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Werkseintrag · Der Wind in den Weiden
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Cover Der Wind in den Weiden
Der Wind in den Weiden
1908
– Werkseintrag –

Der Wind in den Weiden

1908 · Roman

Ein Maulwurf verlässt seinen Bau, entdeckt den Fluss und gerät in den Freundeskreis rund um den unverbesserlichen Kröterich.

Überblick↑

Der Roman Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame erschien 1908 und zählt zu den großen britischen Kinderbuchklassikern. Erzählt wird vom Leben einiger Tiere an einem englischen Fluss: dem scheuen Maulwurf, der lebenstüchtigen Wasserratte, dem ehrwürdigen Dachs und dem selbstverliebten Kröterich. Das Buch verbindet die Ruhe eines Lebens in der Natur mit komischen Abenteuern. Mit etwa 25 Millionen verkauften Exemplaren gehört es zu den meistverkauften Büchern überhaupt.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Der scheue Maulwurf flieht vor dem Frühjahrsputz und erblickt zum ersten Mal in seinem Leben einen Fluss. Dort trifft er die lebenstüchtige Wasserratte, mit der er sich anfreundet. Die Ratte macht ihn mit weiteren Bewohnern der Gegend bekannt: dem herzlich-gutmütigen, aber anstrengend selbstverliebten Kröterich, der in einem beeindruckenden Herrenhaus wohnt und ganz versessen ist auf technische Errungenschaften wie Motorboote, teure Wohnwagen und Autos. Seine wilden Ausflüge enden fast immer mit Unfällen. Auch den knorrig-ehrwürdigen Dachs lernt der Maulwurf kennen, den die Freunde in seinem Bau im Wilden Wald besuchen.

Auf einem der Wege nimmt der Maulwurf einen vertrauten Geruch wahr, den er zunächst nicht deuten kann. Dann wird ihm klar, dass es sein eigener alter Bau ist, den er vor langer Zeit aufgegeben hat. Später beschließen die Freunde, den Kröterich von seinem verschwenderischen und selbstzerstörerischen Lebenswandel abzubringen. Ob das gelingt und was der uneinsichtige Kröterich daraufhin anstellt, treibt die Geschichte voran.

Die Handlung im Detail↑

Der scheue Maulwurf flieht vor dem Frühjahrsputz und sieht zum ersten Mal in seinem Leben einen Fluss. Er trifft auf die lebenstüchtige Wasserratte, mit der er sich anfreundet. Die Ratte stellt ihm den herzlich-gutmütigen, aber anstrengend selbstverliebten Kröterich vor, den Bewohner eines beeindruckenden Herrenhauses. Der Kröterich ist ganz versessen auf technische Errungenschaften wie Motorboote, teure Wohnwagen und Autos, mit denen er wilde Ausflüge unternimmt, die in der Regel mit Unfällen enden. Über die Ratte macht der Maulwurf auch die Bekanntschaft mit dem knorrig-ehrwürdigen Dachs, den die beiden in seinem Domizil im Wilden Wald besuchen.

Auf dem Rückweg nimmt der Maulwurf die Witterung eines vertrauten Geruchs auf. Zunächst weiß er nicht, was es ist, doch dann wird ihm klar, dass es sich um seinen eigenen alten Bau handelt, den er vor langer Zeit aufgegeben hat. Die ungeduldige Ratte, die wegen des ungemütlichen Wetters und ihrer Sehnsucht nach dem Fluss zur Eile drängt, zieht den zögernden Maulwurf mit sich, bis er in Tränen ausbricht. Erschrocken über sich selbst entschuldigt sich die Ratte, und gemeinsam suchen und finden sie das alte Heim des Maulwurfs. Dort lassen sie den Tag an einem prasselnden Kaminfeuer und bei einem improvisierten Abendessen aus alten Konserven und Bier ausklingen.

Einige Zeit später wollen die Ratte, der Maulwurf und der Dachs den Kröterich von seiner steten Jagd nach Ablenkung und Amüsement abbringen. Der Kröterich zeigt sich so uneinsichtig, dass der Dachs ihm Hausarrest verordnet und ihn in ein Schlafzimmer einsperren lässt. Durch eine List gelingt es dem Kröterich auszubüxen. Berauscht von seiner Schlauheit und voller Übermut stiehlt er einen Wagen und landet schließlich im Gefängnis der Menschen. Dort erregt er das Mitleid der Tochter des Kerkermeisters, die sich entschließt, ihm zur Flucht zu verhelfen. Ihr Vorschlag, ihn als Waschfrau zu verkleiden, damit er unerkannt entkommen kann, erscheint dem Kröterich zunächst seiner unwürdig. Die Behauptung, seine Statur sei für diesen Plan wie geschaffen, verbittet er sich. Die Aussicht, in der feuchten Zelle weiter dahinzusiechen, stimmt ihn jedoch um, und großzügig gesteht er schließlich, dass die Idee auch von ihm hätte stammen können.

Die Flucht gelingt, doch muss er feststellen, dass er im Kerker seine Geldbörse zurückgelassen hat. An einem Bahnhof trifft er auf einen weiteren gutmütigen Menschen, einen Lokführer, der bereit ist, die vermeintlich alte Frau umsonst mitzunehmen. Selbst als sie von einer Lokomotive voller Polizisten verfolgt werden und der Kröterich beichten muss, wer er wirklich ist und was er verbrochen hat, hält der Lokführer zu ihm. Am Ausgang eines Tunnels kann sich der Kröterich unbemerkt in die Freiheit absetzen. Zuhause angekommen, muss er feststellen, dass sein Anwesen inzwischen von Mardern und Wieseln besetzt wurde, die ihn hämisch vom Hof jagen. Nur mit Hilfe seiner drei Freunde gelingt es ihm schließlich unter Einsatz von Säbeln und Musketen, die zahlenmäßig überlegenen, jedoch nicht besonders tapferen Hausbesetzer in die Flucht zu schlagen und sein Heim zurückzuerobern. Er gelobt feierlich Besserung – was seine Freunde richtig einzuschätzen wissen.

Stil↑

Prägend ist die Verbindung von zwei ganz verschiedenen Tönen. Auf der einen Seite steht das ruhige, behagliche Leben am Fluss mit seinen Bildern von Kaminfeuer, gemeinsamem Essen und der Sehnsucht nach dem eigenen Heim. Auf der anderen Seite stehen die turbulenten, komischen Abenteuer des Kröterichs mit gestohlenen Wagen, Gefängnisflucht und Verkleidung. Die Tiere tragen menschliche Züge und sprechen wie Menschen, behalten dabei aber ihre tierische Natur. Jede Figur ist scharf gezeichnet: der scheue Maulwurf, die tatkräftige Ratte, der würdevolle Dachs und der eitle, selbstverliebte Kröterich. Aus diesem Zusammenspiel entsteht ein Erzählton, der Wärme und feine Komik miteinander verbindet.

Rezeption↑

Als einer der großen britischen Kinderbuchklassiker hat das Werk seinen festen Platz in der Literaturgeschichte behauptet. 2015 wählten 82 internationale Literaturkritiker und -wissenschaftler den Roman zu einem der bedeutendsten britischen Romane. Mit insgesamt etwa 25 Millionen verkauften Exemplaren zählt er zu den meistverkauften Büchern aller Zeiten. Die Geschichte wurde vielfach für Film, Fernsehen und Bühne bearbeitet, unter anderem als Zeichentrickfilme und als Verfilmung Sturm in den Weiden von Terry Jones aus dem Jahr 1996. So lebt der Stoff bis heute über das Buch hinaus fort.

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