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Werkseintrag · Black Beauty
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Cover Black Beauty
Black Beauty
1877
– Werkseintrag –

Black Beauty

1877 · Roman

Ein schwarzes Pferd erzählt sein eigenes Leben – von der behüteten Jugend bis zur Londoner Droschke – und führt dem Leser vor Augen, was Menschen ihren Arbeitspferden zumuteten.

Überblick↑

Der Roman Black Beauty erschien am 24. November 1877 im Verlag Jarrold und blieb das einzige Buch der britischen Autorin Anna Sewell. Der vollständige Originaltitel lautet Black Beauty: His Grooms and Companions. The Autobiography of a Horse. Sewell gab das Buch als Übersetzung aus der Sprache der Pferde aus: Ein Pferd erzählt sein Leben selbst. Sewell wollte die Leser auf die grausamen Bedingungen aufmerksam machen, unter denen viele Arbeitspferde ihrer Zeit lebten. Das Buch wurde rasch ein Erfolg und trug dazu bei, den Aufsatzzügel in England abzuschaffen. Erst später wurde es vor allem als Jugendbuch gelesen.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Erzählt wird das Leben eines schwarzen Pferdes, und zwar von ihm selbst. Black Beauty wächst behütet als Fohlen auf und kommt als Reit- und Kutschpferd in eine tierliebe, verständnisvolle Familie. Von dort führt sein Weg über mehrere Stationen abwärts. Das Buch begleitet die ersten etwa fünfzehn Lebensjahre des Pferdes.

Noch bei der guten Familie bringt ihn der unerfahrene Stalljunge Joe Green durch falsche Behandlung in Lebensgefahr. Dann wird er an einen Grafen verkauft, dessen Frau die Pferde mit Aufsatzzügeln quält, auch seine Gefährtin, die Fuchsstute Ginger. Ein Betrunkener jagt ihn in hohem Tempo über eine steinige Straße, obwohl ein Hufeisen locker sitzt. Auch was falsche Fütterung, schmutzige Streu und dunkle Stallungen anrichten, bekommt das Pferd zu spüren. Als Droschken- und Mietpferd in London geht es ihm immer schlechter. Ob für ein so heruntergekommenes Tier noch Hoffnung bleibt, erzählt der letzte Teil des Buches.

Die Handlung im Detail↑

Der Roman ist durchweg aus der Sicht des schwarzen Pferdes Black Beauty geschrieben und schildert dessen erste etwa fünfzehn Lebensjahre. Als Fohlen wächst er behütet auf. Später dient er einer tierlieben und verständnisvollen Familie als Reit- und Kutschpferd. Von dieser guten Zeit an führt sein Weg über mehrere Stationen immer weiter abwärts.

Noch bei der guten Familie bringt ihn der unerfahrene Stalljunge Joe Green durch falsche Behandlung in Lebensgefahr. Dann wird er an einen Grafen verkauft, dessen Frau die Pferde mit Aufsatzzügeln quält, auch seine Gefährtin, die Fuchsstute Ginger. Ein Betrunkener treibt ihn in hohem Tempo über eine steinige Straße, obwohl ein Hufeisen locker sitzt; der Sturz ist unvermeidlich. Der Roman schildert auch, welchen Schaden falsche Fütterung und die Haltung auf schmutziger Streu anrichten. Später, im finsteren Stall eines Korn- und Brothändlers in London, büßt er beinahe sein Augenlicht ein. Nach und nach kommt er so herunter, dass kaum noch Hoffnung auf ein gutes Ende bleibt.

Dann soll Black Beauty wieder einmal verkauft werden. Bei dieser Gelegenheit fällt er einem kleinen Jungen auf, der seinen Großvater überreden kann, das Pferd zu erwerben. So kommt Black Beauty in die Hände seines einstigen Stalljungen. Die Erzählung endet mit der beruhigenden Aussicht, dass das Tier nun sein Gnadenbrot bekommt und nie wieder verkauft werden soll.

Stil↑

Besonders ist an diesem Buch vor allem die Erzählweise. Das Pferd selbst führt die Feder: Der Untertitel nennt das Werk die Lebensgeschichte eines Pferdes, und Sewell gab ihren Text als Übersetzung aus der Sprache der Pferde aus. Was Menschen den Tieren antun, erfährt der Leser also nicht von außen beschrieben, sondern aus der Innensicht des Opfers. Diese Haltung hielt Sewell konsequent durch.

Der Aufbau folgt einem einfachen, einprägsamen Muster: Das Pferd wechselt von Besitzer zu Besitzer, und jede Station bringt eine neue Form von Unverstand oder Grausamkeit zur Sprache. Aufsatzzügel, falsche Fütterung, schmutzige Streu, dunkle Stallungen und überforderte Stalljungen werden auf diesem Weg einzeln vorgeführt. So verbindet der Roman Erzählung und Aufklärung: Jede Episode ist Handlung und Lehrstück zugleich.

Rezeption↑

Zum Verständnis des Buches gehört die Lebensgeschichte seiner Verfasserin. Mit 14 Jahren hatte Anna Sewell einen Unfall. Seither war sie stark gehbehindert und für ihre Beweglichkeit auf Pferde angewiesen. Daraus erwuchs ihre enge Beziehung zu diesen Tieren, und der damals weit verbreitete Missbrauch der hart arbeitenden Pferde entsetzte sie. Sie kritisierte in ihrem Buch nicht nur Fehler in der Tierhaltung und die Ausnutzung der Kutschpferde, sondern hatte auch die ungünstigen Lebensumstände vieler Menschen ihrer Zeit im Blick. Das Buch wurde rasch ein Erfolg und trug dazu bei, den Aufsatzzügel in England abzuschaffen. Erst später wurde es vor allem als Jugendbuch gelesen.

Das Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! führt das Buch für die Altersstufe von 8 bis 12 Jahren. Deutsche Ausgaben liegen weiter vor, darunter eine Übersetzung von Felix Mayer, die 2011 bei Anaconda in Köln erschien. 2007 kam eine Hörbuchfassung heraus, gelesen von Barbara Stoll. Celia Brayfield widmete dem Buch 2023 die Darstellung Writing Black Beauty: Anna Sewell and the story of animal rights.

Besonders breit ist die Wirkung im Film. 1921 entstanden gleich zwei Stummfilme, einer unter der Regie von David Smith. Der erste Tonfilm folgte 1933 von Phil Rosen. 1946 drehte Max Nosseck eine Fassung. Die Musik schrieb Dimitri Tiomkin. 1971 kam die Kinoversion von James Hill mit Uschi Glas und Walter Slezak heraus. 1972 folgte eine englische Fernsehserie, gedreht unter anderem auf der Stockers Farm im Londoner Vorort Rickmansworth. 1978 entstand ein US-amerikanischer Fernseh-Fünfteiler. 1990 setzte die in Neuseeland gedrehte Serie Neue Abenteuer mit Black Beauty die Reihe von 1972 fort. 1994 drehte Caroline Thompson eine weitere Verfilmung. 2020 kam eine neue Fassung heraus.

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