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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Werkseintrag · When Rain Clouds Gather
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When Rain Clouds Gather
1968
– Werkseintrag –

When Rain Clouds Gather

1968 · Roman

Ein Flüchtling aus dem Apartheidstaat und ein englischer Landwirt wollen in einem botswanischen Dorf ein besseres Gemeinwesen aufbauen – doch der Häuptling stellt sich quer.

Überblick↑

Der Roman When Rain Clouds Gather ist das erste Buch der südafrikanisch-botswanischen Autorin Bessie Head. Er erschien 1968 in London bei Victor Gollancz. Head hatte Südafrika 1964 verlassen und schrieb das Buch im Exil in Botswana, wo sie es 1967 abschloss. Weitere Ausgaben folgten 1972 bei William Heinemann sowie in den USA bei Simon & Schuster. Erzählt wird von einem Flüchtling aus dem Apartheidstaat, der in einem botswanischen Dorf eine neue Existenz aufbauen will.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Im Mittelpunkt steht Makhaya, der dem Apartheidsystem Südafrikas entkommt und die Grenze nach Botswana überquert. In dem Dorf Golema Mmidi trifft er auf Gilbert, einen Engländer, der die dörfliche Landwirtschaft auf neue Beine stellen möchte. Die beiden Männer schließen sich zusammen. Gemeinsam wollen sie in dem Dorf etwas aufbauen, das einem besseren Gemeinwesen nahekommt. Doch der Dorfhäuptling stellt sich ihren Plänen entgegen. Aus diesem Gegensatz entwickelt sich die Spannung des Buches: Wie weit lässt sich eine Gemeinschaft verändern, wenn die alte Ordnung nicht weichen will?

Die Handlung im Detail↑

Makhaya flieht aus dem Südafrika der Apartheid und gelangt nach Botswana. Sein Weg führt ihn in das Dorf Golema Mmidi. Dort begegnet er Gilbert, einem Engländer, der sich vorgenommen hat, den Ackerbau des Ortes zu modernisieren.

Die beiden verbünden sich. Was sie anstreben, hat Züge einer erträumten idealen Gemeinschaft: ein Dorf, in dem die Menschen unabhängiger und besser leben als zuvor. Gegen dieses Vorhaben stellt sich der Häuptling des Dorfes, der seine Stellung bedroht sieht. Der Konflikt zwischen den beiden Neuerern und der überkommenen Macht im Dorf bestimmt den weiteren Verlauf des Romans.

Getragen wird die Geschichte von Figuren, die auf die eine oder andere Weise am Rand stehen und sich gegen bestehende Machtverhältnisse stellen. Ihr Bündnis rückt an die Stelle jenes Streits um Land und Herrschaft, der sonst solche Erzählungen bestimmt. Die Liebe erscheint dabei als eine Kraft, die auch scheinbar unüberwindliche Hindernisse überwinden kann.

Stil↑

Der Roman verbindet zwei Grundstimmungen miteinander: Hoffnung und Verzweiflung stehen nebeneinander und bestimmen den Ton des Buches. Die Liebe wird als eine geradezu magische Kraft geschildert, die selbst unüberwindlich scheinende Schwierigkeiten bezwingt. In den späteren Werken der Autorin fehlt dieser Zug; in A Question of Power von 1973 taucht er nicht mehr auf.

Auffällig ist die Zeichnung der männlichen Figuren. Helen Oyeyemi beschrieb sie als außerordentlich feinfühlig und bescheinigte ihnen eine „feminine sensitivity“, eine weibliche Empfindsamkeit, die sie über jene Rolle hinaushebe, auf die afrikanische Männer nach Heads Klage in ihren Gemeinschaften herkömmlich reduziert würden.

Rezeption↑

Die Forschung hat das Buch vor allem wegen seiner Figurenkonstellation und seiner Naturthematik gewürdigt. David P. Bargueño hob die Doppelheit von Hoffnung und Verzweiflung hervor und beschrieb die Darstellung der Liebe als einer Macht, die unüberwindliche Hindernisse besiegen kann.

Gerd Bayer urteilte 2019 in der Zeitschrift Open Cultural Studies, der Roman habe manches vom Umweltdenken des frühen 21. Jahrhunderts im postkolonialen Raum vorweggenommen. An die Stelle des ideologischen und kulturellen Streits um Territorium trete hier das Bündnis verschiedener Randfiguren, die auf ihre je eigene Weise gegen die herrschenden Machtstrukturen verstoßen.

Das Werk wird bis heute gelesen und zitiert. Im Jahr 2022 nahm man es in den Big Jubilee Read auf, eine Liste von siebzig Büchern aus dem Commonwealth, die zum Platinjubiläum von Königin Elisabeth II. zusammengestellt wurde. Auch das von Portia Malatjie und Nontobeko Ntombela kuratierte Projekt zu schwarzen südafrikanischen Künstlerinnen der Jahre 1940 bis 2000 beruft sich im Titel auf den Roman.

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