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Autoreneintrag · Alexander Alexandrowitsch Blok
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Porträt Alexander Alexandrowitsch Blok
Alexander Alexandrowitsch Blok
1880 – 1921
– Autorenporträt –

Alexander Alexandrowitsch Blok

1880 – 1921 · 40 Jahre

Dichter der russischen Moderne und eine der zentralen Stimmen des Symbolismus, der 1918 mit den Gedichten „Zwölf" und „Skythen" auf die revolutionären Umbrüche seines Landes antwortete.

Kurzporträt

Alexander Alexandrowitsch Blok war ein Dichter der russischen Moderne. Neben Andrei Bely zählt er zu den wichtigsten Vertretern der zweiten Generation der Symbolisten. Geboren wurde er 1880 in Sankt Petersburg, in einer Familie von Gelehrten. Sein Frühwerk war zunächst mystisch geprägt. Von dort gelangte er zu einer Dichtung, die sich immer stärker den sozialen Erschütterungen seines Landes öffnete. Seine Lyrik bewegt sich zwischen jenseitiger Schwärmerei und der harten russischen Wirklichkeit. Mit den 1918 entstandenen Gedichten Zwölf und Skythen reagierte er unmittelbar auf die revolutionären Umbrüche seiner Zeit. Blok starb 1921.


Biografie

Geboren wurde Alexander Blok am 16. November 1880 in Sankt Petersburg (nach dem damals in Russland gültigen Kalender). Sein Vater, Alexander L. Block (1852–1909), war Juraprofessor in Warschau und stammte von deutschen Vorfahren ab. Der Arzt Johann Friedrich Block war 1755 aus Dömitz in Mecklenburg eingewandert und hatte am Petersburger Hof der Zarin Katharina II. gewirkt. Bloks Mutter, Aleksandra Andrejewna Beketova (1860–1923), war die Tochter des Rektors der Petersburger Universität A. Beketov. Ihre Ehe begann, als sie achtzehn Jahre alt war, und währte nur kurz. Nach der Geburt ihres einzigen Sohnes brach sie die Beziehung zu ihrem Mann ab. Erst 1889 wurde die Scheidung amtlich, und sie heiratete den Gardeoffizier Piottuch-Kublicki.

Neun Jahre lebte Alexander mit seiner Mutter allein. Dann zog er mit ihr zum Stiefvater in dessen Wohnung in der Kaserne des Grenadier-Regiments am Stadtrand von Sankt Petersburg, auf einer Insel in der Newa. 1889 kam er ins Wwedenski-Gymnasium. Im Jahr 1897 reiste er mit seiner Mutter ins Ausland. Im deutschen Kurort Bad Nauheim erlebte er seine erste starke jugendliche Verliebtheit in Xenia Sadouskaja. 1898 legte Blok das Abitur ab und schrieb sich, wie er selbst sagte, „reichlich unbedacht" an der Juristischen Fakultät der Petersburger Universität ein. Drei Jahre später wechselte er an die Philologische Fakultät und belegte die slawisch-russische Fachrichtung. Im Frühjahr 1906 schloss er mit dem Staatsexamen ab. Zu seinen Mitstudenten zählten Sergej Gorodetsky und Alexei Remisow.

Schon 1902 veröffentlichte Blok einen ersten Gedichtzyklus in der Zeitschrift Neuer Weg. Seine frühen Werke standen unter dem Einfluss der romantischen Literatur, die ihm seit der Kindheit vertraut war. Dazu kam die Philosophie Solowjows und dessen Begriff der Sophiologie. So schilderte er seine Liebeserlebnisse in dem frühen Werk Verse von der Schönen Dame (1898–1904) auf poetisch-mystische Weise. Doch bereits in seinem zweiten Gedichtband (1904–1908) trat das Mystische zurück. An seine Stelle traten besorgte, patriotisch-sozialkritische Töne.

Eine Italienreise im Frühjahr 1909 verschaffte Blok Abstand von den Ereignissen des Russisch-Japanischen Krieges und den sozialen Problemen seines Landes, die er als Bürgersohn und Student durchaus wahrnahm. 1912 bezog er eine Wohnung an der Ulica Dekabristov 57. Sein zwischen 1909 und 1916 entstandener Gedichtzyklus Schreckliche Welt spiegelt die inneren Konflikte zwischen Jenseitsillusionen, russischer Realität und privaten Problemen wider. 1916 wurde er einberufen. Dank der Einflussnahme von Freunden musste er während des Krieges aber nur Schreibtischarbeit leisten. Im März 1917 kehrte er nach Petersburg zurück. Nach fast zwei Jahren schöpferischen Stillstands entstanden 1918 die Gedichte Zwölf und Skythen.

Blok starb am 7. August 1921 in Petrograd. So hieß die Stadt seit 1914. Erst 1924 erhielt sie den Namen Leningrad, bevor sie schließlich 1991 wieder Sankt Petersburg heißen sollte.


Literarische Merkmale

Bloks Dichtung wird in ihrer frühen Phase von einer poetisch-mystischen Grundhaltung getragen. In den Versen von der Schönen Dame verarbeitete er eigene Liebeserlebnisse im Licht der Philosophie Solowjows und dessen Begriff der Sophiologie. Spürbar ist auch der Einfluss der romantischen Literatur, die ihm seit der Kindheit vertraut war. Mit der Zeit trat das Mystische jedoch in den Hintergrund. An seine Stelle traten besorgte, patriotisch-sozialkritische Töne. Sein Werk bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen Jenseitsillusionen, der russischen Wirklichkeit und privaten Konflikten. Diese Spannung lotet etwa der Gedichtzyklus Schreckliche Welt ausdrücklich aus.


Rezeption

Bis heute ist Bloks Name auf vielfältige Weise gegenwärtig. Der Asteroid (2540) Blok wurde nach ihm benannt. Auch in der Literatur lebt er fort. Die Privatdetektivin Bella Block in den Romanen von Doris Gercke ist als fiktive Enkelin Alexander Bloks angelegt und erinnert sich wiederholt an seine Gedichte. In der Forschung gilt er, gemeinsam mit Andrei Bely, als einer der wichtigsten Vertreter der zweiten Generation der russischen Symbolisten.

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