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Dictionary of the English Language
1755
– Werkseintrag –

Dictionary of the English Language

1755 · Sachbuch

Neun Jahre arbeitete Samuel Johnson an seinem Wörterbuch der englischen Sprache, das 1755 erschien und bis zum Oxford English Dictionary Ende des 19. Jahrhunderts das maßgebliche Nachschlagewerk blieb. Zu den 42.773 Wörtern lieferte er nicht nur Definitionen, sondern hier und da auch persönliche Urteile und Witz.

Überblick↑

Das Dictionary of the English Language ist ein Wörterbuch der englischen Sprache, das Samuel Johnson verfasste. Es erschien 1755 und zählt zu den einflussreichsten Nachschlagewerken in der Geschichte des Englischen. Bis zum Erscheinen des Oxford English Dictionary Ende des 19. Jahrhunderts blieb es das maßgebliche Wörterbuch der englischen Sprache.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Ein verlässliches Nachschlagewerk zur Rechtschreibung und Aussprache des Englischen fehlte im 18. Jahrhundert, und genau diese Lücke wollte Johnson schließen. Sein Werk versammelt die aus seiner Sicht wichtigsten Begriffe der englischen Sprache seiner Zeit. Zu jedem Stichwort gibt es Angaben zur Schreibweise, zur Aussprache und zur Bedeutung.

Das Besondere liegt in der Art, wie Johnson die Wörter erklärt. Er begnügt sich nicht mit nüchternen Definitionen, sondern belegt den Gebrauch mit zahlreichen Zitaten aus der Literatur. Zugleich schmuggelt er hier und da persönliche Meinungen und humoristische Spitzen in die Erklärungen. Wer das Werk aufschlägt, findet also mehr als eine trockene Wortliste: einen lebendigen Blick auf das Englisch des 18. Jahrhunderts.

Die Handlung im Detail↑

Die Frühneuenglische Vokalverschiebung im 15. und 16. Jahrhundert hatte die Aussprache des Englischen tiefgreifend verändert und eine sehr uneinheitliche Rechtschreibung hinterlassen. Aus dem Wunsch nach einem verlässlichen Leitfaden zu Schreibung und Aussprache entstand Johnsons Vorhaben. Im Juni 1746 schloss er mit einer Gruppe Londoner Buchhändler einen Vertrag und verpflichtete sich, für 1575 Pfund ein solches Wörterbuch zu verfassen. Ursprünglich rechnete er mit drei Jahren Arbeit. Am Ende wurden es neun Jahre. Am 15. April 1755 erschien das Werk.

Johnson wollte keine vollständige Bestandsaufnahme des gesamten Wortschatzes liefern, sondern einen Überblick über die aus seiner Sicht wichtigsten Begriffe geben. Dennoch verzeichnet das Werk 42.773 Wörter. Als erster englischer Lexikograph nahm er rund 114.000 literarische Zitate als Belege auf. Vor allem stützte er sich dabei auf William Shakespeare, John Milton und John Dryden.

Anders als die moderne Wörterbucharbeit, die eine möglichst wertfreie Beschreibung anstrebt, ließ Johnson oft persönliche Urteile und Witz einfließen. Bekannt ist seine Erklärung von oat (Hafer): „a grain which in England is generally given to horses, but in Scotland supports the people“ – ein Getreide, das in England an Pferde verfüttert wird, in Schottland aber die Bevölkerung ernährt. Auch sich selbst nahm er auf die Schippe. Den lexicographer, den Wörterbuchverfasser, beschrieb er als „a writer of dictionaries, a harmless drudge ...“ – ein harmloses Arbeitstier.

Seine Angaben zur Wortherkunft sind aus heutiger Sicht unzureichend, die Hinweise zur Aussprache eher grob. Bei cough etwa notierte er: „A convulsion of the lungs, vellicated by some sharp serosity. It is pronounced coff.“ Als Kind seiner Zeit vertrat Johnson einen vorschreibenden Standpunkt: Ihm lag daran, einen „guten“, standesgemäßen Wortschatz zu fördern, nicht ihn nur neutral zu sammeln. Auch sonst blieb er sprachlich konservativ. So finden sich noch altertümliche Schreibweisen wie „olde“ statt des moderneren „old“, das rund siebzig Jahre später im Wörterbuch von Noah Webster erscheint.

Trotz dieser Eigenheiten leistete Johnson viel. Er gab einen Leitfaden an die Hand, mit dem sich Standesgrenzen wenigstens sprachlich überwinden ließen. Sprachgeschichtlich bemerkenswert ist zudem, dass er die Stichwörter erstmals in Kategorien wie „Slang“ oder „colloquial“ einordnete. Das erlaubt bis heute einen Blick auf das Englisch des 18. Jahrhunderts, den man sonst kaum gewinnen könnte. Das Werk war das mit Abstand beste und bedeutendste englischsprachige Wörterbuch seiner Zeit und blieb bis zum Oxford English Dictionary Ende des 19. Jahrhunderts richtungsweisend.

Stil↑

Prägend für Johnsons Wörterbuch ist die Verbindung von gelehrter Arbeit und persönlicher Stimme. Statt nur nüchterner Definitionen bietet es zu vielen Stichwörtern literarische Belegzitate, vor allem aus Shakespeare, Milton und Dryden. Damit rückt der tatsächliche Sprachgebrauch in den Vordergrund.

Immer wieder blitzt Johnsons Witz durch. Er greift zu pointierten, manchmal spöttischen Formulierungen, wie bei seinen Erklärungen zu „oat“ oder „lexicographer“, und schont dabei auch sich selbst nicht. Diese humoristischen Spitzen und knappen Aphorismen geben dem Werk einen unverwechselbaren, sehr persönlichen Ton. Zugleich verrät es einen vorschreibenden, sprachlich konservativen Grundzug: Johnson wollte einen „guten“ Wortschatz fördern und hielt an älteren Schreibweisen fest.

Rezeption↑

Als Meilenstein in der Geschichte der Wörterbucharbeit galt Johnsons Werk lange als richtungsweisend. Es war eines der bedeutendsten englischsprachigen Wörterbücher seiner Zeit und behielt diesen Rang, bis das Oxford English Dictionary Ende des 19. Jahrhunderts erschien.

Aus heutiger Sicht lassen sich Schwächen benennen: die knappen Angaben zur Wortherkunft, die groben Hinweise zur Aussprache und der vorschreibende Zugriff, der einem standesgemäßen Wortschatz den Vorzug gab. Doch bleibt Johnsons Leistung anerkannt. Er schuf ein verlässliches Nachschlagewerk und ordnete die Wörter erstmals nach Sprachebenen wie „Slang“ oder „colloquial“. So wirkt das Werk bis heute als Fenster in das Englisch des 18. Jahrhunderts nach.

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