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Werkseintrag · Der Graf von Monte Christo
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Cover Der Graf von Monte Christo
Der Graf von Monte Christo
1844
– Werkseintrag –

Der Graf von Monte Christo

1844 · Roman

Ein junger Seemann wird durch eine Intrige um sein Glück betrogen und in ein Inselgefängnis geworfen – was ihm dort begegnet, verwandelt sein Schicksal von Grund auf.

Überblick

Der Abenteuerroman Der Graf von Monte Christo stammt von Alexandre Dumas dem Älteren und seinem Mitarbeiter Auguste Maquet. Zwischen 1844 und 1846 erschien er als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Le Journal des débats. Der Erfolg war ungeahnt. Schon bevor das Werk abgeschlossen war, kamen die ersten Nachdrucke heraus. Ihnen folgten zahlreiche Übersetzungen. Bis heute zählt der Roman zu den international bekanntesten Werken der französischen Literatur. Die Handlung spielt in der Zeit nach der Französischen Revolution, zwischen 1815 und 1838. Das sind die Jahre der Restauration unter Ludwig XVIII. und Karl X. sowie der anschließenden Julirevolution von 1830. Durch diese Revolution kam der „Bürgerkönig" Louis-Philippe I. auf den Thron.

Inhalt (ohne Spoiler)

Der junge Seemann Edmond Dantès kehrt im Februar 1815 mit dem Schiff Pharao nach Marseille zurück. Sein Glück scheint vollkommen: Er soll Kapitän werden und die schöne Katalanin Mercédès heiraten. Doch sein rascher Aufstieg weckt Neid und Missgunst. In seiner Unerfahrenheit ahnt Dantès nicht, dass er sich angreifbar gemacht hat. Und er ahnt nicht, dass mehrere Männer in seiner Umgebung Grund haben, ihn loszuwerden.

Eine Intrige reißt ihn aus dem höchsten Glück in den tiefsten Abgrund. Statt der Hochzeit erwartet ihn das berüchtigte Inselgefängnis Château d'If vor der Küste von Marseille. Dort, in jahrelanger Haft, begegnet Dantès dem gelehrten Mitgefangenen Abbé Faria. Dieser wird für ihn zum väterlichen Freund und Lehrer. Was der alte Geistliche dem jungen Mann anvertraut, verändert dessen Schicksal von Grund auf.

Der Roman erzählt von Verrat und Treue, von einem Unrecht und dem langen Weg, es zu vergelten. Wer das Buch noch nicht kennt, darf sich überraschen lassen: von einem weitgespannten Geflecht aus Schicksalen, Verkleidungen und überraschenden Verbindungen.

Die Handlung im Detail

Am 24. Februar 1815 kehrt der junge Seemann Edmond Dantès mit der Pharao, einem Schiff des Reeders Morrel, nach Marseille zurück. Als Erster Offizier genießt er die Wertschätzung Morrels und soll zum Kapitän befördert werden. Auch privat scheint sein Glück vollkommen, denn die Hochzeit mit der schönen Katalanin Mercédès ist beschlossene Sache. Während der Fahrt ist der bisherige Kapitän Leclère gestorben, ein Anhänger Napoleons. Auf dem Sterbebett hat er Dantès ein Paket anvertraut, das dieser auf der Insel Elba, dem Exilort Napoleons, abliefern soll. Dort erhält Dantès wiederum einen Brief Napoleons mit dem Auftrag, ihn in Paris einem bestimmten Mann zu überbringen.

Mehrere Menschen in Dantès' Umgebung sind ihm feind. Danglars, der Zahlmeister an Bord, ist neidisch auf dessen steile Karriere und beobachtet ihn mit Argwohn. Fernand Mondego, ein mittelloser Fischer, liebt seine Cousine Mercédès mit wildem Begehren und würde alles tun, um Dantès loszuwerden. Caderousse, Dantès' Nachbar, ist ihm längst nicht so wohlgesonnen, wie er vorgibt. Am Vorabend der Hochzeit treffen sich die drei in einer Schänke. Danglars entwirft einen Denunziationsbrief, der Dantès bezichtigt, ein bonapartistischer Agent zu sein. Als Caderousse protestiert, zerknüllt Danglars den Brief scheinbar – doch wie er kalkuliert hat, hebt Mondego ihn heimlich auf und bringt ihn zur Post.

Während der Hochzeitsfeier wird Dantès verhaftet und dem stellvertretenden Staatsanwalt Gérard de Villefort vorgeführt. Dieser erkennt die Harmlosigkeit des jungen Mannes und will ihn freilassen, bis er erfährt, an wen der Brief Napoleons gerichtet ist: an seinen eigenen Vater Noirtier, einen bekannten Anhänger Napoleons. Um seine eigene Karriere zu schützen, verbrennt Villefort den Brief und schickt Dantès ohne Gerichtsverhandlung in das berüchtigte Gefängnis Château d'If.

Als Napoleon nochmals an die Macht gelangt, bemüht sich Morrel um Dantès' Freilassung und hofft arglos auf Villeforts Unterstützung – doch der hintertreibt sie heimlich. Nach fünf Jahren ohne Kontakt zur Außenwelt will Dantès durch Nahrungsverweigerung sterben. Da hört er Klopfgeräusche: Sie stammen vom Gefangenen Abbé Faria, der sich beim Graben eines Fluchttunnels verrechnet hat und in Dantès' Zelle gerät. Zwischen beiden entsteht eine innige Freundschaft. Der gelehrte Geistliche unterrichtet Dantès in vielen Wissenschaften und Sprachen und rekonstruiert die Ursache von dessen Verhaftung. Daraufhin schwört Dantès unerbittliche Rache an denen, die sein Lebensglück zerstört haben.

Gemeinsam graben sie an einem neuen Tunnel. Faria erlebt dessen Fertigstellung nicht mehr: Ein Schlaganfall lähmt ihn halbseitig. Einen weiteren, tödlichen Anfall erwartend, vertraut er Dantès sein größtes Geheimnis an – das Wissen um einen gewaltigen Schatz, der einst auf der unbewohnten Insel Montecristo vergraben wurde. Faria bestimmt Dantès zu seinem Erben. Nach Farias Tod nähen die Wärter den Leichnam in einen Sack, um ihn ins Meer zu werfen. Dantès nimmt heimlich den Platz der Leiche ein, wird ins Wasser geworfen, schneidet sich frei und wird von einem Schmugglerboot gerettet. Am 28. Februar 1829, genau vierzehn Jahre nach seiner Inhaftierung, ist er wieder frei. Auf der Insel Montecristo findet er den kostbaren Schatz und kehrt als steinreicher Mann nach Frankreich zurück.

Nun forscht Dantès über seine einstigen Freunde und Feinde nach und tritt dabei in verschiedenen Verkleidungen auf: als exzentrischer Lord Wilmore, als italienischer Geistlicher Abbé Busoni und als geheimnisvoller Sindbad der Seefahrer. Bei seinem einstigen Nachbarn Caderousse, der jetzt einen heruntergekommenen Landgasthof führt, bestätigt sich die rekonstruierte Verschwörung. Dantès erfährt auch, dass die Beteiligten gesellschaftlich aufgestiegen sind: Danglars ist als Baron der vermögendste Bankier von Paris; Villefort ist königlicher Prokurator; Mondego hat als Comte de Morcerf militärisch Karriere gemacht, Mercédès geheiratet und mit ihr einen Sohn, Albert. Dantès' eigener Vater ist an Hunger und Gram gestorben, und sein einstiger Förderer Morrel steht kurz vor dem Bankrott. Als Morrel sich erschießen will, greift Dantès als rettender Engel ein: Er kauft Morrels Schuldscheine auf, begleicht die Schulden und ersetzt die gesunkene Pharao durch ein neues Schiff. Den Abschiedsbrief unterzeichnet er mit „Sindbad der Seefahrer".

Neun Jahre lang bereitet Dantès seinen Rachefeldzug vor. Er hat sich eine neue Identität geschaffen: als Graf von Monte Christo, ein düster-grimmiger Aristokrat von unermesslichem Reichtum und rätselhafter Herkunft. In Rom rettet er den jungen Albert de Morcerf aus der Gefangenschaft einer Räuberbande und wird daraufhin nach Paris eingeladen. Dort erregt er mit luxuriöser Lebensführung Aufsehen und verkehrt freundschaftlich mit den Familien Danglars, Morcerf und Villefort.

Von Danglars lässt sich der Graf einen Kredit von 6 Millionen Franken einräumen. Durch Börsenmanipulation, gestreute Gerüchte und eine arrangierte Ehe zwischen Danglars' Tochter Eugenie und dem angeblich reichen Andrea Cavalcanti – der sich als entflohener Sträfling entpuppt – ruiniert er Stück für Stück Danglars' Ruf und Vermögen. Der Abruf des Kredits treibt Danglars schließlich in den Ruin. Er verlässt seine Frau, flieht nach Italien und gerät dort in die Hände von Luigi Vampas Banditen.

Durch das Eingreifen des Grafen kommt auch die Wahrheit über Fernand Mondego ans Licht: Bei der Belagerung von Janina verriet er seinen Befehlshaber Ali Pascha und verkaufte dessen Tochter Haydée und deren Mutter als Sklavinnen. Haydée, die Monte Christo später freikaufte und die in fürstlichem Luxus bei ihm lebt, sagt vor der Pairskammer als Zeugin aus. Mondego ist entehrt. Sein Sohn Albert fordert daraufhin den Grafen zum Duell. Mercédès aber wendet sich an den Grafen, bittet um Gnade für ihren Sohn und gesteht, dass sie nichts vom Verrat ihres Mannes wusste und ihn längst erkannt hat. Sie nennt ihn bei seinem wahren Namen, Edmond Dantès. Er verspricht, Albert nicht zu töten, macht ihr aber klar, dass nun er bei dem Duell sterben werde. Mercédès offenbart ihrem Sohn die Wahrheit. Beim Duell am nächsten Morgen entschuldigt sich Albert demütig und dankt dem Grafen sogar dafür, dass er sich nicht grausamer gerächt habe. Daraufhin stellt Mondego den Grafen zur Rede und fordert ihn zum Zweikampf. Dieser enthüllt ihm seine wahre Identität. Mondego flieht und begeht kurz darauf Selbstmord.

Schließlich deckt der Graf ein weiteres Geheimnis auf: Villefort und die Baronin Danglars hatten zwanzig Jahre zuvor ein Verhältnis. Heimlich brachte sie in einem Landhaus in Auteuil ein Kind zur Welt. Villefort ließ die Baronin im Glauben, es sei tot geboren, und vergrub es im Garten. In diesem Moment aber lauerte ihm Bertuccio auf, ein korsischer Schmuggler, der zuvor von Villefort ungerecht behandelt worden war und ihm Blutrache geschworen hatte.

Stil

Das Werk ist als Fortsetzungsroman angelegt, als sogenannter Feuilletonroman. Ein solcher erschien über Jahre hinweg in einer Zeitschrift. Diese Erscheinungsform prägt den Aufbau. Die Handlung gliedert sich in viele spannungsgeladene Episoden, die das Publikum von Folge zu Folge fesselten. Erzählt wird über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg und an wechselnden Schauplätzen, von Marseille über die Insel Montecristo bis nach Rom und Paris. Der Roman verbindet die Elemente der Abenteuergeschichte mit denen der Liebesgeschichte. Kennzeichnend ist ein Geflecht aus Verkleidungen und Geheimidentitäten. Derselbe Mann tritt als Lord Wilmore, als Abbé Busoni und als Sindbad der Seefahrer auf. Die zahlreichen Handlungsfäden sind kunstvoll miteinander verwoben. So fügen sich scheinbare Zufälle zu einem dichten Muster aus Schuld und Vergeltung.

Rezeption

Schon während des Erscheinens als Fortsetzungsroman erzielte das Werk einen ungeahnten Erfolg. Noch bevor es fertiggestellt war, kamen die ersten Nachdrucke heraus. Ihnen folgten immer neue Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Der Roman stieg zu einem Klassiker der Weltliteratur auf und beeinflusste viele nachfolgende Künstler. Seine anhaltende Wirkung zeigt sich in einer großen Zahl von Adaptionen für Bühne und Film. Auch in der Alltagskultur hat er Spuren hinterlassen. Die kubanische Zigarrenmarke Montecristo verdankt ihm ihren Namen. In den Zigarrenmanufakturen wurde den Arbeitern nämlich aus Büchern vorgelesen, und der Roman war dort besonders beliebt. Der 2019 erstmals verliehene französische Literaturpreis Prix Monte-Cristo bezieht sich ebenfalls auf das Werk. Seine Jury besteht aus Insassen des Gefängnisses von Fleury-Mérogis.

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