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Porträt Eugenio Montale
Eugenio Montale
1896 – 1981
– Autorenporträt –

Eugenio Montale

1896 – 1981 · 84 Jahre

Italienischer Dichter, dessen Verse die Landschaften Liguriens heraufbeschwören – 1975 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Kurzporträt

Eugenio Montale zählt zu den bedeutenden italienischen Dichtern des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er 1896 in Genua. 1925 machte ihn sein erster Gedichtband Ossi di seppia als Schriftsteller bekannt. Über Jahrzehnte schuf er ein lyrisches Werk. Darin scheinen oft die Landschaften seiner Heimat Ligurien auf. 1975 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Er starb 1981 in Mailand.


Biografie

Eugenio Montale kam am 12. Oktober 1896 in Genua zur Welt. Er war das jüngste von sechs Kindern eines Genueser Unternehmers. 1917 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Die letzten Jahre des Ersten Weltkriegs erlebte er an der Front in Südtirol. Nach dem Krieg kehrte er nach Genua zurück und begann, sich für Literatur zu interessieren. Er lernte Schriftsteller und Kritiker kennen. 1922 war er Mitbegründer der Zeitschrift Primo tempo.

Den Durchbruch brachte 1925 die Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes Ossi di seppia. Dieser machte ihn als Schriftsteller bekannt. Zwei Jahre später siedelte er nach Florenz über. Dort leitete er die namhafte Bibliothek Gabinetto Vieusseux. Diese Stellung verlor er 1938, weil er sich weigerte, in die faschistische Partei einzutreten. 1939 erschien sein zweiter Gedichtband Le occasioni. Montale arbeitete für Zeitungen in Florenz und ab 1948 in Mailand für den Corriere della Sera.

In den folgenden Jahrzehnten erschienen weitere Gedichtbände. Dazu zählen 1956 La bufera e altro und 1971 Satura, der in Teilen bereits zuvor veröffentlicht worden war. 1962 wurde er mit dem internationalen Antonio-Feltrinelli-Preis ausgezeichnet. 1975 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. 1977 wurde er als Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt. Montale war Ehrendoktor der Universität La Sapienza in Rom, der Universität Mailand und der Universität Cambridge. Er starb am 12. September 1981 in Mailand.


Literarische Merkmale

Montales Lyrik wird dem italienischen Hermetismus (Ermetismo) zugerechnet. Das ist eine Strömung der europäischen Moderne, die im Symbolismus wurzelt und durch verdichtete, symbolhafte Sprache geprägt ist. In seinen Gedichten kehren oft die Landschaften Liguriens wieder, der Küstenregion seiner Herkunft.


Rezeption

Anerkennung fand Montale schon früh. Bereits mit seinem ersten Gedichtband Ossi di seppia wurde er 1925 als Schriftsteller bekannt. Im Lauf seines Lebens wurde er vielfach geehrt, unter anderem 1962 mit dem Antonio-Feltrinelli-Preis und 1975 mit dem Nobelpreis für Literatur. Seine internationale Geltung zeigt sich auch in der Aufnahme als Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters 1977 und in den Ehrendoktorwürden mehrerer Universitäten. Sein Werk wurde wiederholt ins Deutsche übertragen, unter anderem von Marie-Luise Kaschnitz und Günter Kunert. 2022 wurde ein Asteroid nach ihm benannt.

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