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Werkseintrag · Das Lied von Bernadette
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Cover Das Lied von Bernadette
Das Lied von Bernadette
1941
– Werkseintrag –

Das Lied von Bernadette

1941 · Roman

Ein armes, kränkliches Mädchen begegnet in einer Grotte bei Lourdes einer geheimnisvollen Dame – und Franz Werfel formt aus dieser wahren Geschichte einen Roman, den er aus Dankbarkeit für die eigene Rettung schrieb.

Überblick

Das Werk Das Lied von Bernadette ist ein Roman von Franz Werfel aus dem Jahr 1941. Er erzählt das Leben der heiligen Bernadette Soubirous, eines armen Mädchens aus Lourdes. Der Roman entstand aus einem persönlichen Gelübde. Werfel war 1940 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten und fand mit seiner Frau Alma für mehrere Wochen Zuflucht in Lourdes. Dort lernte er die Geschichte Bernadettes kennen. Er versprach, ihr Leben in einem Buch zu besingen, falls ihm die Flucht nach Amerika gelänge. In den Vereinigten Staaten schrieb er den Roman dann in nur fünf Monaten nieder. Für Werfel wurde er zum kommerziell erfolgreichsten Werk. Gewidmet ist das Buch Manon Gropius, der früh verstorbenen Tochter Alma Mahler-Werfels.

Inhalt (ohne Spoiler)

Im Mittelpunkt steht Bernadette Soubirous, das älteste Kind einer verarmten Familie in Lourdes. Die Eltern haben ihre Mühle verloren und wohnen mit den Kindern im ehemaligen Gefängnis des Ortes. Bernadette ist ein einfaches, kränkliches Mädchen; ihr Asthma hält sie oft vom Unterricht fern. Eines Tages sucht sie mit ihrer jüngeren Schwester und einer Freundin außerhalb des Ortes Brennholz. An einer verwahrlosten Stelle am Fluss, die Massabielle heißt, bleibt sie allein zurück. Dort erscheint ihr in einer Nische der Grotte unerwartet eine wunderschöne Dame in einem weißen Kleid mit blauem Gürtel. Die Dame bittet sie, an den nächsten Tagen wiederzukommen. Was als stilles Erlebnis eines Kindes beginnt, zieht bald immer weitere Kreise. Werfel schildert, wie Bernadette an ihrer Erscheinung festhält – gleichmütig gegenüber Spott wie Bewunderung – und wie ihre schlichte Beharrlichkeit einen ganzen Ort in Bewegung bringt.

Die Handlung im Detail

Der Roman folgt dem Lebensweg des armen Mädchens Bernadette Soubirous. Ihre Familie hat die eigene Mühle verloren und lebt in bitterer Armut im ehemaligen Gefängnis von Lourdes. Bernadette, das älteste der Kinder, leidet an Asthma und versäumt oft die Schule. Beim Holzsuchen bleibt sie am Fluss Gave de Pau an einer Stelle namens Massabielle zurück, die dem Ort als Abfallplatz dient. Dort erscheint ihr in einer Nische der Grotte eine wunderschöne Dame. Sie trägt ein weißes Kleid mit blauem Gürtel, ist barfuß und hat auf jedem Fuß eine goldene Rose. Am nächsten Tag sieht Bernadette die Dame wieder, die sie bittet, fünfzehn Tage lang zu kommen.

Werfel erzählt die Folge dieser Erscheinungen. Bernadette bleibt dabei gleichmütig gegenüber Lob wie Tadel; allein ihr Wunsch, die Dame wiederzusehen, bleibt übermächtig. Bei einer der Begegnungen trägt die Dame ihr auf, in Massabielle nach einer Quelle zu graben. Tatsächlich tritt Wasser hervor, dem eine wunderbare Wirkung zugeschrieben wird. Von nah und fern strömen daraufhin Menschen herbei.

Als junge Frau tritt Bernadette in das Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers ein. Dort wird die Novizenmeisterin Mère Vauzous – in Lourdes einst ihre Religionslehrerin – immer wieder von Zweifeln geplagt: am übernatürlichen Charakter der Erscheinungen und an der Würdigkeit des einfachen Mädchens. Bernadette stirbt mit 35 Jahren an Knochentuberkulose. Das letzte Kapitel, „Das fünfzigste Ave" – eine Anspielung auf das Rosenkranzgebet –, berichtet von ihrer Heiligsprechung in Rom.

Stil

Mit ruhiger, ausführlicher Erzählweise nähert sich Werfel einem wahren Geschehen der jüngeren Geschichte. Er behandelt die religiöse Überlieferung nicht bloß als fromme Legende, sondern erzählt sie mit den Mitteln des Romans. Das Milieu zeichnet er dabei genau: die Armut der Familie, das ehemalige Gefängnis als notdürftige Wohnung, den Abfallplatz Massabielle. Die Erscheinungen schildert er in ihrer zeitlichen Folge, Schritt für Schritt. Dem stellt er das schlichte, gleichmütige Wesen Bernadettes gegenüber, das sich weder von Bewunderung noch von Zweifel beirren lässt. Schon der Titel gibt den Ton vor: Werfel wollte, wie er im Vorwort bekennt, „das Lied von Bernadette singen". Auch die Kapitel tragen diese feierliche Färbung, etwa das Schlusskapitel „Das fünfzigste Ave", das an das Rosenkranzgebet anklingt.

Rezeption

Zu Franz Werfels erfolgreichsten Büchern zählt dieser Roman: Er wurde sein kommerziell einträglichstes Werk. Der Stoff wirkte über das Buch hinaus. Es entstand eine Verfilmung unter der Regie von Henry King. Auch im Rundfunk fand die Geschichte großen Anklang: Zwischen den späten 1940er und den 1970er Jahren brachten mehrere deutschsprachige Sender den Roman als Hörspiel heraus, darunter der Bayerische Rundfunk, der Südwestfunk und der ORF, teils in zwei Teilen. Seit dem 1. Januar 2016 ist das Werk in der Europäischen Union gemeinfrei.

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