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Werkseintrag · Sonette für Hélène
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Sonette für Hélène
1578
– Werkseintrag –

Sonette für Hélène

1578 · Lyrik

Im Auftrag einer Königin umwirbt ein alternder Dichter eine junge Hofdame in Versen und preist ihre Schönheit – während sie seiner Liebe kühl und unbewegt begegnet.

Überblick

Mit dem Gedichtband Sonnets pour Hélène (Sonette für Hélène) legte Pierre de Ronsard 1578 ein Alterswerk vor. Es erschien innerhalb einer neuen Ausgabe seiner Amours. Der Band geht auf einen Auftrag der Königin Katharina von Medici zurück. Diese wünschte sich Trostverse für ihre junge Hofdame Hélène de Fonsèque, die ihren Geliebten im Krieg verloren hatte. Ronsard pries darin die Schönheit der jungen Frau und stellte sie neben die schöne Helena aus dem Trojanischen Krieg. Die Sammlung umfasst hundertelf Sonette und vier weitere Gedichte. Eines davon, oft nach seinem ersten Vers „Quand vous serez bien vieille…" genannt, wurde besonders berühmt.

Inhalt (ohne Spoiler)

Der Gedichtband kreist um eine einzige Frau: die junge Hofdame Hélène. Ronsard lobt in Sonett um Sonett ihre Schönheit. Immer wieder stellt er sie neben die schöne Helena von Troja, die bekannte Gestalt der antiken Sage. Zwischen dem Dichter und der Umworbenen liegt ein großer Altersunterschied – bei ihrer Begegnung ist Ronsard nahezu fünfundvierzig Jahre alt. Seine Verse feiern eine platonische Liebe, die von der Angebeteten kühl und unbewegt bleibt. In Ton und Bildern schließt Ronsard an das Vorbild des italienischen Dichters Petrarca an. Zu den bekanntesten Stücken zählen die Sonette, die mit „Quand vous serez bien vieille…" und „Te regardant assise…" beginnen.

Die Handlung im Detail

Am Anfang steht eine Auftragsarbeit. Königin Katharina von Medici wollte ihre Hofdame Hélène de Fonsèque über den Verlust ihres im Krieg gefallenen Geliebten hinwegtrösten. Sie ermunterte Ronsard, der jungen Frau in Versen den Hof zu machen. So entstand eine Sammlung von Sonetten in der Form des Madrigals, in denen der Dichter Hélènes Schönheit rühmt und sie mit der schönen Helena vergleicht. Der Dichter selbst ist zu dieser Zeit an die fünfundvierzig Jahre alt; die Umworbene ist deutlich jünger. Ronsard greift dabei auf das Vorbild Petrarcas zurück und verbindet es mit der mythologischen Gestalt der Helena von Troja.

Der Band enthält hundertelf Sonette sowie vier weitere Gedichte. Ein einziges davon überstrahlt alle anderen und wird bisweilen für das eine „Sonnet pour Hélène" gehalten. Es ist das dreiundvierzigste Sonett des zweiten Buches. Man nennt es meist nach seinem Anfangsvers: „Quand vous serez bien vieille, au soir, à la chandelle" – auf Deutsch etwa „Wenn Ihr einst recht alt sein werdet, am Abend, beim Kerzenschein". Das Gedicht entwirft ein Bild der Zukunft: die einst Umworbene als alte Frau, die sich am Abend beim Schein der Kerze erinnert.

Im zehnten Vers dieses Sonetts steht der Ausdruck „ombres myrteux", die myrtenschattigen Gefilde. Die Myrte ist eines der Sinnbilder der Liebesgöttin Venus und damit der Schönheit; Ronsard bevorzugte sie als Zeichen der Liebe gegenüber dem Lorbeer. Das Wort „Schatten" meint in der antiken Vorstellung weder Körper noch Seele, sondern einen Zwischenzustand, eine Hülle beim Abstieg in die Unterwelt. Der Ausdruck deutet damit auf einen Ort, an dem sich die Liebenden nach ihrem Tod wiederfinden können. Dahinter steht das sechste Buch von Vergils Äneis: Dort steigt Äneas in die Unterwelt hinab und sieht die Schatten jener, die aus Liebe gestorben sind, in einem Myrtenhain.

Stil

Formal wählt Ronsard das Sonett, teils in der Art des Madrigals. Als Vorbild dient ihm der italienische Dichter Petrarca: von ihm übernimmt Ronsard die Grundfigur der Verse – das Lob einer schönen, doch unerreichbaren Geliebten, die den Werbenden kühl von sich weist. Über die ganze Sammlung zieht sich der Vergleich der Angebeteten mit der schönen Helena von Troja. Ronsard verwebt seine Liebesklage mit gelehrten Anspielungen auf die antike Mythologie. Sinnbilder wie die Myrte der Venus und Bilder aus der Unterwelt geben den Gedichten eine zweite, tiefere Ebene. Dabei greift der Dichter auch auf lateinische Vorbilder zurück, etwa auf Vergil.

Rezeption

Unter den mehr als hundert Sonetten des Bandes ragt eines weit heraus. Das Sonett „Quand vous serez bien vieille…" wurde so berühmt, dass es die übrigen in den Schatten stellte. Bisweilen gilt es sogar als das eine „Sonnet pour Hélène". Die Sammlung selbst erschien 1578 im Rahmen einer neuen Ausgabe der Amours. Sie zählt zu den Alterswerken Ronsards und feiert eine platonische, unerwiderte Liebe.

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