1785 – 1863
Brüder Grimm
Kurzbiografie↑
Brüder Grimm nannten sich die Sprachwissenschaftler und Volkskundler Jacob Grimm (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859), wenn sie gemeinsam veröffentlichten. Unter diesem Namen erschienen ihre weltberühmten Kinder- und Hausmärchen. Unter ihm begannen sie auch das Deutsche Wörterbuch. Gemeinsam mit Karl Lachmann und Georg Friedrich Benecke gelten sie als Begründer der Germanistik. Gelegentlich findet sich auch die Form "Gebrüder Grimm". Sie steht etwa in Kinderbuch-Ausgaben, als Name einer Rosensorte, eines Märchenparks oder in Briefmarken- und Gedenkmünzen-Editionen.
Biografie↑
Jacob Grimm wurde 1785 geboren, Wilhelm Grimm ein Jahr später, 1786. Als Geburtsort ist Hanau überliefert. Diese Angabe stützt sich auf den Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek. Jacob starb 1863, Wilhelm bereits 1859. Der gemeinsame Sterbeort, der für die Brüder unter ihrem Doppelnamen geführt wird, ist Berlin.
Die Brüder traten ein Leben lang als Doppelgespann auf. Die Deutsche Biographie führt sie unter dem Sammelnamen "Brüder Grimm". Für die eigentlichen Lebensläufe verweist sie auf die Einzelartikel zu Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Konfessionell waren sie hessisch-reformiert.
Belegt ist das dichte Geflecht, in dem sie standen. Über die familiären Verbindungen der Gemeinsamen Normdatei tritt etwa Johann Hermann Zimmer als verwandtschaftlich verbundene Person in Erscheinung. Im Werk und Wirkungskreis der Brüder erscheinen zahlreiche Zeitgenossen, die in der Neuen Deutschen Biographie eigene Artikel haben. Unter ihnen sind Achim und Bettina von Arnim, Clemens Brentano, Ludwig Bechstein, Johann Joseph von Görres, Karl Lachmann, Hoffmann von Fallersleben, Karl Simrock, Friedrich Wilhelm IV. sowie August Franz Ludwig Maria Freiherr von Haxthausen. Die Bekanntschaft mit den Verlegern Johann Christian Dieterich, Georg Andreas Reimer und Salomon Hirzel verweist auf die Linien, über die ihre Werke in Druck und Verbreitung gelangten. Auch zu ihrem jüngeren Bruder Ludwig Emil Grimm, dem Maler und Radierer, sowie zu Wilhelms Sohn Herman Friedrich Grimm bestanden enge Verbindungen.
Weitere lebensgeschichtliche Einzelheiten sind dem vorliegenden Material zu den "Brüdern Grimm" als Sammeleintrag nicht zu entnehmen. Die ausführliche Biographie verteilt sich auf die getrennten Artikel zu Jacob und zu Wilhelm.
Literarische Merkmale↑
Die Deutsche Biographie kennzeichnet die Brüder Grimm knapp als "Begründer der Germanistik". Diese Bestimmung umreißt zugleich, in welchem Sinn von einem Stil zu sprechen ist. Es geht weniger um eine literarische Handschrift im engeren Sinne als um die Begründung einer Art zu arbeiten: der sammelnden, ordnenden, philologisch sichernden Beschäftigung mit Sprache und Überlieferung. Die Kinder- und Hausmärchen und das Deutsche Wörterbuch sind die beiden großen Unternehmungen, mit denen dieser Zugriff exemplarisch wurde.
Rezeption↑
Die Kinder- und Hausmärchen werden in der Deutschen Biographie ausdrücklich als weltberühmt bezeichnet. Das Deutsche Wörterbuch, das die Brüder begannen, ist als zweite große Säule ihres Nachruhms ausgewiesen. Ihre Stellung als Begründer der Germanistik, gemeinsam mit Karl Lachmann und Georg Friedrich Benecke, sichert ihnen zugleich einen festen Platz in der Wissenschaftsgeschichte.
Die Wirkung reicht weit über die Fachwelt hinaus. Der Doppelname "Gebrüder Grimm" hat sich von den Buchausgaben gelöst und ist in unterschiedlichste Bereiche eingewandert: als Name einer Rosensorte, als Name eines Märchenparks, in Briefmarken- und Gedenkmünzen-Editionen und in Filmtiteln wie Die Wunderwelt der Gebrüder Grimm. Der Eintrag der Neuen Deutschen Biographie, verfasst von Friedrich Neumann im Band 7 von 1966, ist bis heute der maßgebliche enzyklopädische Bezugspunkt für die Brüder unter ihrem gemeinsamen Namen.
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