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Porträt Charles Baudelaire
Charles Baudelaire
1821 – 1867
– Autorenporträt –

Charles Baudelaire

1821 – 1867 · 46 Jahre

Französischer Lyriker des 19. Jahrhunderts und Wegbereiter der literarischen Moderne in Europa, berühmt durch die Gedichtsammlung «Les Fleurs du Mal».

Kurzporträt

Charles Baudelaire (1821–1867) zählt zu den bedeutendsten Lyrikern französischer Sprache. Er gilt als wichtiger Wegbereiter der literarischen Moderne in Europa. Berühmt wurde er vor allem durch seine Gedichtsammlung Les Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen). Neben der Lyrik trat er als Kunstkritiker, Essayist, Literaturkritiker und Übersetzer hervor. Vor allem seine Übertragungen Edgar Allan Poes blieben in Erinnerung. Zeit seines Lebens kannten ihn nur wenige Leser. Erst die nachfolgende Dichtergeneration der Symbolisten erkannte in ihm ein epochemachendes Vorbild.


Biografie

Charles-Pierre Baudelaire wurde am 9. April 1821 in Paris geboren, im damaligen 11. Arrondissement der Stadt. Er starb dort am 31. August 1867. Sein vollständiger Name lautet Charles-Pierre Baudelaire. In den Akten begegnet er auch in der Form Baudelaire-Dufaÿs, nach dem Mädchennamen seiner Mutter Caroline Archimbault-Dufays, die später Madame Aupick wurde.

Das vorliegende Material liefert über die äußeren Stationen des Lebens hinaus nur wenige biografische Einzelheiten. Festhalten lässt sich, dass Baudelaire in Paris geboren wurde, dort den Großteil seines Lebens verbrachte und ebenfalls dort starb. Schon zu Lebzeiten arbeitete er in mehreren Feldern parallel. Er schrieb Berichte über Kunstausstellungen und betätigte sich als Literaturkritiker. Er übersetzte mit großer Hingabe die Werke Edgar Allan Poes. Außerdem trat er öffentlich als Anhänger und Förderer Richard Wagners auf. Seine Hauptleistung als Dichter war die Sammlung Les Fleurs du Mal. Sie war zu Lebzeiten nur einem kleinen Leserkreis bekannt.

Die Deutsche Biographie führt Baudelaire in ihrem Index. Sie nennt ihn als Bezugspunkt für Beiträge zu deutschsprachigen Autoren wie Walter Benjamin, Waldemar Bonsels, Ernst Fischer, Paul Zech und Stefan Zweig. Diese Vernetzung deutet auf seine starke Nachwirkung im deutschen Sprachraum hin. Der Lyriker selbst hat diese Nachwirkung nicht mehr miterlebt: Er starb 1867 in Paris, im Alter von 46 Jahren.


Literarische Merkmale

Baudelaire schrieb in mehreren Gattungen, ohne sich auf eine festzulegen. Im Zentrum steht die Lyrik, vor allem die Gedichtsammlung Les Fleurs du Mal. Diese Sammlung hat ihm den Rang eines der bedeutendsten Lyriker der französischen Sprache eingebracht. Daneben verfasste er Essays, Berichte über Kunstausstellungen und literaturkritische Texte. Eine eigene Spur hinterließ er als Übersetzer, insbesondere durch die Übertragung der Werke Edgar Allan Poes ins Französische, der er sich über Jahre widmete. Auch als enthusiastischer Förderer der Musik Richard Wagners trat er publizistisch hervor.

Bereits diese Kombination aus Dichtung, Kunst- und Literaturkritik, Übersetzungsarbeit und musikalischer Parteinahme zeichnet ein Profil, das den klassischen Dichter-Typus überschreitet. Baudelaire war zugleich Künstler und Vermittler, Schöpfer und Anwalt fremder Werke. Seine Bedeutung als Wegbereiter der europäischen Moderne liegt in eben dieser Verbindung von eigener lyrischer Sprache und scharfsichtiger Reflexion über Kunst und Literatur seiner Zeit.


Rezeption

Zu Lebzeiten war Baudelaire einem größeren Publikum kaum bekannt. Für die wenigen Zeitgenossen, denen sein Name etwas sagte, galt er vor allem als kompetenter Verfasser von Berichten über Kunstausstellungen, als guter Literaturkritiker, fleißiger Poe-Übersetzer und als Verehrer und Promotor Richard Wagners. Die epochale Bedeutung seiner Gedichte erkannte erst die nachfolgende Lyrikergeneration.

Für die Symbolisten – etwa Paul Verlaine, Stéphane Mallarmé oder Arthur Rimbaud – wurde Baudelaire zum epochemachenden Vorbild. Diese Anerkennung hat er selbst nicht mehr erlebt. Sie setzte erst nach seinem Tod 1867 voll ein. Seit längerem ist Baudelaire in Anthologien und französischen Schullesebüchern der am besten vertretene französische Lyriker.

Seine Wirkung reichte weit über Frankreich hinaus. In Deutschland beeinflusste er unter anderem Georg Trakl und Stefan George. Von George stammt auch die erste deutsche Übertragung der Fleurs du Mal. Die Deutsche Biographie verweist auf Baudelaire als Bezugspunkt für deutschsprachige Autoren wie Walter Benjamin, Waldemar Bonsels, Ernst Fischer, Paul Zech und Stefan Zweig. Das belegt, wie tief seine Spuren in die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts hineinreichen.

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