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Werkseintrag · Der unvergleichliche Jeeves
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Cover Der unvergleichliche Jeeves
Der unvergleichliche Jeeves
1923
– Werkseintrag –

Der unvergleichliche Jeeves

1923 · Roman

Ein tollpatschiger englischer Dandy und sein genialer Kammerdiener – wenn die feine Gesellschaft in Verlegenheit gerät, findet nur Jeeves den Ausweg.

Überblick↑

Mit Der unvergleichliche Jeeves legte P. G. Wodehouse 1923 eine heitere Sammlung von Erzählungen vor, die durch den wiederkehrenden Bingo Little so lose miteinander verbunden sind, dass das Buch auch als Roman verkauft wurde. Im Mittelpunkt stehen jedoch der britische Dandy Bertie Wooster und sein Kammerdiener Jeeves. Nach My Man Jeeves von 1919 ist es die zweite Sammlung um dieses berühmte Gespann. Neben den beiden treten Berties respekteinflößende Tante Agatha sowie der Nervenarzt Roderick Glossop und dessen Tochter Honoria auf. Die britische Erstausgabe erschien am 17. Mai 1923 beim Verlag Herbert Jenkins Ltd. In den Vereinigten Staaten kam das Buch am 28. September 1923 unter dem Titel Jeeves heraus.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Im Zentrum der elf Erzählungen steht die Welt des wohlhabenden Müßiggängers Bertie Wooster, der die kleinen Katastrophen des Alltags stets seinem unerschütterlichen Kammerdiener Jeeves überlässt. Ein großer Teil der Geschichten dreht sich um Berties Freund Bingo Little, der sich in rascher Folge immer wieder neu und heftig verliebt – mal in eine Café-Kellnerin, mal in die Tochter eines Nervenarztes, mal in eine junge Dame mit ausgeprägten politischen Ansichten.

Doch nicht nur Bingos Herzensangelegenheiten sorgen für Verwicklungen. Berties gestrenge Tante Agatha hat feste Vorstellungen davon, wen ihr Neffe zu heiraten habe, und schickt ihn zu diesem Zweck sogar an die französische Küste. Auch Honoria Glossop bringt Bertie in arge Bedrängnis, als sie sich in eine bestimmte Idee über ihn verrennt. In jeder dieser misslichen Lagen ist es Jeeves, der mit stiller Klugheit den Ausweg findet.

Die Handlung im Detail↑

In sieben der ursprünglich elf Kurzgeschichten ist Bingo Little die treibende Figur. Er verliebt sich nacheinander in die Kellnerin eines Cafés, in Roderick Glossops Tochter Honoria, in Daphne Braythwayt, in die politisch engagierte Charlotte Corday Rowbotham, in Lady Cynthia Wickhammersley und in Mary Burgess. Im letzten Kapitel heiratet er schließlich Rosie M. Banks, eine überaus erfolgreiche Verfasserin sentimentaler Frauenromane.

Daneben verstricken auch Berties eigene Angelegenheiten das Personal in Turbulenzen. Bertie wird nach Roville-sur-mer beordert, nachdem Tante Agatha dort eine junge Frau kennengelernt hat, die sie für eine geeignete Ehepartnerin hält. Die junge Frau entpuppt sich jedoch als Trickbetrügerin. Nur das gezielte Eingreifen von Jeeves verhindert, dass sie Tante Agathas wertvolle Perlen stiehlt.

Wenig später ist Honoria Glossop fest überzeugt, Bertie sei in sie verliebt. Wie in ähnlichen Fällen bei anderen Damen ist Bertie außerstande, die junge Frau über ihren Irrtum aufzuklären. Wieder muss Jeeves das Problem lösen. Als Sir Roderick zum Lunch bei Bertie eingeladen ist, entdeckt der gewichtige Nervenarzt in dessen Schlafzimmer dutzende Katzen und einen Fischkopf. Er zieht daraus den Schluss, dass es um Berties geistige Verfassung nicht zum Besten steht. Damit sind Honorias Heiratsabsichten endgültig beendet.

Stil↑

Getragen wird das Buch von seinem heiteren, leichten Ton. Wodehouse reiht die einzelnen Erzählungen zu einer lockeren Folge, die durch die wiederkehrenden Figuren zusammengehalten wird. Für die Erstausgaben wurden die ersten sechs Geschichten und die letzte in je zwei Kapitel zerlegt, so dass ein Buch mit achtzehn Kapiteln entstand – ein Kunstgriff, der die Sammlung wie einen fortlaufenden Roman wirken lässt.

Der Reiz liegt im ewig gleichen und doch immer neuen Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren: der oberflächliche, gutmütige Dandy Bertie, der von einer Verlegenheit in die nächste stolpert, und der unerschütterliche Jeeves, der jede noch so verfahrene Lage mit stiller Überlegenheit auflöst. Die Komik entsteht aus den absurden gesellschaftlichen Verwicklungen der besseren englischen Kreise und aus der Kluft zwischen Berties Selbstüberschätzung und der ruhigen Klugheit seines Dieners.

Rezeption↑

Die Erzählungen waren zuvor in Zeitschriften erschienen, in Großbritannien im Strand Magazine, in einem Fall auch in der amerikanischen Saturday Evening Post. Als Buch fügten sie sich zu einer der bekanntesten Stationen im umfangreichen Werk um Bertie Wooster und Jeeves. Die Figuren fanden weit über ihre Zeit hinaus begeisterte Verehrer. Stephen Fry bekannte sich öffentlich zu Wodehouse als seinem Helden.

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