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Porträt George Bernard Shaw
George Bernard Shaw
1856 – 1950
– Autorenporträt –

George Bernard Shaw

1856 – 1950 · 94 Jahre

Irischer Dramatiker und scharfzüngiger Satiriker, der Witz mit Gesellschaftskritik verband – 1925 mit dem Nobelpreis für Literatur und 1939 mit dem Oscar geehrt.

Kurzporträt

George Bernard Shaw war ein irischer Dramatiker, Satiriker und Musikkritiker. Geboren wurde er 1856 in Dublin. In London machte er sich zunächst als scharfzüngiger Musik- und Theaterkritiker einen Namen. Danach wandte er sich dem Drama zu. Seine Komödien verbinden Witz mit gesellschaftlicher Kritik. Aus dem Stück Pygmalion ging später das Musical und der Film My Fair Lady hervor. 1925 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. 1939 bekam er den Oscar für das Drehbuch zu Pygmalion. Shaw war zudem überzeugter Sozialist, Vegetarier und Pazifist. Bis ins hohe Alter blieb er literarisch tätig.


Biografie

Geboren wurde Shaw am 26. Juli 1856 in Dublin, in eine dort ansässige Familie schottisch-protestantischer Herkunft. Die Familienverhältnisse waren schwierig. Sein Vater George Carr Shaw war ein erfolgloser Getreidehändler mit einem Alkoholproblem. Seine Mutter Lucinda Elizabeth Shaw, geborene Gurly, war eine Sängerin. Kurz vor Shaws sechzehntem Geburtstag trennte sie sich von ihrem Mann. Sie zog mit ihren beiden Töchtern und ihrem Gesangslehrer nach London. Shaw blieb zunächst bei seinem Vater. Vor allem in seiner Jugend litt er an einer starken Sozialphobie.

Zunächst arbeitete Shaw als kaufmännischer Angestellter. Bald zog er nach London, um als Musik- und Theaterkritiker Fuß zu fassen. Um seine Prosa zu schulen, schrieb er zwischen 1879 und 1883 fünf Romane. Diese wurden von verschiedenen Verlagen abgelehnt. Erste Erfolge feierte er als Musikkritiker bei der Zeitung Star, für die er ironische Kommentare verfasste. Die Kompositionen von Ethel Smyth etwa besprach er unter dem Pseudonym „Corno di Basseto". Shaw war einer der ersten Kritiker, die sich weigerten, dem Geschlecht eines Komponisten Bedeutung für die Beurteilung des Werkes beizumessen. 1923 fragte er die inzwischen geadelte Ethel Smyth brieflich, wie männlich eigentlich das Werk von Händel und wie feminin die Arbeiten von Mendelssohn und Arthur Sullivan seien.

Prägend waren für ihn zwei Lektüren. Nach der Lektüre der Werke von Percy Bysshe Shelley wurde Shaw 1881 Vegetarier. Den Vegetarismus verstand er fortan auch als politische Angelegenheit. 1882 las er Das Kapital von Karl Marx in französischer Übersetzung, da es noch keine englische Fassung gab. „Das wurde zum Wendepunkt meiner Laufbahn. Marx bedeutete eine Offenbarung", berichtete er später. 1884 trat er der sozialistischen Fabian Society bei, die gesellschaftliche Veränderungen nicht auf revolutionärem, sondern auf evolutionärem Weg anstrebte. Dort spielte er bald eine führende Rolle und verbreitete seine politischen Ideen als Vortragsredner. Im Umkreis dieser Gesellschaft lernte er auch seine spätere Frau Charlotte Payne-Townshend kennen, die er 1898 heiratete. Shaw gilt zudem als Mitbegründer der London School of Economics and Political Science.

1895 wurde Shaw Theaterkritiker bei der Saturday Review. Dieser Schritt bereitete seinen Weg als Dramatiker vor. 1898 erschien mit Candida sein erstes erfolgreiches Stück. Es folgten mehrere Komödien, darunter Der Teufelsschüler (1897), Helden (1898), Frau Warrens Gewerbe (1898), Kapitän Brassbounds Bekehrung (1900), Cäsar und Cleopatra (1901), Mensch und Übermensch (1902), Major Barbara (1905) und Androklus und der Löwe (1912). Das 1913 erschienene Pygmalion wurde später zur Grundlage von Musical und Film My Fair Lady. Der Erste Weltkrieg bedeutete für Shaw das Ende der alten Reiche des 19. Jahrhunderts. Danach schrieb er ernstere Dramen wie Haus Herzenstod (1919) und Die heilige Johanna (1923).

Bis ins Alter von 90 Jahren blieb Shaw als Autor tätig. In seiner letzten Schaffensperiode zwischen 1930 und 1949 wandte er sich verstärkt politischen Fragen zu. Dabei verband er phantastische und satirische Elemente. Seine letzten Jahre verbrachte er gern in seinem Haus und Garten Shaw's Corner. Er starb am 2. November 1950 im Alter von 94 Jahren an Nierenversagen. Ausgelöst wurde es durch Verletzungen, die er sich bei einem Sturz beim Zurückschneiden eines Baumes zugezogen hatte. Am 6. November 1950 wurde er im Golders Green Crematorium in London eingeäschert. Seine Asche wurde mit der seiner Frau Charlotte gemischt und im Garten verstreut.


Literarische Merkmale

Kennzeichnend für Shaw ist die Verbindung von Witz und gesellschaftlicher Kritik. Schon als Musikkritiker schrieb er meisterhaft ironische Kommentare. Dabei scheute er sich nicht, herrschende Urteile in Frage zu stellen – etwa indem er sich weigerte, dem Geschlecht eines Komponisten Bedeutung für die Bewertung seines Werkes beizumessen. Diese satirische Schärfe trug er in seine Bühnenstücke. Diese legte er überwiegend als Komödien an und verhandelte mit ihnen gesellschaftliche und politische Themen. In seiner späten Schaffenszeit traten politische Fragen noch stärker hervor. Dabei ließ er phantastische und satirische Elemente miteinander verschmelzen.


Rezeption

Mit seinen Komödien wurde Shaw zu einem der erfolgreichsten Bühnenautoren seiner Zeit. Die öffentliche Anerkennung gipfelte 1925 im Nobelpreis für Literatur. 1939 erhielt er für das adaptierte Drehbuch zu Pygmalion zudem den Oscar. Sein Werk wirkte über die Bühne hinaus. Aus Pygmalion ging das Musical und der Film My Fair Lady hervor, das seinen Stoff einem breiten Publikum bekannt machte. An der von ihm mitbegründeten London School of Economics erinnert bis heute die Shaw Library an ihn.

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