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Werkseintrag · Das Haus mit den sieben Giebeln
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Das Haus mit den sieben Giebeln
1851
– Werkseintrag –

Das Haus mit den sieben Giebeln

1851 · Roman

Ein altes Haus in Neuengland, ein vor 160 Jahren begangenes Unrecht und ein Fluch, der bis in die Gegenwart der letzten Pyncheons hineinreicht.

Überblick

Das Haus mit den sieben Giebeln, im Original The House of the Seven Gables, ist ein 1851 erschienener Roman von Nathaniel Hawthorne. Er gilt als eines der Hauptwerke der amerikanischen Romantik. Im Mittelpunkt steht ein altes Haus in Neuengland, dessen Geschichte über mehrere Generationen hinweg von einem alten Unrecht und einem Familienfluch überschattet wird.

Inhalt (ohne Spoiler)

Schauplatz ist das titelgebende Haus in Neuengland, der Stammsitz der einst geachteten Familie Pyncheon. Errichtet wurde es vor rund 160 Jahren von Colonel Pyncheon, der das Grundstück seinem rechtmäßigen Besitzer Matthew Maule auf üble Weise entrissen hatte: Er ließ ihn wegen Hexerei anklagen und hinrichten. Seither lastet ein Fluch auf der Familie, das Haus ist verfallen, die Pyncheons sind verarmt.

Im Haus leben die alternde Hepzibah Pyncheon, die kurz vor der Heimkehr ihres lange im Gefängnis sitzenden Bruders Clifford einen kleinen Laden eröffnet, um sich durchzubringen. Zur Untermiete wohnt der junge Student Holgrave, der ein auffälliges Interesse an der Geschichte des Hauses zeigt. Mit der Ankunft der siebzehnjährigen Cousine Phöbe vom Land kommt frisches Leben in die düsteren Räume. Doch bald taucht auch der einflussreiche, kalt berechnende Richter Jaffrey Pyncheon auf. Er ist hinter einer alten Familienurkunde her, die irgendwo im Haus verborgen sein soll, und setzt die Geschwister gnadenlos unter Druck.

Die Handlung im Detail

Das Haus mit den sieben Giebeln in Neuengland ist der Hauptsitz der Familie Pyncheon. Sein Erbauer, Colonel Pyncheon, hatte das Grundstück vor 160 Jahren auf höchst unrechte Weise an sich gebracht: Er ließ den rechtmäßigen Besitzer Matthew Maule wegen Hexerei anklagen und hinrichten. Bei der Einweihungsfeier des neuen Hauses starb der Colonel plötzlich – ob durch eine Krankheit oder durch Maules Fluch, den dieser kurz vor seiner Hinrichtung ausgesprochen hatte, bleibt offen. Seither schwelt zwischen Pyncheons und Maules ein stiller Hass, das Haus zerfällt mit der Zeit, beiden Familien geht es schlecht.

Die gegenwärtigen Bewohner sind die verarmte Hepzibah Pyncheon und ihr Bruder Clifford, dazu der junge Student Holgrave, der zur Untermiete wohnt und ein ungewöhnliches Interesse an der Geschichte des Hauses zeigt. Clifford hat dreißig Jahre im Gefängnis gesessen, weil man ihn des Mordes an seinem Onkel beschuldigt hatte. Kurz vor seiner Rückkehr eröffnet Hepzibah einen alten, ins Haus eingebauten Laden, um etwas Geld zu verdienen. Als Clifford heimkehrt, ist er ein gebrochener Mann, der kaum mehr ins Leben zurückfindet und das Treiben draußen nur noch durch ein Fenster im oberen Stock beobachtet. Die Geschwister schotten sich immer mehr ab und werden fast zu lebenden Geistern. Ihr einziger Kontakt nach außen sind der alte Onkel Venner, ein guter Freund Hepzibahs, und der vorlaute Junge Ned Higgins, der einzige regelmäßige Kunde im Laden.

Dann zieht die siebzehnjährige Phöbe, Tochter einer Cousine vom Land, ins Haus ein und bringt mit ihrer Jugend und Lebensfreude wieder Licht in den Alltag der alten Leute. Bald darauf taucht jedoch ein höchst unwillkommener Gast auf: Richter Jaffrey Pyncheon, ein angesehener, aber selbstsüchtiger und tyrannischer Mann, der dem alten Colonel zum Verwechseln ähnelt. Nach und nach wird klar, dass Jaffrey hinter einer alten Familienurkunde her ist, die den Pyncheons das Eigentumsrecht an einem großen Landstück sichern soll und irgendwo im Haus versteckt liegt. Cliffords Onkel, Jaffrey Pyncheon senior, war einst am „Fluch der Pyncheons“ gestorben, als er seinen Sohn bei der Suche nach dem Dokument ertappte. Um nicht selbst des Mordes verdächtigt zu werden, hatte der jüngere Jaffrey damals seinen Cousin Clifford belastet und ins Gefängnis gebracht. Nun nimmt er an, Clifford wisse, wo die Urkunde liege, und droht, ihn erneut ins Gefängnis zu bringen, falls er sie nicht herausgebe.

Einige Zeit später verlässt Phöbe das Haus, um daheim Vorbereitungen für ihren endgültigen Einzug zu treffen. Kaum ist sie fort, erzwingt Jaffrey sich Zutritt und verlangt die Urkunde. Als die verzweifelten Geschwister sich ihrem Schicksal ergeben wollen, stirbt Jaffrey plötzlich am Familienfluch. In ihrer Ratlosigkeit und einem unbewussten Rausch von Freiheit fliehen Clifford und Hepzibah aus dem Haus und fahren mit einem Zug durch die Nacht, ehe sie ernüchtert zurückkehren. Am nächsten Tag wird Jaffreys Leiche entdeckt, gerade als Phöbe wieder eintrifft. Der zunächst aufkommende Verdacht gegen die Geschwister wird durch ihre Rückkehr und Holgraves Hilfe entkräftet.

Am Ende kommen mehrere Geheimnisse ans Licht: Holgrave entpuppt sich als der letzte Nachkomme der Maules, und die gesuchte Urkunde wird hinter dem Porträt des alten Colonels gefunden. Sie ist jedoch längst wertlos, weil das betreffende Land inzwischen von anderen besiedelt wurde. Holgrave und Phöbe haben sich ineinander verliebt und beschließen zu heiraten; damit ist die alte Fehde zwischen Pyncheons und Maules beigelegt, und das Haus verliert seine düstere Atmosphäre. Da die Pyncheons durch Jaffreys Tod sein gesamtes Vermögen erben, wollen sie nicht länger in dem alten Haus bleiben. Gemeinsam mit Holgrave und Onkel Venner ziehen sie aufs Land und lassen das Haus und seine Geschichte hinter sich.

Stil

Hawthorne erzählt seine Geschichte in der ruhigen, ausführlichen Manier der amerikanischen Romantik. Das Haus selbst rückt fast wie eine eigene Figur ins Zentrum: Schauplatz, Symbol und Zeuge der Familiengeschichte zugleich. Die Atmosphäre ist düster und stimmungsvoll, von Andeutungen, Vorahnungen und einem alten Fluch durchzogen. Schauerliche Motive – Hexenanklage, Familienfluch, ein verfallendes Haus – verbinden sich mit genau beobachteten Alltagsszenen aus dem kleinen Laden und dem Leben der Geschwister. Vergangenheit und Gegenwart greifen über die Generationen hinweg ineinander; die Schuld der Vorväter wirkt in den Nachkommen fort.

Rezeption

Der Roman zählt zu den Hauptwerken der amerikanischen Romantik und gehört neben Der scharlachrote Buchstabe zu Hawthornes meistgelesenen Büchern. Sein Bild des alten Hauses, in dem ein altes Unrecht über Generationen weiterwirkt, ist zu einem festen Motiv der amerikanischen Literatur geworden.

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