1936
El rayo que no cesa
Überblick↑
Der Gedichtband El rayo que no cesa von Miguel Hernández erschien 1936 in Madrid. Es handelt sich um eine Sammlung von Liebesgedichten, die überwiegend aus Sonetten besteht. Viele der Verse gelten als der Malerin Maruja Mallo gewidmet, mit der der Dichter eine Liebesbeziehung verband. Der Band zählt zu den reifsten und geschlossensten Werken von Hernández.
Inhalt (ohne Spoiler)↑
Im Mittelpunkt der Sammlung steht die Liebe, und zwar eine Liebe, die vor allem als Leiden erfahren wird. Die Geliebte erscheint als ideale, unerreichbare Gestalt und zugleich als Ursache von Schmerz und Enttäuschung. Der Dichter richtet einen großen Teil der Gedichte unmittelbar an sie.
Insgesamt umfasst der Band dreißig Gedichte. Die weitaus meisten davon sind Sonette, dazwischen stehen einige Gedichte in anderen Formen. Die Grundstimmung ist die einer glühenden, aber unerfüllten Leidenschaft, in der sich Sehnsucht, sinnliche Begierde, Ernüchterung und Trauer mischen. Neben der Liebe klingen vereinzelt auch andere Themen an.
Die Handlung im Detail↑
Anders als der frühere Band Perito en lunas ist dieses Werk ganz von der Erfahrung einer schutzlosen, unglücklichen Liebe geprägt. In den Liebessonetten spiegelt sich die Beziehung, die Miguel Hernández mit der Malerin Maruja Mallo erlebte und die ihm sowohl die Leidenschaft und das erotische Glück als auch die Enttäuschung und die Ernüchterung offenbarte. Die Geliebte wird idealisiert und zugleich als Quelle des Leidens dargestellt, an die sich der Dichter unmittelbar wendet.
Der Band besteht aus dreißig Gedichten: siebenundzwanzig elfsilbigen Sonetten, einem Gedicht in Redondillas mit gekreuzten Reimen (das erste Gedicht), einer Art Silva (das fünfzehnte Gedicht) und einer Elegie in verketteten Terzinen (das neunundzwanzigste Gedicht).
Neben den Liebesgedichten enthält das Werk auch einige Stücke anderer Thematik. Herausragend ist die Elegía a Ramón Sijé, die Totenklage auf den verstorbenen Freund des Dichters. Vermutlich wurde sie erst im letzten Augenblick in den Band aufgenommen, als Folge des plötzlichen Todes dieses Freundes.
Stil↑
Deutlich schlichter im Ausdruck als das noch stark von Góngora beeinflusste Perito en lunas knüpft der Band an die Tradition der mittelalterlichen Liederbücher an, besonders an Petrarcas Liedersammlung: Die Geliebte wird verklärt und als Ursache des Leidens gezeichnet.
Trotz der einfacheren Sprache sind die Gedichte reich an rhetorischen Mitteln wie Antithese, Wiederholung, Anapher und Alliteration. Miguel Hernández experimentiert vor allem mit der Form des Sonetts. So wiederholt er etwa ganze Verse am Ende einer Strophe und am Beginn der folgenden, oder er stellt in einem Sonett dieselben Wörter an Anfang und Ende jedes Verses. In anderen Sonetten kehrt am Beginn jeder Strophe dasselbe Wort wieder, so in dem Gedicht, das mit dem Bild des Stieres arbeitet.
Zugleich sind noch Nachwirkungen der früheren, gelehrt-verschnörkelten Manier zu erkennen, nicht nur in Umstellungen der Wortfolge und sprachlichen Verrenkungen, sondern auch in der Wahl mancher scheinbar unbedeutender Motive – etwa einer Zitrone oder des Fußes der Geliebten.
Rezeption↑
Als reifstes und geschlossenstes Werk aus dem frühen Schaffen von Miguel Hernández hat dieser Band einen festen Platz in seinem Gesamtwerk. Besonders die Totenklage auf den verstorbenen Freund wurde immer wieder hervorgehoben. Das Werk wurde in mehreren Studien untersucht, die seiner Bildsprache und seinem Aufbau nachgehen.
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