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Werkseintrag · Horace
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Horace
1641
– Werkseintrag –

Horace

1641 · Tragödie

Brüder müssen gegen ihre eigenen Schwäger und Freunde kämpfen, als Rom und Alba ihren Krieg durch einen Zweikampf der verschwägerten Familien entscheiden lassen.

Überblick

Das Werk Horace ist eine Tragödie in fünf Akten des französischen Dichters Pierre Corneille. Sie wurde im März 1640 uraufgeführt. Im Mittelpunkt steht der sagenhafte Kampf zwischen den Horatiern aus Rom und den Curiatiern aus dem benachbarten Alba. Den Stoff entnahm Corneille einem Bericht des römischen Geschichtsschreibers Livius. Es ist Corneilles erstes Drama aus der römischen Geschichte und wurde zu seinem zweiten großen Bühnenerfolg.

Inhalt (ohne Spoiler)

Die Handlung spielt in der sagenhaften Frühzeit Roms. Zwei eng verbundene Familien stehen im Mittelpunkt: die römischen Horatier und die Curiatier aus der Nachbarstadt Alba. Beide Häuser sind durch Heirat und Verlobung miteinander verschwägert. Sabina, eine Schwester der Curiatier, ist mit dem jungen Horatius vermählt. Camilla, dessen Schwester, ist mit Curiatius verlobt, der zugleich ein Freund ihres Bruders ist.

Doch zwischen Rom und Alba bricht Krieg aus, und die Eintracht der Familien zerbricht. Um den Streit zu entscheiden, sollen aus jeder Stadt drei Männer gegeneinander antreten. Gegen alle Erwartung fällt das Los ausgerechnet auf drei Brüder der Horatier und drei Brüder der Curiatier. So müssen Männer kämpfen, die durch Liebe, Ehe und Freundschaft eng verbunden sind. Das Stück stellt die Frage, wie weit der Dienst am Vaterland gehen darf und was er von den Menschen verlangt, die einander lieben.

Die Handlung im Detail

In der sagenhaften römischen Königszeit sind die römische Familie der Horatier und die Familie der Curiatier aus dem benachbarten Alba eng miteinander verbunden. Sabina, Schwester des Curiatius, ist mit Horatius verheiratet. Camilla, die Schwester des Horatius, ist mit Curiatius verlobt, der außerdem ein Freund ihres Bruders ist.

Als zwischen den beiden Städten Krieg ausbricht, wird diese Harmonie gestört. Man beschließt, den Streit durch einen Stellvertreterkampf zu entscheiden: Aus jeder Stadt sollen drei Männer gegeneinander antreten. Gegen alle Erwartungen fällt das Los auf drei Brüder der Horatier für Rom und drei Brüder der Curiatier für Alba. Diese Wahl erfüllt die Männer mit Stolz, birgt aber einen schweren inneren Konflikt, weil die Kämpfenden durch Ehe, Verlobung und Freundschaft verbunden sind.

Aus dem Kampf kehrt nur der jüngste der Horatier zurück, doch als Sieger. Seine beiden Brüder sind bereits gefallen, die Curiatier dagegen nur unterschiedlich schwer verwundet. Der überlebende Horatius ergreift zum Schein die Flucht, in der richtigen Erwartung, die drei Gegner würden ihn nicht alle gleich schnell verfolgen können. Plötzlich stellt er sich wieder und erschlägt alle drei nacheinander – zuerst den schnellsten, weil nur leicht verletzten, zuletzt den am schwersten Verwundeten.

Nach der Tat wird Horatius von den Römern beglückwünscht. Seine Schwester Camilla aber beklagt voller Schmerz den Verlust ihres Verlobten Curiatius. Über ihre Klage gerät Horatius derart in Zorn, dass er auch sie tötet. Daraufhin verteidigt der alte Horatius, der Vater, die Ehre seines Sohnes gegen die leidenschaftliche Liebe Camillas. Auch der römische Ritter Valerius, der ebenfalls in Camilla verliebt war, tritt mit einer Anklagerede gegen Horatius auf. Dennoch wird Horatius am Ende begnadigt. Der König wünscht, dass Camilla und Curiatius im selben Grab bestattet werden.

Stil

Aufgebaut ist das Werk als klassische Tragödie in fünf Akten. Im Vordergrund steht der Widerstreit zwischen der Pflicht gegenüber dem Vaterland und den Bindungen der Liebe, der Ehe und der Freundschaft.

Dieser Gegensatz wird über die Figuren kunstvoll verteilt. Sabina und Camilla verkörpern das Leiden der Frauen, die zwischen ihren Familien zerrissen werden. Der junge Horatius steht für den unbedingten Vorrang des Staates, der alte Horatius für die Verteidigung der Ehre. So treffen in den Reden gegensätzliche Haltungen aufeinander, und der Konflikt entfaltet sich vor allem im Wort und in der Auseinandersetzung der Standpunkte.

Rezeption

Entstanden ist Horace als Reaktion auf die heftigen Kritiken, die Corneille in der sogenannten Querelle du Cid getroffen hatten. Das neue Werk widmete er Kardinal Richelieu. Vor der Aufführung wurde es im Kreis um Boisrobert vorgelesen; vorgeschlagene Änderungen lehnte Corneille jedoch ab. Das Stück wurde zu seinem zweiten großen Erfolg.

Der Stoff wirkte weit über das Theater hinaus. Er diente als Grundlage für die Libretti mehrerer Opern, darunter Les Horaces von Antonio Salieri, Gli Orazi e i Curiazi von Domenico Cimarosa sowie Orazi e Curiazi von Saverio Mercadante. Eine Übersetzung ins Deutsche durch Dora von Gagern erschien 1885 unter dem Titel Horatius.

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