Aus der Begegnung wird Liebe, und Christine steht ihm bald als Modell. Während Claude immer besessener nach dem einen vollkommenen Bild ringt, entfaltet der Roman das Leben einer Pariser Künstlergeneration zwischen Ehrgeiz, Armut und dem Kampf um Anerkennung.

Die Handlung im Detail

Der Maler Claude Lantier arbeitet in impressionistischem Stil und sehnt sich danach, seine Werke im Louvre ausstellen zu können. Die Auswahljury der Académie des Beaux-Arts lehnt seine Bilder jedoch immer wieder ab: Man akzeptiert weder seine Maltechnik noch seine unbekleideten Frauengestalten, die als unanständig empfunden werden. Seine besten Freunde sind der Schriftsteller Pierre Sandoz und der Architekt Louis Dubuche, mit denen ihn die gemeinsame Kindheit in der fiktiven Kleinstadt Plassans verbindet. Mit großen Plänen sind alle drei nach Paris gezogen, doch nur Sandoz hat als Skandalautor Erfolg.

In einer Gewitternacht begegnet Claude der jungen Christine Hallegrain und lässt sie in seinem Quartier übernachten. Christine wollte in Paris eine Stelle als Gesellschafterin einer wohlhabenden alten Dame antreten, war aber wegen einer Zugverspätung nicht vom Bahnhof abgeholt worden. Claude arbeitet an einer Szene an der Seine, in deren Mittelpunkt eine unbekleidete Frau steht, und überredet Christine, ihm Modell zu stehen. Die beiden verlieben sich und werden ein Paar. Sie ziehen aufs Land, wo das Leben billiger ist und wo Claude neue Inspiration zu finden hofft. Bald kommt ihr Sohn Jacques zur Welt.

Mit der Zeit erkennt Claude, dass er die hohen Ansprüche an sein großes Gemälde nicht erfüllen kann. Immer verbissener arbeitet er an dem Bild. Frau und Sohn werden ihm gleichgültig; sie sind für ihn nur noch Statisten, die er gelegentlich als Modell benutzt. Die Familie kehrt nach Paris zurück. Claude verbietet Jacques, laut zu sein. Der Junge hat Schwierigkeiten in der Schule, erkrankt und stirbt. Sogar den Körper des toten Sohnes malt Claude.

Durch Vermittlung eines Freundes gelangt das Bild auf dem Gnadenweg in die Louvre-Ausstellung. Dort wird es jedoch so ungünstig in einem hohen Saal dicht unter der Decke aufgehängt, dass man das Motiv kaum erkennen kann. Christine leidet zunehmend unter der Lage und fürchtet um ihren Mann, und auch Sandoz versucht zu helfen. Doch der Künstler erhängt sich schließlich an seiner Staffelei.

Stil

Als Teil des großen Rougon-Macquart-Zyklus folgt das Buch Zolas naturalistischer Erzählweise, die das Leben einer Familie über viele Bände hinweg verfolgt. Der Roman verwebt die erfundene Handlung eng mit der tatsächlichen Pariser Kunstwelt seiner Zeit. Mehrere der geschilderten Bilder lassen sich auf reale Vorbilder beziehen: Das im Mittelpunkt stehende Werk erinnert an Édouard Manets Gemälde Das Frühstück im Grünen von 1863, ein weiteres beschriebenes Bild ähnelt Claude Monets Impression, Sonnenaufgang. Auch die Figuren tragen Züge wirklicher Personen, etwa Claude Lantier die von Paul Cézanne und Pierre Sandoz die von Zola selbst. So entsteht ein dicht beobachtetes Bild einer Künstlergeneration, das die Grenze zwischen Erfindung und Wirklichkeit bewusst durchlässig hält.

Rezeption

Eng verknüpft ist die Wirkungsgeschichte des Romans mit dem Bruch zwischen Zola und Paul Cézanne. Für die Zusendung des Buches dankte Cézanne dem Schriftsteller in einem förmlichen Brief und beendete damit die Freundschaft zu ihm. Der Roman bleibt damit nicht nur als Schilderung der frühen Impressionisten in Erinnerung, sondern auch als Werk, das eine berühmte Künstlerfreundschaft zerbrechen ließ.

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