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Werkseintrag · Pan Tadeusz
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Cover Pan Tadeusz
Pan Tadeusz
1834
– Werkseintrag –

Pan Tadeusz

1834 · Epik

Ein junger Edelmann kehrt auf das litauische Gut seiner Familie zurück und gerät mitten in eine alte Fehde, eine verwirrende Liebe und die große Hoffnung eines ganzen Volkes auf Freiheit.

Überblick

Das Versepos Pan Tadeusz von Adam Mickiewicz gilt als das Nationalepos der Polen. Der vollständige Titel lautet Pan Tadeusz oder Der letzte Einritt in Litauen. Eine Adelsgeschichte aus dem Jahre 1811 und 1812 in zwölf Versbüchern. Mickiewicz schrieb das Werk im Pariser Exil, dort erschien es 1834 erstmals. Es gilt als das späteste der großen Versepen in der europäischen Literaturgeschichte. Bis heute ist es Pflichtlektüre an den polnischen Schulen und nach der Bibel das meistgelesene Buch in Polen.

Inhalt (ohne Spoiler)

Aus dem Pariser Exil erinnern sich polnische Auswanderer im Jahr 1834 an die alte Heimat. Einer von ihnen erzählt die Geschichte des jungen Tadeusz Soplica. Dieser kehrt 1811 nach Abschluss seines Studiums auf das Adelsgut seiner Familie in Litauen zurück. Sein Onkel, der Richter Soplica, hat ihn als Vormund großgezogen und führt das Anwesen. Im scheinbar leeren Haus entdeckt Tadeusz ein junges Mädchen namens Zosia.

Am Abend findet ein großes Fest auf dem Schloss der Grafenfamilie statt. Dort verliebt sich Tadeusz in die deutlich ältere Telimena, um die auch der Graf wirbt. Bald erfährt er, dass Zosia unter der Obhut der Grafenfamilie steht und in seinem früheren Kinderzimmer wohnt. Zwischen seinen Gefühlen für die beiden Frauen verliert der junge Mann den Blick für das, was um ihn herum geschieht.

Denn zwischen der Familie Soplica und der Grafenfamilie schwelt seit langem ein bitterer Streit um ein Schloss, der in einem alten Mord wurzelt. Der treue Schlossverwalter Gerwazy sinnt auf Rache. Zugleich treibt ein geheimnisvoller Priester namens Robak die Edelleute zu patriotischen Plänen. Mit dem Heranrücken Napoleons keimt die Hoffnung, dass Polen seine Unabhängigkeit zurückgewinnen könnte.

Die Handlung im Detail

Der Rahmen der Erzählung liegt im Paris des Jahres 1834. Polnische Emigranten erinnern sich dort an den letzten Aufstand gegen den Zaren in Polen-Litauen. Einer von ihnen, der Dichter selbst, erzählt die Geschichte des Pan Tadeusz.

Im Jahr 1811 kehrt der zwanzigjährige Tadeusz Soplica nach Beendigung seines Studiums auf das Adelsgut seiner Familie in Litauen zurück. Dort erwartet ihn sein Onkel, der Richter Soplica, Bruder seines Vaters und sein Vormund. Der Richter führt das Anwesen. Das Haus wirkt zunächst völlig leer. Als Tadeusz sein einstiges Kinderzimmer aufsucht, entdeckt er dort das Mädchen Zosia.

Am Abend gibt es ein großes Fest auf dem Schloss der Grafenfamilie. Tadeusz verliebt sich in die schöne Telimena, die wesentlich älter ist als er und auch vom Grafen umworben wird. Dann stellt sich heraus, dass Zosia unter der Obhut der Grafenfamilie steht und in seinem früheren Zimmer wohnt. Die Gefühle für Telimena und für Zosia verwirren den jungen Tadeusz und machen ihn blind für die Vorgänge um ihn herum.

So erkennt er auch im Priester Robak nicht seinen eigenen Vater, Jacek Soplica. Dieser hatte einst Schande über die Familie gebracht. Wegen des Mordes an dem im Schloss herrschenden Stolnik Horeszko war er in ein Kloster geflohen. Seither lebt die Familie Soplica im Streit mit der Grafenfamilie und ist den Rachegelüsten des Schlossverwalters Gerwazy ausgesetzt, der schon unter dem ermordeten Stolnik gedient hat. Im Gewand des Priesters Robak ist Jacek Soplica nun heimlich zurückgekehrt.

Der patriotische Priester erkennt die Möglichkeit, dass Polen seine Unabhängigkeit zurückerlangen kann. Die alte Fehde zwischen den Adelshäusern eskaliert, und schließlich kommt es zum Aufstand gegen den Zaren. In den Kämpfen wird Robak tödlich verwundet. Auf dem Sterbebett gibt er sich zu erkennen. Es kommt zur Versöhnung zwischen den verfeindeten Familien, und Tadeusz kann sich mit Zosia verloben.

Stil

Mickiewicz fasste seinen Stoff in zwölf Bücher, die auch Gesänge genannt werden und durchgehend in Versen geschrieben sind. Der Untertitel „Eine Adelsgeschichte aus dem Jahre 1811 und 1812" deutet bereits an, worauf das Werk zielt: Es zeichnet das Leben des polnischen Landadels in vielen Einzelheiten nach, von den Festen über die Jagd bis zu den alten Streitigkeiten der Familien. In diese breite Schilderung von Sitten und Landschaft fügt der Dichter die persönliche Liebesgeschichte und die große geschichtliche Hoffnung auf Polens Freiheit ein.

Die Erzählung ist durch einen Rahmen gefasst: Aus dem Pariser Exil blickt der Dichter auf die verlorene Heimat zurück, was dem Ganzen einen wehmütigen Grundton gibt. Das Werk gilt als das späteste der großen Versepen der europäischen Literaturgeschichte. Zu jedem der zwölf Bücher gehört eine Illustration von Michał Elwiro Andriolli, die zum jeweiligen Buchtitel passt.

Rezeption

Bis heute zählt das Werk zu den wichtigsten Büchern der polnischen Kultur. Es gilt als das Nationalepos der Polen, ist Pflichtlektüre an den polnischen Schulen und nach der Bibel das meistgelesene Buch des Landes. Diese Stellung hat es über fast zwei Jahrhunderte behauptet.

Der Stoff wurde mehrfach verfilmt. Bereits 1928 brachte Ryszard Ordyński ihn auf die Leinwand. 1999 schuf Andrzej Wajda nach dem Epos den Spielfilm Pan Tadeusz, der sehr erfolgreich war und mehrfach ausgezeichnet wurde.

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