Meisterwerke der Worte
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
Werkseintrag · Buch der Lieder
Eingang · Werke · Buch der Lieder
Cover Buch der Lieder
Buch der Lieder
1827
– Werkseintrag –

Buch der Lieder

1827 · Lyrik

Kurze, liedhafte Gedichte über die Liebe und ihre Wandlungen – so einfach und eingängig, dass unzählige Komponisten sie vertonten.

Überblick

Das Werk Buch der Lieder ist eine Gedichtsammlung von Heinrich Heine, die 1827 in Hamburg bei Hoffmann und Campe erschien. Sie vereint Heines frühe Liebeslyrik, darunter den Zyklus Lyrisches Intermezzo, der in den Jahren 1822 bis 1823 entstand. Die kurzen, liedhaften Gedichte gehören zu den bekanntesten der deutschen Sprache.

Inhalt (ohne Spoiler)

Im Mittelpunkt steht das Gefühl der Liebe in seinen vielen Wandlungen. Der Zyklus Lyrisches Intermezzo beginnt im Frühling: Mit den Versen Im wunderschönen Monat Mai erwacht zugleich mit der Natur auch die Liebe im Herzen des Sprechers. Es folgen zarte Bilder der Verehrung – die Geliebte wird mit der Rose, der Lilie und der Taube verglichen, der Sprecher blickt ihr in die Augen und möchte seine Seele ganz in ihr versenken.

Die Gedichte sind kurz und liedhaft. Sie tragen keine eigenen Überschriften, sondern werden nach ihren Anfangszeilen benannt. Aneinandergereiht ergeben sie die lose Geschichte einer Liebe – von ihrem hoffnungsvollen Beginn über innige Hingabe bis zu wachsender Sehnsucht und Unruhe. Welchen Weg dieses Gefühl am Ende nimmt, entfaltet sich erst in der Folge der Gedichte.

Die Handlung im Detail

Der Zyklus Lyrisches Intermezzo erzählt in einer Reihe kurzer Gedichte den Verlauf einer Liebe. Am Anfang steht das Erwachen des Gefühls im Mai, das mit dem Aufblühen der Natur zusammenfällt. Aus den Tränen des Sprechers sollen Blumen sprießen, die Geliebte erscheint ihm rein und kostbar wie Rose, Lilie und Taube, und schon ein Blick in ihre Augen genügt, ihn glücklich zu machen.

Auf die Verse der Hingabe folgt eine Wendung ins Bittere. In den Gedichten klingt Eifersucht und Enttäuschung an: Bei einem Hochzeitsfest spielen Flöten und Geigen, und in den Versen über den Jüngling, der ein Mädchen liebt, wird die alte, immer wiederkehrende Geschichte erzählt, in der die Liebe nicht erwidert wird, weil die Geliebte einen anderen wählt. Dem Sprecher bleibt der Schmerz.

Die Trauer verlagert sich in die Welt der Träume. Der Sprecher weint im Schlaf, sieht die Geliebte Nacht für Nacht und erwacht doch stets allein. Am Ende steht das Gedicht über die alten, bösen Lieder: Der Sprecher will sie zusammen mit seiner Liebe und seinem Leid begraben und so einen Schlussstrich unter das Vergangene ziehen. So schließt der Zyklus den Bogen von der erwachten Hoffnung des Frühlings bis zum Versuch, den erlittenen Schmerz endgültig hinter sich zu lassen.

Stil

Charakteristisch ist die liedhafte Kürze der einzelnen Gedichte. Sie tragen keine Überschriften; man bezeichnet sie nach ihren Anfangszeilen, den sogenannten Incipits. Die Sprache ist schlicht und unmittelbar, nah am Volkslied, mit klaren Bildern aus der Natur – Mai, Blumen, Rhein und Träume. Gerade diese eingängige, sangbare Form machte die Verse für Komponisten besonders reizvoll und führte zu ihrer Vertonung. Bilder der Liebe und der Enttäuschung wechseln einander ab und geben dem Zyklus seinen Rhythmus aus Hoffnung und Schmerz.

Rezeption

Eine besonders starke Resonanz fanden Heines Verse in der Musik. Robert Schumann vertonte im Jahr 1840 zwanzig Gedichte aus dem Lyrischen Intermezzo für Singstimme und Klavier. In gekürzter Form mit sechzehn Liedern erschien dieser Zyklus 1844 unter dem Titel Dichterliebe. Die ursprünglich aussortierten Stücke wurden später in weiteren Liedersammlungen veröffentlicht.

Mitglieder des YouTube-Kanals erhalten das ganze Lexikon als PDF zum Download – zum Sammeln, Offline-Lesen und Ausdrucken. Mitglied werden →

meisterwerke-der-worte.de · Auszug aus dem Lexikon · Alle Rechte vorbehalten