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Werkseintrag · Bel-Ami
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Bel-Ami
1885
– Werkseintrag –

Bel-Ami

1885 · Roman

Ein mittelloser Ex-Soldat erobert sich mit Charme, Skrupellosigkeit und den richtigen Frauen einen Platz an der Spitze der Pariser Gesellschaft.

Überblick

Der Roman Bel-Ami erschien 1885. Er ist einer der erfolgreichsten Romane von Guy de Maupassant. Bis 1887 erlebte das Buch über fünfzig Auflagen. Er erzählt vom Aufstieg des mittellosen Ex-Unteroffiziers Georges Duroy. Im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts arbeitet sich dieser mit Hilfe von Frauen, Beziehungen und Skrupellosigkeit nach oben. In deutscher Sprache ist der Roman auch unter den Titeln Der schöne Freund, Der schöne Georg und Der Liebling erschienen. Maupassant zeichnet ein beißend-ironisches Bild von Presse, Politik und Salons der Dritten Republik.

Inhalt (ohne Spoiler)

Georges Duroy ist mittellos und ohne Bildung, aber ehrgeizig und gut aussehend. Aus dem Militärdienst kehrt er nach Paris zurück. Ein zufälliges Wiedersehen mit seinem ehemaligen Kameraden Forestier öffnet ihm die erste Tür. Forestier arbeitet bei der Zeitung La Vie française. Er verschafft Duroy eine Stelle als Reporter und führt ihn in die Pariser Gesellschaft ein. Bald muss Duroy erkennen, dass ihm das Talent zum Schreiben fehlt und er auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Was Duroy aber hat, ist seine Wirkung auf Frauen. Über Salons, Affären und geschickt geknüpfte Bekanntschaften beginnt er einen Weg, der ihn aus der Armut in den Dunstkreis der Reichen und Mächtigen führt. Ein kleines Mädchen verleiht ihm den Spitznamen Bel Ami. Unter diesem Namen wird er bald in ganz Paris bekannt. Der Roman zeigt, wie ein Mann ohne Skrupel die Verhältnisse einer Gesellschaft nutzt. In dieser sind Presse, Politik und Geld eng miteinander verwoben.

Die Handlung im Detail

Georges Duroy, ein ehemaliger Unteroffizier ohne Vermögen und ohne Bildung, lebt nach seiner Entlassung aus der Armee in ärmlichen Verhältnissen in Paris. Durch Zufall trifft er auf der Straße seinen alten Kameraden Charles Forestier wieder, der inzwischen bei der Zeitung La Vie française beschäftigt ist. Forestier verschafft ihm dort eine Stelle als Reporter und Beitragsschreiber. Schnell stellt sich heraus, dass Duroy zum Schreiben unbegabt ist. Er sucht Hilfe bei Madeleine, der Frau Forestiers, mit der ihn bald eine enge Freundschaft verbindet. Dabei entdeckt er, dass Madeleine in Wahrheit auch die meisten Artikel ihres Mannes schreibt.

Forestier führt Duroy in die Gesellschaft ein. Über Bekanntschaften mit mehreren hochgestellten Damen macht der junge Mann rasch Karriere. Ausgerechnet die kleine Tochter seiner ersten Geliebten gibt ihm den Spitznamen Bel Ami, unter dem er bald in den Pariser Salons bekannt wird.

Als Forestier stirbt, heiratet Duroy ohne langes Zögern dessen Witwe Madeleine. Gemeinsam bilden sie ein ehrgeiziges Paar, das über Zeitungsartikel auf Politik und Gesellschaft Einfluss nimmt. Bald jedoch hat Duroy seiner Frau überdrüssig. Er betrügt sie laufend und nutzt schließlich die Gelegenheit, sie ihrerseits in flagranti mit dem Außenminister zu überraschen. Auf diese Weise bringt er nicht nur die Ehe zu Ende, sondern stürzt zugleich den Minister.

Schon vorher hat er die Frau des Zeitungsherausgebers Walter verführt, eines der reichsten Männer von Paris, der sein Vermögen unter anderem durch Spekulation mit Ländereien gemehrt hat. Nachdem Duroy diese Geliebte abgelegt hat, verliebt er sich in Walters Tochter. Der Vater ist gegen die Verbindung, doch Duroy entführt das Mädchen kurzerhand, und Walter muss in die Ehe einwilligen. Im Laufe des Romans ändert Duroy seinen Namen mehrmals und nennt sich schließlich Du Roy, um aristokratischer zu wirken. Während Madame Walter unter der neuen Verbindung schwer leidet und in religiösen Wahn verfällt, wird Duroy durch diese zweite Heirat endgültig zum geachteten Mann. Der Weg zur Spitze der Gesellschaft steht ihm nun offen.

Stil

Maupassant erzählt sachlich, knapp und schnörkellos. Die Ironie liegt nicht in großen Kommentaren des Erzählers, sondern in den Vorgängen selbst: Je sauberer Duroy nach außen wirkt, desto deutlicher zeigen die Szenen, wie kalt er rechnet. Der Roman folgt seinem Helden Schritt für Schritt durch Redaktionen, Schlafzimmer, Restaurants und Salons. Aus diesen Schauplätzen macht er ein dichtes Bild des Paris der Dritten Republik. Die Sprache bleibt klar und beobachtend. Das Urteil über die Verhältnisse überlässt Maupassant dem Leser.

Rezeption

Schon zu Lebzeiten Maupassants war Bel-Ami ein außerordentlicher Erfolg. Bis 1887, also binnen zweier Jahre nach dem Erscheinen, kam der Roman auf über fünfzig Auflagen. Damit gehört er zu den meistgelesenen Werken seines Autors. Auch im deutschen Sprachraum hat sich der Roman in immer neuen Übersetzungen gehalten, unter Titeln wie Der schöne Freund, Der schöne Georg oder Der Liebling. Der Stoff ist außerdem vielfach verfilmt worden, unter anderem 1919 von Augusto Genina, 1939 von Willi Forst, 1947 von Albert Lewin unter dem Titel Die Privataffären des Bel Ami sowie zuletzt 2012 in der Inszenierung von Declan Donnellan. Daneben sind Fernsehfassungen und ein Musical entstanden.

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