1891
Freedom on the Wallaby
Überblick↑
Das Lied Freedom on the Wallaby schrieb Henry Lawson 1891 für den Streik der Schafscherer in Queensland. Der Text erschien am 16. Mai 1891 in der Arbeiterzeitung Worker in Brisbane; veröffentlicht wurde er dort von William Lane. Herausgeberin der Zeitung war die Australian Labour Federation. In Australien ist das Lied bis heute bekannt. Es markiert das Ende einer langen Aufbauzeit: Fast fünf Jahrzehnte Wohlstand mit Goldrausch, wachsendem Farmland und einträglicher Schafzucht gingen in die erste große Wirtschaftskrise des Landes über.
Inhalt (ohne Spoiler)↑
Im Zentrum des Liedes steht der Arbeitskampf der Schafscherer von Queensland im Jahr 1891. Lawson greift die Sache der Streikenden auf und stellt sie in einen größeren Zusammenhang: Es geht um Freiheit und darum, wer sie in Australien besitzt. Der Text ruft die Rebellenflagge auf, also die Eureka-Flagge, die 1854 bei der Eureka Stockade erstmals gezeigt worden war. Dieselbe Flagge wehte über dem Streiklager und bei der Maidemonstration in Barcaldine am 1. Mai 1891. Damit knüpft das Lied die Gegenwart der Scherer an ältere Bilder des Aufbegehrens. Was daraus folgte, hatte für den Dichter selbst Folgen, die weit über die Zeilen hinausreichten.
Die Handlung im Detail↑
Der Anlass des Liedes war der Schafscherer-Streik in Queensland im Jahr 1891. Lawson verfasste den Text für diesen Arbeitskampf. William Lane druckte ihn am 16. Mai 1891 im Worker in Brisbane, der Zeitung der Australian Labour Federation.
Zentrales Bild des Textes ist die Rebellenflagge. Gemeint ist damit die Eureka-Flagge, die 1854 bei der Eureka Stockade zum ersten Mal gezeigt wurde. Sie wehte über dem Streiklager der Scherer und auch bei der ersten Maidemonstration Australiens, die am 1. Mai 1891 in Barcaldine stattfand.
Das Lied blieb nicht ohne Widerspruch. Frederick Brentnall, Mitglied des Queensland Legislative Council, verlas am 15. Juli 1891 die letzten beiden Strophen des Gedichts. Anlass war die Parlamentsdebatte über den sogenannten Vote of Thanks, bei der es um den Einsatz bewaffneter Polizei gegen das Streiklager in Barcaldine ging. Während dieser Abstimmung wurden in der Kammer Rufe laut, Lawson wegen Aufwiegelung zu verhaften. Der Dichter antwortete später mit einem bitteren Gegentext unter dem Titel The Vote of Thanks Debate.
Das Streikjahr 1891 bezeichnet einen Einschnitt in der Geschichte des Landes. Die vorangegangenen knapp fünfzig Jahre hatten Australien Wohlstand gebracht: den ersten Goldrausch, eine scheinbar grenzenlose Ausweitung des Farmlands und eine gewinnbringende Schafzucht. Mit der ersten Wirtschaftskrise des Landes endete diese Epoche.
Stil↑
Als Kampflied ist der Text auf unmittelbare Wirkung angelegt. Lawson arbeitet mit Reim und eingängiger Strophenform. Seine Bildsprache greift auf ein Zeichen zurück, das jeder Zuhörer kannte: die Rebellenflagge. Schon der Titel verbindet den Begriff der Freiheit mit dem Bild des Wallabys. Dass der politische Gegner den Text mit eigenen Strophen fortschreiben konnte, zeigt, wie offen und anschlussfähig die gewählte Form war.
Rezeption↑
Bekannt wurde das Lied in Australien als Stimme des Arbeitskampfes von 1891. Die schärfste unmittelbare Reaktion kam aus dem Parlament von Queensland: Während der Debatte über den Polizeieinsatz in Barcaldine forderten Zwischenrufer die Verhaftung Lawsons wegen Aufwiegelung. Frederick Brentnall hatte die letzten beiden Strophen des Textes im Parlament verlesen, worauf Lawson mit einer bitteren Erwiderung antwortete. Damit wurde aus einem Streiklied ein öffentlich ausgetragener Schlagabtausch. Bis heute gilt das Lied als Zeugnis jenes Jahres, in dem die lange Aufbauzeit Australiens in die erste Wirtschaftskrise überging.
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