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Werkseintrag · Der Kleine Katechismus
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Cover Der Kleine Katechismus
Der Kleine Katechismus
1529
– Werkseintrag –

Der Kleine Katechismus

1529 · Sachbuch

Luthers knappes Glaubensbüchlein von 1529, das in Frage und Antwort die Grundlagen des christlichen Glaubens erklärt und über Jahrhunderte Kirche und Schule prägte.

Überblick

Der Kleine Katechismus ist eine kurze Schrift, die Martin Luther 1529 als Einführung in den christlichen Glauben verfasste. Über Jahrhunderte zählte er zu den wichtigsten Unterrichtsmitteln, und zwar nicht nur in den lutherischen Kirchen, sondern auch in den öffentlichen Schulen evangelischer Gebiete. Bis heute wird er in lutherischen und unierten Kirchen oft im Konfirmandenunterricht verwendet. Neben der Confessio Augustana gehört er in allen lutherischen Kirchen zu den Bekenntnisschriften, die als Grundlage der kirchlichen Lehre gelten.

Inhalt (ohne Spoiler)

Behandelt werden in dieser kurzen Schrift die zentralen Stücke des christlichen Glaubens. Den Kern bilden die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Luther erweiterte den überlieferten Bestand um die Sakramente: die heilige Taufe, das Abendmahl und die Beichte. Eingeleitet wird das Buch durch eine Vorrede, in der Luther das Ziel seiner Arbeit darlegt. Die einzelnen Themen sind in Abschnitten geordnet, die als Hauptstücke bezeichnet werden. Die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser stehen im vollen Wortlaut. Anschließend werden sie ebenso wie die übrigen Themen knapp erklärt. Wer den Aufbau verstehen will, findet hier ein überschaubares, klar gegliedertes Lehrbuch des Glaubens.

Die Handlung im Detail

Den Anstoß zu dieser Schrift gaben Luthers Visitationsreisen des Jahres 1528. Dabei erkannte er, dass das Kirchenvolk den christlichen Glauben und die reformatorischen Einsichten nur lückenhaft kannte. Deshalb arbeitete er eigene Predigten über die Stoffe des Katechismus zu dem später so genannten Großen Katechismus um. Noch bevor dieser fertig war, entschied er sich jedoch, zunächst ganz elementare Grundlagen zu schaffen.

So erschienen im Januar 1529 die ersten Tafeldrucke der einzelnen Katechismusstücke, gedruckt vom Wittenberger Drucker Nickel Schirlenz. Im Mai, einen Monat nach dem Großen Katechismus, kam dann der gesamte Kleine Katechismus heraus. In der Vorrede erklärte Luther das Ziel des Buches: Den Pfarrern wollte er eine Hilfe zum Unterricht geben, den Hausvätern eine Grundlage für die Unterweisung ihrer Familienangehörigen, zu denen damals auch das Gesinde gehörte.

Schon vor dem Kleinen Katechismus gab es Katechismen, die die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser umfassten. Luther fügte die Sakramente Taufe, Abendmahl und Beichte hinzu. So behandelt die Schrift die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, das Sakrament der heiligen Taufe, das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl sowie das Amt der Schlüssel oder die Beichte. Der letzte Teil, die Beichte, wurde später eingefügt und gehörte zunächst nicht zum Kernbestand.

Das Buch beginnt mit einer Vorrede und behandelt die Themen anschließend in einzelnen Hauptstücken. Die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser stehen im Wortlaut. Zusätzlich werden sie, ebenso wie die übrigen Themen, in Frage-Antwort-Form kurz erklärt.

Stil

Kennzeichnend für die Schrift ist ihre knappe, elementare Form. Luther führt wichtige Texte im Wortlaut an und erläutert sie dann in einer einfachen Frage-Antwort-Form, die sich leicht einprägen und auswendig lernen lässt. Der Stoff ist in überschaubare Hauptstücke gegliedert, jedes für sich verständlich. Diese schlichte, lehrhafte Gestaltung machte das Buch über den Gottesdienst hinaus zum Schulbuch: Anhand des Kleinen Katechismus wurde vielerorts auch das Lesen und Schreiben erlernt.

Rezeption

In das Konkordienbuch wurde der Kleine Katechismus 1580 aufgenommen und gilt seitdem als Bekenntnisschrift, womit sein Wortlaut gewissermaßen festgeschrieben war. Für den Unterricht griff man in der Zeit des Pietismus und der Aufklärung meist auf ausführlichere Katechismen zurück, die oft den Kleinen Katechismus als Grundlage hatten. Erst im Neuluthertum des 19. Jahrhunderts und noch einmal im Kirchenkampf erfuhr er eine erneute Aufwertung.

Auch über den deutschen Sprachraum hinaus diente die Schrift als Lehrbuch für den Elementarunterricht. Im Jahr 1545 lassen sich erste Übersetzungen in die baltischen Sprachen Prußisch, Litauisch und Lettisch nachweisen. Im 16. Jahrhundert folgten Übertragungen ins Polnische, Estnische, Slowenische und Schwedische. Im 18. Jahrhundert kam eine arabische Fassung hinzu, 1843 eine chinesische und rund hundert Jahre später eine japanische Ausgabe.

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