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Aristophanes
Kurzporträt↑
Zu den bekanntesten Vertretern der griechischen Komödie zählt Aristophanes. Er war ein Komödiendichter aus Athen. Geboren wurde er um 448 v. Chr., gestorben ist er um 386 v. Chr. ebenda. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der sogenannten Alten Komödie und des griechischen Theaters überhaupt. In seinen Stücken nahm er zeitgenössische Personen und Ereignisse aufs Korn. Dabei scheute er weder drastische Bilder noch satirische Schärfe. Einige seiner Komödien werden bis heute immer wieder gespielt, vor allem Lysistrata.
Biografie↑
Über das Leben des Dichters ist nur wenig bekannt. Er kam als Sohn des Philippos in Kydathen zur Welt. Dieser Stadtteil Athens gehörte zur Phyle Pandionis. Beim Geburtsjahr gehen die Quellen auseinander: Wikidata nennt 448 v. Chr., die Deutsche Nationalbibliothek 445 v. Chr. Nach anderer Überlieferung liegt es zwischen 450 und 444 v. Chr. Auch das Sterbejahr ist umstritten. Wikidata gibt 386 v. Chr. an, die Deutsche Nationalbibliothek 385 v. Chr. Nach weiterer Überlieferung ist er erst nach 388 v. Chr. gestorben, vermutlich um 380 v. Chr. Geboren und gestorben ist er jeweils in Athen. Dort verbrachte er den größten Teil seines Lebens.
Etwa von 430 bis 428 v. Chr. erhielt er vermutlich eine Ausbildung zum Dramatiker. Seine ersten drei Stücke ließ er als anonymer Autor von Kallistratos aufführen. Auch später vertrat ihn dieser oder Philonides häufig auf der Bühne. Aristophanes selbst trat also nicht immer offen als Verfasser hervor. Seine beiden Söhne Araros und Philippos wurden ebenfalls Komödiendichter. Araros brachte die letzten beiden Stücke des Vaters zur Aufführung, Kokalos und Aiolosikon.
Zeitweise lebte Aristophanes auf der nahe gelegenen Insel Aigina. Diese war mit Beginn des Peloponnesischen Krieges 431 v. Chr. von Athenern besiedelt worden. Nach 400 v. Chr. bekleidete er als Prytan ein führendes Amt in der Stadtregierung. Seine kritische Bühnenarbeit blieb nicht ohne Folgen. Mit der Darstellung des Politikers Kleon in Die Babylonier (426 v. Chr.) handelte er sich eine Klage wegen Beleidigung des Volkes ein. Diese blieb jedoch ohne Folgen. Zwei Jahre später versuchte Kleon, Aristophanes' athenisches Bürgerrecht auf dem Klageweg anzufechten. Er behauptete, dessen Vater sei als Einwanderer aus Rhodos oder Ägypten kein gebürtiger Athener gewesen. Auch dieser Versuch blieb erfolglos.
Literarische Merkmale↑
Mit seinen Komödien zielte Aristophanes stets darauf ab, zeitgenössische Personen und Ereignisse der Lächerlichkeit preiszugeben. Oft geschah dies durch drastische Darstellungen und satirische Schärfe. Er persiflierte die Stilmittel anderer Dichter, etwa des Euripides. Über Zeitgenossen wie Sokrates oder die Sophisten äußerte er sich kritisch wie spöttisch. Seine Stücke sind damit eng mit den politischen und geistigen Auseinandersetzungen seiner Heimatstadt verbunden. Bis heute kennzeichnet das Adjektiv „aristophanisch" eine Äußerung als geistvoll und witzig oder als beißend spöttisch.
Rezeption↑
Für seine Komödien erhielt Aristophanes bei den Lenäen und Dionysien oftmals hohe Auszeichnungen. Überliefert sind drei erste und drei zweite Plätze sowie wenigstens einmal ein dritter Platz. Das Stück Die Frösche (405 v. Chr.) durfte er bei den Lenäen 404 v. Chr. ein zweites Mal aufführen. Schon im Altertum sah man in ihm einen der drei großen Dichter der Alten Komödie. Nach seinem Tod machte Platon ihn zu einer Figur in seinem Dialog Symposion.
Auch bei der Nachwelt in Rom und Alexandria fanden seine Werke Beifall. Sie hinterließen erkennbare Spuren in der Politsatire der europäischen, insbesondere der englischen Literatur. Goethe veröffentlichte eine bearbeitete Fassung der Komödie Die Vögel. Im Prolog nannte er ihn einen „ungezogenen Liebling der Grazien". Heine stellte ihn in Deutschland. Ein Wintermärchen als einen großen Dramatiker dar. Wegen seiner kritischen Haltung wäre er im Deutschland des 19. Jahrhunderts sicherlich verfolgt worden. Picasso illustrierte 1934 Szenen aus Lysistrata für eine US-amerikanische Übersetzung. Peter Hacks löste mit seiner Bearbeitung von Der Frieden (1962) eine Welle neuer Versionen antiker Stoffe in der DDR aus.
Bis in die heutige Sprache wirkt Aristophanes nach. Der Komödie Die Vögel entstammen die Redewendungen „Wolkenkuckucksheim" und „Eulen nach Athen tragen". In Die Frösche beschrieb er die Verdrängung guter Bürger durch schlechte als Gleichnis für die Verdrängung guten Geldes durch schlechtes. Dieser Vorgang ging später als Greshamsches Gesetz in die ökonomische Dogmengeschichte ein. Ein 1960 entdeckter Asteroid trägt zu seinen Ehren den Namen 2934 Aristophanes.
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