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Elegien
– Werkseintrag –

Elegien

· Lyrik

Der römische Dichter Properz besingt in vier Büchern Elegien aus dem 1. Jahrhundert vor Christus eine leidenschaftliche, kaum erfüllbare Liebe zu einer Frau namens Cynthia – ausgeschmückt mit einer Fülle von Gestalten aus der Sagenwelt.

Überblick

Bei den Elegien handelt es sich um eine Sammlung von Gedichten des römischen Dichters Sextus Properz, entstanden in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts vor Christus. Der lateinische Titel lautet Elegiarum libri IV, also „vier Bücher Elegien“. Im Mittelpunkt steht die Liebe des Dichters zu einer Frau, die er Cynthia nennt. Properz knüpft dabei an die gelehrte Dichtung der alexandrinischen Tradition an.

Inhalt (ohne Spoiler)

Vier Bücher versammeln die Gedichte des Properz, und über weite Strecken kreisen sie um eine einzige Frau: Cynthia. Das erste Buch, auch „Monobiblos“ (also „einzelnes Buch“) genannt, erschien um 28 vor Christus und trägt in den Handschriften den Titel Cynthia. In zweiundzwanzig Elegien besingt der Dichter seine Liebe zu ihr, eine Liebe, die als kaum erfüllbar erscheint. Die Leidenschaft bricht heftig und unmittelbar hervor, und der Dichter schmückt sie mit einer Fülle von Gestalten aus der Sagenwelt.

Das zweite Buch setzt dieses Thema in vierunddreißig Gedichten fort. Nun wird die Liebe quälender und verwickelter, und der Dichter beobachtet und zergliedert die eigenen Gefühle.

Im weiteren Verlauf treten neue Töne hinzu. Neben die Liebesgedichte stellt Properz Aussagen über sein Dichten sowie Verse mit politischem und öffentlichem Gehalt. Wie sich das Verhältnis zu Cynthia am Ende entwickelt und welche neuen Stoffe der Dichter danach aufgreift, entfaltet sich über die letzten beiden Bücher.

Die Handlung im Detail

Vier Bücher bilden die Sammlung, und ihr innerer Weg führt von der überwältigenden Leidenschaft hin zu ganz anderen Stoffen. Das erste Buch, der sogenannte Monobiblos, ist die früheste Sammlung und wurde um 28 vor Christus veröffentlicht. Es ist der geliebten Frau gewidmet, die der Dichter nach dem Vorbild der alexandrinischen Dichter Cynthia nennt. In den Handschriften trägt es deshalb auch den Titel Cynthia. Seine zweiundzwanzig Elegien besingen vor allem eine Liebe, die sich nicht erfüllen lässt, und sie greifen dazu auf ein reiches Aufgebot von Sagengestalten zurück. Die Leidenschaft für Cynthia äußert sich hier auf explosive und heftige Weise.

Auch im zweiten Buch, das aus vierunddreißig Gedichten besteht, überwiegt die Liebe zu Cynthia bei Weitem alle anderen Themen. Doch die Leidenschaft wird nun gequälter und verwickelter. Der Dichter durchleuchtet seinen eigenen Seelenzustand und zieht dabei auch gelehrtes Wissen heran.

Das dritte Buch umfasst fünfundzwanzig Gedichte. Hier treten neben die Liebesgedichte Aussagen über das eigene Dichten sowie Verse mit politischem und staatsbürgerlichem Gehalt. Am Ende dieses Buches vollzieht sich zudem die befreiende Loslösung aus der Knechtschaft der Liebe gegenüber Cynthia.

Das vierte Buch ist mit elf Gedichten das schmalste. In ihm gewinnen die staatlichen Themen und die Werbung für die Politik des Kaisers Augustus die Oberhand, besonders in den sogenannten Römischen Elegien. Properz will sich hier am wichtigsten Vorbild der alexandrinischen Dichtung ausrichten, an Kallimachos. Er greift dabei vor allem dessen Werk Aitia auf, in dem die Ursprünge von Sagen und religiösen Bräuchen erklärt wurden. Dasselbe nimmt sich Properz vor und bezeichnet sich in seinem vierten Buch selbst als „römischen Kallimachos“.

Stil

Geprägt sind die Elegien von der gelehrten Kunst der alexandrinischen Dichtung, an der sich Properz ausrichtet. Immer wieder ruft er Gestalten aus der Sagenwelt auf, um mit ihrer Hilfe von seiner Liebe zu sprechen. So wird ein persönliches Gefühl in das große Bildervorrat der Mythologie eingebettet.

Der Ausdruck wechselt im Lauf der Bücher. Im ersten Buch bricht die Leidenschaft unmittelbar und heftig hervor. Später gewinnt die Darstellung an Vielschichtigkeit: Der Dichter zergliedert seine eigenen Gefühle und verwebt sie mit gelehrtem Stoff. Im vierten Buch schließlich wendet er sich der erklärenden Dichtung nach dem Vorbild des Kallimachos zu und stellt die Ursprünge von Sagen und Bräuchen dar.

Rezeption

Schon in der Antike fanden die Elegien und ihre Hauptgestalt Beachtung. Der lateinische Schriftsteller Apuleius setzte Cynthia mit einer Frau namens Hostia gleich. Diese Deutung wird durch mehrere Beobachtungen gestützt, etwa durch die Übereinstimmung in der Silbenzahl zwischen dem erdachten Namen Cynthia und dem angenommenen wirklichen Namen. Zudem erinnert der Name Cynthia an Apollon, der auf dem Berg Kynthos auf der Insel Delos geboren sein soll.

Properz selbst deutet an, dass in der Familie der Frau ein Dichter als Vorfahre gelebt habe. Dieser wird mit Hostius in Verbindung gebracht, dem Verfasser eines geschichtlichen Epos über den Krieg in Istrien. Wie genau die Frau hinter dem Namen zu fassen ist, bleibt schwierig zu bestimmen, denn ihr Bild ist ganz aus den Worten des Mannes geformt, der sie liebte.

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