1939
Wind, Sand und Sterne
Überblick↑
Das Werk Wind, Sand und Sterne ist ein Erlebnisbericht des französischen Schriftstellers und Piloten Antoine de Saint-Exupéry. Der Originaltitel lautet Terre des Hommes; in neuerer Übersetzung erschien das Buch auch als Die Erde des Menschen. Die Erstausgabe kam 1939 heraus. Das Buch zählt zur Moderne. Es schildert die Erlebnisse des Verfassers als Postflieger und fragt zugleich nach der Bestimmung des Menschen.
Inhalt (ohne Spoiler)↑
In diesem Buch verarbeitet Saint-Exupéry seine eigenen Erfahrungen als Postpilot der Jahre 1926 bis 1935. Anhand erlebter Grenzsituationen geht er der philosophischen Frage nach, wozu der Mensch bestimmt ist.
Der Verfasser erzählt unter anderem von seiner Zeit als Berichterstatter und Kurier im spanischen Bürgerkrieg. Den Wegbereitern der Postfliegerei setzt er ein literarisches Denkmal. Das Kernstück bilden jedoch die Kapitel über seine Flüge über die nordafrikanische Wüste.
Eines dieser Erlebnisse führt zu einem Flug im Jahr 1935, bei dem er ein Preisgeld für die schnellste Strecke von Paris nach Saigon gewinnen wollte. Was dabei geschah, gehört zu den eindrücklichsten Episoden des Buches. Über allem stehen die Werte der Kameradschaft, der Pflichterfüllung, des Idealismus und der Menschlichkeit.
Die Handlung im Detail↑
Antoine de Saint-Exupéry setzt sich in dem Buch mit seinen eigenen Erlebnissen als Postpilot zwischen 1926 und 1935 auseinander. Insbesondere geht er anhand erlebter Grenzsituationen der philosophischen Frage nach, wozu der Mensch bestimmt ist. Er schildert seine Zeit als Berichterstatter und Kurier im spanischen Bürgerkrieg und setzt den Wegbereitern der Postfliegerei ein literarisches Denkmal.
Das Kernstück des Buches bilden die Kapitel über seine Wüstenüberflüge in Nordafrika. Dazu gehört auch jener Flug im Jahr 1935, bei dem er ein Preisgeld für die schnellste Bewältigung der Strecke von Paris nach Saigon gewinnen wollte. Zwei Tage nach seinem Start konnte er mangels Orientierung seinen geplanten Zwischenstopp Kairo nicht ansteuern. Morgens um 2:45 Uhr landete er etwa 200 Kilometer westlich von Kairo in der Sahara. Er blieb unverletzt und machte sich zu Fuß auf die Suche nach einer Siedlung.
Kurz bevor er verdurstete, stieß er auf Beduinen, die ihn retteten. Diese Erlebnisse inspirierten ihn später zu dem Buch Der kleine Prinz. Die teils eigens für das Buch geschriebenen, teils älteren Texte singen ein „Hoheslied“ der Kameradschaft unter Kollegen, der Pflichterfüllung und des Idealismus sowie der Solidarität und Menschlichkeit.
Stil↑
Als Erlebnisbericht verbindet das Werk persönliche Erinnerung mit philosophischer Betrachtung. Saint-Exupéry erzählt nicht bloß von seinen Flügen, sondern nutzt die erlebten Grenzsituationen, um über die Bestimmung des Menschen nachzudenken. Das Buch setzt sich aus Texten zusammen, die teils eigens dafür entstanden, teils älter waren.
Der Ton ist preisend und feierlich. Die Texte singen, wie es heißt, ein „Hoheslied“ der Kameradschaft, der Pflichterfüllung, des Idealismus und der Menschlichkeit. Bemerkenswert ist auch die Entstehungsgeschichte: Das Buch erschien in den USA und in Frankreich in zwei verschiedenen Fassungen. Die amerikanische und die deutsche Fassung sind ausführlicher und enthalten ein weiteres, viertes Kapitel mit dem Titel „Naturgewalten“.
Rezeption↑
Bei seinem Erscheinen Anfang 1939 traf das Buch den Nerv der Zeit und hatte großen Erfolg. Es erhielt den Grand Prix du Roman de l’Académie française. Auch die amerikanische Übersetzung unter dem Titel Wind, Sand and Stars verkaufte sich vorzüglich und wurde preisgekrönt. Die deutsche Übersetzung erschien am 6. September 1939 im Karl-Rauch-Verlag in Markkleeberg und wurde noch zu Kriegszeiten zu einem Bestseller.
Die Berichte über den spanischen Bürgerkrieg trugen dem Autor die Gegnerschaft der Franquisten ein. Lange nach dem Erscheinen wirkte das Buch weiter: Unter dem Eindruck des Algerienkrieges gründete der Schweizer Journalist Edmond Kaiser 1960 ein entwicklungspolitisches Kinderhilfswerk. Inspiriert durch Saint-Exupérys Werk benannte er es Terre des Hommes. National Geographic wählte das Buch auf Platz drei einer Liste der 100 größten Abenteuerbücher aller Zeiten.
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