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Werkseintrag · Die Königin Margot
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Cover Die Königin Margot
Die Königin Margot
1845
– Werkseintrag –

Die Königin Margot

1845 · Roman

Eine erzwungene Hochzeit, eine blutige Pariser Nacht und zwei junge Edelleute zwischen Liebe und Verrat – Dumas verwebt im Frankreich von 1572 die große Politik einer Königsfamilie mit heimlicher Leidenschaft.

Überblick

Der historische Roman La Reine Margot von Alexandre Dumas dem Älteren erschien 1845 und zählt zu den bekanntesten Werken des Autors. Er schildert das blutige Massaker an den Hugenotten in der Bartholomäusnacht sowie die Umstände, unter denen das Königshaus der Valois ausstarb und die Dynastie der Bourbonen auf den französischen Thron gelangte. Es ist ein typischer Mantel-und-Degen-Roman, der auf echten Ereignissen der französischen Geschichte beruht.

Inhalt (ohne Spoiler)

Im Frankreich des Jahres 1572 toben die Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten. Über das Land herrscht der junge Karl IX. aus dem Haus Valois. Um die verfeindeten Lager zu versöhnen, wird seine Schwester Margarete von Valois, genannt Margot, gegen ihren Willen mit dem protestantischen König Heinrich von Navarra verheiratet. Zur Hochzeit strömen zahlreiche Anhänger beider Glaubensrichtungen nach Paris.

Hinter den Kulissen des Louvre spinnen sich Intrigen. Margots Mutter, die ehrgeizige Königinmutter Katharina von Medici, gilt als Giftmischerin und Strippenzieherin, und kaum jemand traut dem anderen über den Weg. In dieses gefährliche Geflecht aus Politik, Glaube und heimlicher Liebe geraten zwei junge Edelleute, die zufällig nach Paris kommen: der Hugenotte La Mole und der Katholik Coconnas. Aus Todfeinden werden im Lauf der Ereignisse unzertrennliche Freunde. Der Roman verbindet die große Geschichte einer Königsfamilie mit den privaten Leidenschaften seiner Figuren.

Die Handlung im Detail

Die Handlung beginnt mit den Religionskriegen des Jahres 1572. König Karl IX. strebt einen Frieden mit den Hugenotten an, der durch die Heirat seiner Schwester Margot mit Heinrich von Navarra besiegelt werden soll. Beide sind unglücklich über diese Verbindung – Heinrich besonders, denn seine Mutter wurde durch vergiftete Handschuhe getötet, die von seiner künftigen Schwiegermutter Katharina von Medici stammten. In Margots Hochzeitsnacht trifft sie sich mit ihrem Geliebten und Vetter, dem Herzog Heinrich von Guise. Die Begegnung wird von Heinrich von Navarra unterbrochen, der seine Frau um ein Bündnis gegen die Intrigen ihrer Familie bittet. Margot sagt ihm zu, ihm Verbündete, aber keine Freundin zu sein. Guise zieht wütend ab und bricht mit ihr.

König Karl schenkt dem protestantischen Admiral Gaspard de Coligny wachsendes Vertrauen und macht ihn zum Berater. Coligny drängt auf einen Krieg gegen das katholische Spanien, den König und Königinmutter nicht wollen. Karl heuchelt dem Admiral Freundschaft, ruft jedoch heimlich den Mörder Maurevel zu sich und befiehlt ihm, Coligny zu töten. Als Erkennungszeichen des Opfers nennt er eine rote Ledermappe.

In der Herberge des katholischen Fanatikers La Hurière lernen sich der Hugenotte La Mole und der Katholik Coconnas kennen. Beide wollen in den Louvre: La Mole zu Heinrich von Navarra, Coconnas zu Heinrich von Guise. Auf dem Weg begegnet La Mole zufällig Margot, die einen überwältigenden Eindruck auf ihn macht. Inzwischen drängen Guise und Katharina den König so lange, bis Karl ihnen in der Hugenottenfrage freie Hand lässt.

In der Nacht zum 24. August 1572 bricht das Massaker der Bartholomäusnacht los. Bewaffnete Katholiken unter Maurevel holen Coconnas zu Guise, der den Plan verrät: alle Protestanten der Stadt zu töten. Zuerst soll La Mole sterben. In Notwehr verletzt dieser Coconnas, der nun Rache schwört. Das Morden beginnt, der verwundete Admiral de Coligny kommt um, und auf den Straßen sterben tausende Menschen. Coconnas verfolgt La Mole, der sich in Margots Gemächer flüchtet. Sie lässt nicht zu, dass er getötet wird; als Coconnas auch die Königin angreifen will, schützt sie ihr Bruder, der Herzog von Alençon. Margot verbindet La Moles Wunden und verliebt sich in ihn – und er sich in sie.

Heinrich von Navarra entgeht dem Tod und wird vor den König gebracht, der ihn zum Übertritt zum Katholizismus bewegen will. Als Heinrich sich weigert, greift der unbeherrschte Karl zur Muskete und schießt auf Hugenotten auf der Straße. Katharina schlägt vor, Heinrich zu töten. Schließlich rettet Margot ihren Mann, indem sie ihn in der Waffenkammer aufspürt und ihren Bruder daran erinnert, dass Heinrich zur Familie gehört. Alençon offenbart Margot seine eiskalte Haltung, stets nur zur siegreichen Seite zu halten; sie ist über sein Verhalten empört und empfindet zugleich Abscheu vor seiner inzestuösen Zuneigung.

La Mole erholt sich langsam. Heinrich von Navarra erwägt, zum eigenen Schutz den Glauben zu wechseln. Katharina sucht Margot zur Scheidung zu bewegen, weil man Heinrich dann gefahrlos töten könnte. Margot lehnt ab und zeigt der Mutter Heinrich in ihrem Bett – eine List der Eheleute, die andeuten soll, dass die Ehe vollzogen und damit unauflöslich sei. Katharina ist außer sich vor Wut. Heinrich tritt zum Katholizismus über, wird aber mit Margot unter Hausarrest gestellt. La Mole gelangt in die Dienste des Herzogs von Alençon, der dessen Gefühle für seine Schwester durchaus ahnt.

Als die königliche Familie durch die Stadt fährt, um den aufgehängten Leichnam Colignys zu sehen, treffen La Mole und Coconnas aufeinander und liefern sich ein Duell, das beide schwer verwundet. Der berühmte Arzt Ambroise Paré behandelt sie, doch ihre eigentliche Heilung verdanken sie Caboche, dem Henker von Paris. La Mole genest schneller und hilft bei Coconnas’ Pflege; die beiden versöhnen sich und werden Freunde. Sie besuchen den Henker, um ihm zu danken, und suchen anschließend René auf, den Parfümeur, Giftmischer und Wahrsager der Königinmutter. René sagt beiden die Liebe schöner Frauen voraus und fertigt für La Mole eine kleine Figur, die Margot darstellt; mit Nadelstichen soll sie ihm deren Liebe sichern. Da treffen Margot und Henriette von Nevers bei René ein – und die beiden Edelleute haben ihr Stelldichein.

Stil

Als typischer Mantel-und-Degen-Roman lebt das Werk von raschem Wechsel zwischen Schwertkampf, Verschwörung und heimlicher Liebe. Dumas verknüpft verbürgte Ereignisse der französischen Geschichte mit den privaten Schicksalen seiner Figuren. Historische Gestalten wie Karl IX., Katharina von Medici oder Admiral de Coligny treten neben die jungen Helden La Mole und Coconnas, deren Freundschaft und Liebschaften den Erzählfaden bilden. So entsteht ein farbiges, spannungsreiches Bild des höfischen Frankreich im Zeichen der Religionskriege.

Rezeption

Der Roman zählt zu den bekanntesten Werken von Alexandre Dumas dem Älteren und hat über die Buchform hinaus weite Verbreitung gefunden. Der Stoff wurde mehrfach für Kino und Fernsehen bearbeitet, von frühen Verfilmungen bis ins späte 20. Jahrhundert. Besonders bekannt wurde die Verfilmung Die Bartholomäusnacht von Patrice Chéreau aus dem Jahr 1994. Die wiederkehrenden Bearbeitungen zeigen, wie lebendig das dramatische Geschehen um Margot, ihre Familie und die Bartholomäusnacht bis heute geblieben ist.

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