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Porträt Michail Jurjewitsch Lermontow
Michail Jurjewitsch Lermontow
1814 – 1841
– Autorenporträt –

Michail Jurjewitsch Lermontow

1814 – 1841 · 26 Jahre

Russischer Romantiker neben Puschkin und Tjuttschew, mit nur 26 Jahren im Duell erschossen.

Kurzporträt

Michail Jurjewitsch Lermontow (1814–1841) war ein russischer Dichter und Offizier. Schon in jungen Jahren galt er als eine der großen Stimmen der russischen Romantik. Neben Alexander Puschkin und Fjodor Tjuttschew zählt er zu den bedeutendsten Vertretern dieser Strömung in der russischen Literatur. Seine Lebensspanne betrug nur 26 Jahre. Sie endete in einem Duell im Kaukasus, in das er hineingezogen wurde – wie schon Puschkin vier Jahre zuvor. Hinterlassen hat er ein dichtes lyrisches Werk sowie Arbeiten in Prosa und für die Bühne.


Biografie

Geboren wurde Lermontow am 15. Oktober 1814 in Moskau. Seine Mutter starb früh. Der Junge wuchs ohne seinen Vater auf dem Gut seiner Großmutter Jelisaweta Alexejewna Arsenjewa im Gouvernement Pensa auf. Die Großmutter förderte ihn auch später während seiner literarischen Karriere. Familienstreitigkeiten über das geerbte Vermögen hinterliessen in dem Heranwachsenden eine Abneigung gegenüber der Macht des Geldes. Das Leben auf dem Gut brachte ihn zugleich in Berührung mit der Welt der leibeigenen Bauern und weckte sein Verständnis für ihre oft verzweifelte Lage.

Schon mit vierzehn Jahren begann er, Gedichte zu schreiben. Angeleitet wurde er dabei von seinen Lehrern Dmitri Dubenski, Alexei Mersljakow und Semjon Raitsch. Von 1828 bis 1832 studierte Lermontow an der Moskauer Universität. Dort erhielt er eine Vollpension, wie sie sonst nur Adeligen zuteilwurde. 1832 wurde er von der Universität ausgeschlossen, was auf Unstimmigkeiten mit Professoren zurückging. Bis dahin hatte er bereits mehr als zweihundert Gedichte verfasst, gesammelt im sogenannten Lyrischen Tagebuch.

Anschließend besuchte er eine Kavallerieschule in Sankt Petersburg. 1834 wurde er einem Leibgarde-Husarenregiment in Zarskoje Selo zugewiesen. Damit war sein Lebensweg auch beruflich an den Militärdienst gebunden. Diesem blieb er bis zu seinem Tod verpflichtet.

Eine erste Zäsur brachte das Jahr 1837. Nach dem tödlichen Duell Alexander Puschkins widmete Lermontow dem russischen Nationaldichter das Gedicht Der Tod des Dichters. Die scharfen Töne gegenüber Hof und Gesellschaft hatten Folgen: Er wurde strafweise zu einem Militärregiment in den Kaukasus versetzt. Dort erlebte er den Krieg des russischen Zarenreiches gegen die kaukasische Bevölkerung aus nächster Nähe mit. 1838 durfte er nach Sankt Petersburg zurückkehren. Ein Duell mit dem Franzosen Ernest de Barante zog jedoch eine abermalige Versetzung in den Kaukasus nach sich.

Dort fand Lermontow im Juli 1841 den Tod. In einem Duell mit Major Nikolai Martynow wurde er durch einen Herzschuss getötet. Unter Zeitgenossen kam der Verdacht auf, der provozierte Streit vor dem Duell sei in Wahrheit ein Komplott zur Ermordung Lermontows gewesen. Er starb am 27. Juli 1841 in Pjatigorsk, noch nicht einmal siebenundzwanzig Jahre alt.


Literarische Merkmale

Bereits die Jugendgedichte Lermontows gelten als frühreif. Sie wurden zwischen 1828 und 1832 im Lyrischen Tagebuch zusammengetragen. Sie sind gedankenschwer und zugleich klangvoll, melodisch und stark emotional. Charakteristisch ist die Spannung zwischen dem lyrischen Helden und seiner Umgebung. Die Welt erscheint diesem Helden bedrohlich und düster. Gerade aus diesem Verhältnis bezieht das Werk seine eindringliche Stimmung. Diese frühe Ausformung einer dunklen, in sich gekehrten lyrischen Haltung gilt als Kern seines schriftstellerischen Profils.


Rezeption

In der russischen Literatur wird Lermontow neben Alexander Puschkin und Fjodor Tjuttschew als einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik geführt. Sein früher Tod im Duell wurde von Zeitgenossen nicht als bloßer Unglücksfall hingenommen. Schon damals kam der Verdacht auf, der vorgeschobene Streit mit Major Martynow sei in Wahrheit ein Komplott zur Ermordung des Dichters gewesen. Vier Jahre zuvor hatte Lermontow Puschkins Tod im Duell in seinem Gedicht Der Tod des Dichters beklagt. Nun kam er selbst auf dieselbe Weise um. Das hat zur Aura um seine Gestalt entscheidend beigetragen.

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