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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Werkseintrag · Diwan
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Diwan
– Werkseintrag –

Diwan

· Lyrik

Eine Sammlung persischer Gedichte, in rund tausendsiebenhundert Handschriften überliefert und im persischen Sprachraum bis heute Teil des Alltags.

Überblick

Der Gedichtband Diwan versammelt die Verse des persischen Dichters Hafis aus Schiras. Die meisten Gedichte sind auf Persisch geschrieben, einige in einer Mischung aus Persisch und Arabisch, andere ganz auf Arabisch. Den überwiegenden Teil bilden Ghaselen; daneben finden sich Formen wie die Kaside, das Masnawi und das Rubai. Gemessen an der Zahl seiner Leser im persischen Sprachraum übertrifft das Werk die meisten anderen Dichtungen dieser Literatur.

Inhalt (ohne Spoiler)

Den Kern der Sammlung bilden die Ghaselen. Daneben stehen längere und kürzere Gedichtformen wie die Kaside, das Masnawi und das Rubai. Wie viele Gedichte tatsächlich von Hafis stammen, ist bis heute nicht ganz sicher. Als echt gelten weniger als fünfhundert Ghaselen, und die einzelnen Ausgaben weichen voneinander ab: Die Ausgabe von Qazwini und Ghani enthält 495 Ghaselen, die zweite Ausgabe von Natel-Chanlari 486 und die Ausgabe von Saje 484. Dass viele Gedichte verloren gegangen wären, gilt als unwahrscheinlich, denn Hafis war schon zu Lebzeiten berühmt.

Die Handlung im Detail

Nach dem Tod des Dichters wurde der Diwan vermutlich erstmals von Mohammad Golandam zusammengestellt. Einzelne, allerdings unbestätigte Berichte behaupten, Hafis habe seine Sammlung schon 1368 selbst herausgegeben, also mehr als zwanzig Jahre vor seinem Tod; eine solche Fassung ist jedoch nicht erhalten.

Bekannt sind heute mehrere Handschriften in Iran, Europa und anderswo, die aus dem zweiten und dritten Viertel des 15. Jahrhunderts stammen, also aus der Zeit dreißig bis sechzig Jahre nach dem Tod des Dichters. Die als maßgeblich geltenden Handschriften enthalten weniger als fünfhundert Ghaselen. Spätere Fassungen kommen auf sechshundert und mehr. Im Jahr 1958 veröffentlichte Parvis Natel-Chanlari eine Handschrift aus der Zeit um 813 nach der Hidschra, die 152 Ghaselen in einer als besonders gut geltenden Textgestalt bewahrt. Ausgaben von Handschriften mit Erläuterungen auf Persisch, Türkisch oder Urdu erschienen über die folgenden vier Jahrhunderte hinweg.

Auch in andere Sprachen fand das Werk früh seinen Weg. Übersetzungen des Diwans oder einzelner Teile entstanden ins Urdu, Pandschabi, Sindhi, Arabische und Englische. In viele europäische Sprachen wurde die Dichtung ebenfalls übertragen, darunter ins Deutsche, Französische, Russische und Italienische, und einige Verse wurden vertont.

Stil

Die formale Vielfalt des Werks fällt sofort auf. Hafis verwendet 23 Rhythmen und zehn Versmaße der klassischen Prosodie. Die bevorzugte Form ist die Ghasel; daneben stehen die Kaside, das Masnawi und das Rubai. Auch sprachlich ist die Sammlung nicht einheitlich. Die meisten Gedichte sind auf Persisch verfasst, manche vermischen Persisch und Arabisch, und einige Ghaselen sind ganz auf Arabisch geschrieben.

Rezeption

Kaum ein persischer Dichter ist so gründlich untersucht und ausgelegt worden wie Hafis; so lautet das Urteil Yarshaters. Auf die Lyriker nach ihm hatte er großen Einfluss. Nach dem Urteil von Fachleuten wurde das Buch in den rund vierhundert Jahren zwischen seiner ersten Zusammenstellung am Ende des 14. Jahrhunderts und dem Druck in Kalkutta 1791 häufiger abgeschrieben und vervielfältigt als jedes andere literarische Werk. Etwa 1700 Handschriften sind bekannt. Sie sind über Iran hinaus in allen Regionen des persischen Sprachraums und in allen Gesellschaftsschichten verbreitet. Seit 1988 wurden mindestens dreihundert gedruckte Ausgaben nachgewiesen. Bis heute sind die Verse populär geblieben und werden im Alltag zitiert. Diese anhaltende Beliebtheit spiegelt sich in den Arbeiten zahlreicher Kalligrafen, Maler und Teppichweber wider.

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