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Autoreneintrag · Gotthold Ephraim Lessing
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Porträt Gotthold Ephraim Lessing
Gotthold Ephraim Lessing
1729 – 1781
– Autorenporträt –

Gotthold Ephraim Lessing

1729 – 1781 · 52 Jahre

Größter deutscher Dramatiker der Aufklärung und Anwalt der Toleranz – der erste, dessen Stücke seit über zwei Jahrhunderten ununterbrochen auf den Bühnen stehen.

Kurzporträt

Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) gilt als der bedeutendste deutsche Dichter der Aufklärung. Er war zudem der erste deutsche Dramatiker, dessen Werke bis heute ununterbrochen auf den Bühnen gespielt werden. Geboren wurde er als Pfarrerssohn in Kamenz in der Oberlausitz. Er wurde zum Vorbild eines unabhängigen Schriftstellers, der allein von der Feder lebte. Seine Stücke und theoretischen Schriften sind dem Toleranzgedanken verpflichtet. Sie haben dem deutschen Theater einen neuen Weg gewiesen. Werke wie Minna von Barnhelm, Emilia Galotti und Nathan der Weise entstanden in seinen Wolfenbütteler Jahren als Herzoglicher Bibliothekar. Lessing starb mit 52 Jahren in Braunschweig.


Biografie

Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 in Kamenz im Markgraftum Oberlausitz geboren. Sein Vater war der Archidiakon Johann Gottfried Lessing, seine Mutter Justina Salome, geborene Feller. Er war das dritte Kind und der zweitälteste Sohn. Nach dem frühen Tod eines älteren Bruders wuchs er als ältester Sohn unter sieben überlebenden Geschwistern auf. Getauft wurde er am 24. Januar 1729 in der St. Marienkirche durch seinen Großvater Gottfried Feller. Der Vater war ein Vertreter der lutherischen Orthodoxie. Im Hause Lessing bestimmten Bibel, Glaube und die Sorge um das tägliche Brot den Alltag. Die Deutsche Biographie hebt hervor, dass die große Bibliothek des Vaters den Sohn früh beeindruckte.

Den ersten Unterricht erteilte ihm der Vater selbst. Bereits mit fünf Jahren konnte Lessing die Bibel und den väterlichen Katechismus lesen. Anschließend übernahm der Privatlehrer Christlob Mylius seine Ausbildung. Mit ihm verband ihn auch später eine enge Freundschaft. Es folgte die Kamenzer Lateinschule, deren Unterricht den begabten Schüler bald nicht mehr forderte. 1741 bestand Lessing mit ausgezeichneten Leistungen die Aufnahmeprüfung an der Fürstenschule St. Afra in Meißen. Dort wurde er als Stipendiat der Familie von Carlowitz aufgenommen. In Meißen vertiefte er sich vor allem in die alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch und unternahm erste eigene Schreibversuche. 1746 wurde er wegen seiner herausragenden Leistungen vorzeitig entlassen.

Im September 1746 immatrikulierte sich Lessing an der Universität Leipzig, dem Wunsch des Vaters entsprechend zunächst für Theologie. Unter dem Einfluss seines Freundes Mylius wandte er sich jedoch bald Poesie und Theater zu, sehr zum Kummer der Eltern. Er suchte die Nähe der Schauspieltruppe der Neuberin und übersetzte für sie. Anfang 1748 sah er dort sein Lustspiel Der junge Gelehrte mit großem Erfolg uraufgeführt. Als Bürgschaften für Schauspieler ihn in Bedrängnis brachten, verließ er Mitte 1748 Leipzig. Er wechselte kurz zum Medizinstudium und ging über Wittenberg nach Berlin.

In Berlin lebte Lessing seit Ende 1748 als freier Schriftsteller und Journalist. Er rezensierte für die „Berlinische Privilegirte Zeitung", die spätere Vossische Zeitung. 1750 wurde er Mitarbeiter der „Critischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit" und begegnete im selben Jahr Voltaire. 1751 kehrte er für weitere Studien nach Wittenberg zurück. Dort absolvierte er am 29. April 1752 die Promotion zum Magister der Sieben Freien Künste, wahrscheinlich mit einer Arbeit über den spanischen Arzt und Philosophen Juan Huarte. Zurück in Berlin schloss er Freundschaft mit Moses Mendelssohn. Er lernte außerdem Karl Wilhelm Ramler, Friedrich Nicolai, Ewald Christian von Kleist, Johann Georg Sulzer und Carl Philipp Emanuel Bach kennen.

Im Oktober 1755 kehrte Lessing nach Leipzig zurück. 1756 begann er mit dem Kaufmannssohn Christian Gottfried Winckler eine Bildungsreise durch die Niederlande, England und Frankreich. Wegen des Siebenjährigen Krieges musste er sie schon in Amsterdam abbrechen. 1758 zog er erneut nach Berlin. Gemeinsam mit Nicolai und Mendelssohn gab er die „Briefe, die neueste Literatur betreffend" heraus. 1760 wurde er zum Auswärtigen Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt. Von 1760 bis 1765 arbeitete er in Breslau als Sekretär beim General Tauentzien. 1767 ging er für drei Jahre als Dramaturg und Berater an das Hamburger Nationaltheater, das Abel Seyler maßgeblich unterstützte. Dort wurde sein Minna von Barnhelm gespielt. Bereits 1769 musste das Theater aus finanziellen Gründen schließen. In Hamburg lernte Lessing seine spätere Frau Eva König kennen. Ihr Mann Engelbert König lebte damals noch.

1769 bot Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel ihm die Stelle des Bibliothekars an der Herzog August Bibliothek an. Am 7. Mai 1770 trat Lessing dort gegen 600 Reichstaler Jahresgehalt und freie Unterkunft den Dienst an. Er bewohnte zunächst Räume im leerstehenden Wolfenbütteler Schloss, später das später so genannte Lessinghaus. Seine Hauptaufgabe war die Neuordnung des Bestandes von etwa 100.000 Bänden. Diese waren bislang nur nach Vorbesitzern, nicht nach Sachgebieten geordnet. Die Arbeit konnte erst lange nach seinem Tod abgeschlossen werden. Für Neuanschaffungen standen ihm jährlich nur 50 Taler zur Verfügung, weshalb er sich um Doublettentausch bemühte. Im Bestand entdeckte er das hochmittelalterliche Werk Schedula diversarum artium des Theophilus Presbyter. Er gab es 1774 unter dem Titel Vom Alter der Ölmalerey heraus. In Wolfenbüttel entstanden auch Emilia Galotti (1772) und Nathan der Weise (1779). Am 14. Oktober 1771 wurde Lessing in die Hamburger Freimaurerloge „Zu den drei Rosen" aufgenommen, besuchte sie aber nie wieder.

1771 verlobte sich Lessing mit der inzwischen verwitweten Eva König. 1775 unterbrach er mehrfach seinen Dienst, um sie auf Reisestationen in Leipzig, Berlin, Dresden, Prag und schließlich Wien zu besuchen. Dort hatte sie ihre Vermögensverhältnisse zu ordnen. In Wien lud ihn Prinz Leopold von Braunschweig ein, ihn auf einer Italienreise zu begleiten. Diese Reise führte ihn nach Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Turin, Rom, Neapel und Korsika. Am 8. Oktober 1776 heiratete Lessing Eva König in Jork bei Hamburg. Am Weihnachtsabend 1777 gebar sie den Sohn Traugott, der bereits am folgenden Tag starb. Am 10. Januar 1778 starb auch Eva selbst am Kindbettfieber.

Ab 1779 verschlechterte sich Lessings Gesundheit. Ende Januar 1781 zog er sich bei einer Fahrt von Wolfenbüttel nach Braunschweig bei eisigen Temperaturen eine Erkältung zu. Am 3. Februar erlitt er in der Wohnung seines Freundes Simson Alexander David einen Zusammenbruch. Für die Freilassung dieses jungen jüdischen Kaufmanns aus dem Gefängnis hatte sich Lessing zuvor eingesetzt. Am Abend des 15. Februar 1781 starb Lessing in der Wohnung des Braunschweiger Weinhändlers Angott nach einem Aderlass an Brustwassersucht, in Davids Armen. Beigesetzt wurde er auf dem Braunschweiger Magnifriedhof. 1793 setzte ihm der Verleger Johann Heinrich Campe einen einfachen Stein. Das heutige Grabmal mit Reliefporträt wurde erst 1874 errichtet.


Literarische Merkmale

Schon in seinen frühen Leipziger Jahren erwies sich Lessing nach Auskunft der Deutschen Biographie als wohlvertraut mit der europäischen Komödientradition seit der Antike, insbesondere mit dem sächsischen Typenlustspiel. Zugleich war er wirkungssicher im Satirischen wie in der Gestaltung witziger Dialoge. Seine Bühnenarbeit ruhte auf einer ungewöhnlich frühen Theatererfahrung im Umkreis der Neuberschen Schauspieltruppe. Auf diese Erfahrung blieb er zeitlebens stolz.

Als Kritiker und Journalist verband er nach derselben Quelle eine virtuose Beherrschung des gelehrten Instrumentariums mit Konzentration auf das symptomatische Detail, Lebhaftigkeit des Stils, Publikumszugewandtheit und einem urteilsfähigen Witz. Sein Schreiben war auf Auseinandersetzung angelegt. Schon die Valediktionsrede von St. Afra De mathematica barbarorum deutet auf die für ihn charakteristische Neigung zur „Rettung", also zur Verteidigung von Personen und Sachen gegen Vorurteile und Fehldeutungen. In seinen Rezensionen profilierte er sich zunehmend programmatisch, etwa zwischen den Fronten der „Leipziger" und der „Zürcher" Partei. Daraus entwickelte er eine nationale Geschmackspädagogik. Sein dramatisches und theoretisches Werk ist nach Auskunft der Wikipedia vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet.


Rezeption

Lessing erlangte schon zu Lebzeiten als Kritiker rasch Autorität. Gleim schrieb 1755 an Ramler: „Sagt Er, die Schrift sei gut, so druckt sie jedermann." Sein Der junge Gelehrte wurde im Januar 1748 von der Neuberin uraufgeführt und zu einem großen Publikumserfolg. Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften hat er, so die Wikipedia, der weiteren Entwicklung des Theaters einen wesentlichen Weg gewiesen. Er hat auch die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Er gilt als der erste deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen in den Theatern aufgeführt wird.

Auch sein Tod fand öffentlichen Widerhall, freilich nicht nur freundlich. In Braunschweig wurden gehässige Gerüchte verbreitet, sein Tod habe den Herzog 361 Taler abzuschreibenden Vorschuss gekostet. Die Hamburger Behörden untersagten jede Art von Nachrufen und Lobgedichten. Kirchenblätter erregten sich darüber, dass mit Simson Alexander David ein Jude an seinem Totenbett gestanden hatte. Der Augenzeuge David hielt dagegen fest: „Er ist gestorben, wie er gelebt hat: Als ein Weiser, entschlossen, ruhig, voll Besinnung bis zum letzten Augenblick."

Lessings Grab galt zunächst als verschollen. 1833 wurde es durch den Braunschweiger Privatgelehrten und Kunsthistoriker Carl Schiller wieder aufgefunden. Das heutige Grabmal mit Reliefporträt wurde von der Intendanz des Herzoglichen Hoftheaters gestiftet. Es wurde 1874 nach einem Entwurf von Friedrich Lilly im Atelier des Hofbildhauers Theodor Strümpell ausgeführt. Die fortdauernde wissenschaftliche Aufmerksamkeit zeigt sich auch darin, dass ihm sowohl die Allgemeine Deutsche Biographie (1884) als auch die Neue Deutsche Biographie (1985, durch Wilfried Barner) ausführliche Artikel widmeten.

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