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Porträt Alexandre Dumas der Ältere
Alexandre Dumas der Ältere
1802 – 1870
– Autorenporträt –

Alexandre Dumas der Ältere

1802 – 1870 · 68 Jahre

Französischer Erzähler des 19. Jahrhunderts und Vater des historischen Abenteuerromans – Schöpfer der "Drei Musketiere" und des "Grafen von Monte Christo".

Kurzporträt

Alexandre Dumas der Ältere (1802–1870) gehört zu den meistgelesenen französischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Berühmt wurde er durch seine historischen Abenteuerromane. Allen voran zählen Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo längst zu den Klassikern der Weltliteratur. Begonnen hatte seine Laufbahn jedoch auf der Bühne. Mit dem romantischen Drama Henri III et sa cour gelang ihm 1829 der Durchbruch. Dumas war der Vater des gleichnamigen Schriftstellers Alexandre Dumas des Jüngeren. Er führte ein bewegtes Leben zwischen Pariser Salons, politischem Engagement und ausgedehnten Reisen.


Biografie

Am 24. Juli 1802 wurde Alexandre Dumas in Villers-Cotterêts im Département Aisne geboren. Getauft wurde er auf den Namen Dumas Davy de la Pailleterie. Eine gute Schulbildung blieb ihm versagt. Mit vierzehn Jahren musste er die Stelle eines Schreibers bei einem Notar annehmen. Schon früh entdeckte er sein schriftstellerisches Talent und versuchte sich gemeinsam mit einem Freund als Stückeschreiber.

1822 ging Dumas nach Paris. Seine schöne Handschrift war damals ein nicht zu unterschätzendes Kapital. Zusammen mit der Vermittlung eines Generalskollegen seines Vaters verschaffte sie ihm einen Posten im Büro des Duc d'Orléans, des späteren „Bürgerkönigs" Louis-Philippe I. 1824 wurde er Vater eines unehelichen Sohnes, des späteren Autors Alexandre Dumas des Jüngeren. 1825 verdiente er sein erstes Honorar als Co-Autor eines Stücks. 1826 beteiligte er sich an der Abfassung eines aufgeführten Vaudevilles. Daneben war er als Lyriker und Journalist tätig. Spätestens seit 1828 hatte er Zugang zum Salon des Autors Charles Nodier. Dort lernte er die erste Generation der Romantiker kennen, darunter Victor Hugo.

Schlagartig bekannt wurde Dumas 1829 durch sein romantisches Drama Henri III et sa cour (Heinrich III. und sein Hof). Es folgten zahlreiche weitere Stücke, die er zunehmend in Zusammenarbeit mit anderen verfasste, etwa 1837 und 1839 mit Gérard de Nerval. Eher autobiografisch gefärbt war Antony (1831), das um das ihm vertraute Skandalthema Ehebruch kreist. Ebenso das erfolgreiche Kean, ou Désordre et génie (1836), in dem sich Dumas in die Figur des englischen Schauspielers Edmund Kean projiziert. Jean-Paul Sartre bearbeitete das Stück 1953 neu. Seinen größten Bühnenerfolg erzielte er 1839 mit Mademoiselle de Belle-Isle, das bis 1844 über vierhundertmal aufgeführt wurde.

1830 beteiligte sich Dumas aktiv an der Julirevolution. Schon 1832 ging er jedoch auf Distanz zu seinem ehemaligen Protektor König Louis-Philippe. 1833 demonstrierte er seinen neuen Status als Erfolgsautor mit einem aufwendigen Fest für die Pariser Literatenkollegen. Am 17. Oktober 1834 trug er ein Pistolenduell mit dem jungen Schriftsteller Frédéric Gaillardet aus. Vorausgegangen war ein Streit über die Urheberschaft an einem von Dumas bearbeiteten Drama. Beide Kugeln verfehlten ihr Ziel.

1835 begann Dumas, sich im damals modischen Genre der Novelle als Erzähler zu versuchen. 1838 traf er den jungen Auguste Maquet, mit dem zusammen er sich auf Romane verlegte. Wirklich populär wurde er nach 1840. Damals verfertigte er spannende Abenteuerromane, zunächst mit Maquet und schließlich in regelrechter Serienproduktion mit weiteren Angestellten, insgesamt rund sechshundert Bände. Sie erschienen in der Regel zuerst als Feuilletonromane. Danach wurden sie als Bücher gedruckt und teilweise für die Bühne adaptiert. Im 20. Jahrhundert kamen die Verfilmungen hinzu.

Daneben verfolgte Dumas vielfältige politische, unternehmerische und private Aktivitäten. So geriet er trotz beachtlicher Einkünfte oft in Schulden. Diesen versuchte er sich zum Teil durch längere Auslandsaufenthalte zu entziehen: 1846 in Spanien und im Maghreb, 1851 bis 1853 in Belgien, 1858 und 1859 in Russland sowie 1860 bis 1864 in Italien, wo er sich im Umkreis von Giuseppe Garibaldi bewegte. Er unterstützte die italienischen Revolutionäre schriftstellerisch und finanzierte aus eigener Tasche Waffenkäufe. Zum Dank ernannte Garibaldi ihn am 5. September 1860 zum Direktor ehrenhalber der Ausgrabungen von Pompeji. Den hauptamtlichen Leiter Domenico Spinelli ersetzte er dabei freilich nicht wirklich. Immerhin regte Dumas einzelne Grabungs- und Restaurationsprojekte an und führte erstmals ein Eintrittsgeld für die Besichtigung der Grabungen ein. Mit der Berufung Giuseppe Fiorellis zum neuen Grabungsdirektor endete am 7. Dezember 1860 auch Dumas' Zeit in Pompeji. Seine Reisen verarbeitete er in den damals begehrten Reisereportagen, die anschließend in Buchform erschienen. Sein bewegtes Leben vermarktete er ebenfalls, in den vielbändigen Mémoires, 1852 bis 1854 in Brüssel publiziert.

Am 5. Dezember 1870 starb Alexandre Dumas in Puys bei Dieppe im Département Seine-Maritime. Zur zweihundertsten Wiederkehr seines Geburtsjahres wurden seine Gebeine ins Pariser Panthéon überführt und dort am 30. November 2002 beigesetzt. Die Ehrung wurde als politisches Signal gegen Rassismus verstanden. Denn zu Lebzeiten wurde Dumas wegen seiner dunklen Hautfarbe und seiner Abstammung häufig geschmäht.


Literarische Merkmale

Dumas' Schaffen umspannt mehrere Gattungen und Arbeitsweisen. Er begann als Bühnenautor des romantischen Dramas und schloss sich im Salon Charles Nodiers der ersten Generation der Romantiker an. Sein Durchbruchstück Henri III et sa cour steht beispielhaft für diese frühe, am historischen Stoff geschulte Theaterarbeit. Ihr blieb er auch in Antony und Kean treu. Dabei lud er das Ehebruchsmotiv und die Künstlerfigur stark autobiografisch auf.

Ab Mitte der 1830er Jahre verlagerte sich sein Schwerpunkt auf erzählende Prosa: erst auf die Novelle, dann, nach der Begegnung mit Auguste Maquet 1838, auf den Roman. Charakteristisch ist seine Methode der arbeitsteiligen Massenproduktion. Dumas arbeitete mit Maquet und weiteren Angestellten in regelrechter Serienproduktion. Auf diese Weise verfertigte er spannende Abenteuerromane, insgesamt rund sechshundert Bände. Diese Texte waren zuerst auf die Veröffentlichungsform des Feuilletonromans zugeschnitten und erschienen erst danach als Buch. Ihre Stoffe sind überwiegend historisch.

Daneben prägte Dumas das Genre des Reiseberichts. Aus seinen längeren Aufenthalten in Spanien, im Maghreb, in Belgien, Russland und Italien gewann er Reportagen. Diese waren zunächst von Presse und Verlagen begehrt und erschienen anschließend in Buchform. In den vielbändigen Mémoires schließlich machte er sein eigenes bewegtes Leben zum literarischen Stoff.


Rezeption

Schon zu Lebzeiten war Dumas ein außerordentlich populärer Erfolgsautor. Sein Drama Mademoiselle de Belle-Isle wurde von 1839 bis 1844 über vierhundertmal aufgeführt. Das Fest für die Pariser Literatenkollegen 1833 inszenierte er bewusst als Demonstration seines neuen Status. Seine Abenteuerromane erreichten als Feuilletonromane ein großes Lesepublikum, bevor sie in Buchform erschienen.

Zugleich war seine Wirkung von der Person nicht zu trennen. Wegen seiner dunklen Hautfarbe und seiner Abstammung wurde Dumas zu Lebzeiten häufig geschmäht. Umso bedeutsamer war die nationale Ehrung, die ihm posthum zuteilwurde: Zur zweihundertsten Wiederkehr seines Geburtsjahres wurden seine Gebeine ins Pariser Panthéon überführt und dort am 30. November 2002 beigesetzt. Dieser Akt wurde ausdrücklich als politisches Signal gegen Rassismus verstanden.

Seine Stoffe haben sich als außerordentlich langlebig erwiesen. Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo sind heute zu Klassikern geworden. Ein Teil seiner Bühnenstücke wurde später für das Theater erneuert – so bearbeitete Jean-Paul Sartre 1953 das Kean von 1836 neu. Seine Romane wurden im 20. Jahrhundert vielfach verfilmt.

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