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Werkseintrag · The Pilgrim’s Progress
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Cover The Pilgrim’s Progress
The Pilgrim’s Progress
1678
– Werkseintrag –

The Pilgrim’s Progress

1678 · Roman

Ein Mann mit einer schweren Last auf dem Rücken bricht auf, um durch Sümpfe, Täler und Versuchungen hindurch die Himmlische Stadt zu erreichen – Bunyans Gleichnis vom Weg des Glaubens.

Überblick↑

Das Werk The Pilgrim’s Progress ist ein allegorisches Erbauungsbuch des englischen Baptistenpredigers John Bunyan. Es erschien im Februar 1678 und erzählt als Gleichnis die Reise eines Menschen aus der irdischen Welt in den Himmel. Bunyan schrieb es während einer insgesamt zwölfjährigen Haft im Gefängnis von Bedfordshire, zu der er verurteilt worden war, weil er außerhalb der anglikanischen Staatskirche gepredigt hatte. Das Buch wurde in rund 200 Sprachen übersetzt und bis heute durchgehend neu aufgelegt. Es zählt zu den bekanntesten Werken der englischen christlichen Literatur.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Ein einfacher Mann namens Christ lebt in der „Stadt der Zerstörung“, die für die irdische Welt steht. Auf seinem Rücken lastet eine schwere Bürde, das Sinnbild seiner Sünde. Als er in einem Buch liest, dass diese Last ihn ins Verderben führt, packt ihn die Sorge um seine Rettung. Er verlässt Heimat, Frau und Kinder und macht sich auf den Weg zur „Himmlischen Stadt“.

Die Reise führt Christ durch eine Landschaft, in der jeder Ort und jede Gestalt für eine geistliche Erfahrung steht: durch Sümpfe und über Berge, an gefährlichen Tälern vorbei, durch eine enge Pforte und in Häuser, in denen ihm die Wege des Glaubens gedeutet werden. Immer wieder begegnen ihm Figuren, deren Namen ihr Wesen verraten – die einen wollen ihn aufhalten, die anderen bringen ihn voran. Unterwegs findet Christ auch Weggefährten, mit denen er Gefahren und Versuchungen teilt.

Ein zweiter Teil, 1684 erschienen, wendet sich dem Schicksal der zurückgebliebenen Frau und der Kinder zu. Die Fülle der Bilder entfaltet ihren Sinn erst, wenn man sie als Gleichnisse des christlichen Glaubensweges liest.

Die Handlung im Detail↑

Bunyan schildert die Reise als einen Traum. Im Traum sieht er einen Mann in Lumpen, ein Buch in der Hand und eine große Last auf dem Rücken. Der Mann liest, weint und zittert und ruft schließlich: »Was soll ich nur tun?« Er kehrt nach Hause zurück, nimmt Abschied von Frau und Kindern und bricht auf. Die Gestalt Evangelist gibt ihm eine Pergamentrolle mit der Aufschrift »Fliehe vor dem kommenden Zorn« und weist ihn über ein weites Feld auf eine ferne Pforte mit hellem Licht zu.

Zwei Nachbarn begleiten Christ zunächst: Stur kehrt nach kurzer Diskussion um, Willig geht weiter, gibt aber am Sumpf der Verzagtheit auf. Ein Helfer zieht Christ aus dem Sumpf. Dann trifft er Weltklug, der ihn zum Dorf Moral und zu Herrn Gesetzlich schicken will. Am gefährlichen Gesetzesberg Sinai bekommt Christ Angst, doch Evangelist weist ihm erneut den rechten Weg.

Christ erreicht die enge Pforte, über der steht: »Klopfet an, und es wird euch aufgetan.« Gutwillig öffnet und zieht ihn rasch hindurch, während aus einer nahen Burg Beelzebubs Pfeile fliegen. Im Haus des Auslegers werden Christ in mehreren Räumen Bilder des Glaubens gezeigt: der wahrhafte Führer mit der Bibel, Gesetz und Evangelium als Staub und Wasser, die Kinder Leidenschaft und Geduld, die Wirkung der Gnade als ein Feuer, das der Teufel vergeblich zu löschen versucht, der geistliche Kampf um einen Palast, der Käfig der Verzweiflung und ein Mann, der von seiner Verdammung im Weltgericht geträumt hat.

Die Straße führt zwischen den Mauern des Heils zu einem Hügel mit einem Kreuz. Am Fuß liegt ein Grab; dort löst sich Christs Bürde und fällt hinein. Drei strahlende Gestalten treten hinzu: Die erste vergibt ihm die Sünden, die zweite kleidet ihn neu ein, die dritte gibt ihm ein Mal auf die Stirn und eine versiegelte Schriftrolle als Zeugnis für das Himmelstor.

Weiter trifft Christ drei schlafende, gefesselte Männer – Simpel, Faul und Dünkel –, die seine Hilfe ausschlagen. Formalist und Heuchler klettern über die Mauer, weil sie durch bloße Gesetzesbefolgung selig werden wollen. An einer Weggabelung steigt Christ den Hang Beschwernis hinauf, während die beiden anderen die bequemen Wege Gefahr und Verderben nehmen und darin umkommen. Auf halbem Weg ruht Christ in einer Laube, schläft ein und verliert dabei seine Schriftrolle. Erst später bemerkt er den Verlust und muss zurückgehen, um sie zu suchen.

Am Palast Schönheit hilft ihm der Pförtner Wachsam durch angekettete Löwen hindurch. Dort führen ihn die Jungfrauen Einsicht, Weisheit, Gottesfurcht und Liebe durch das Haus: durch das Archiv mit alten Aufzeichnungen und Prophezeiungen und durch die Rüstungskammer mit der Ausrüstung der Pilger. Vom Dach aus zeigen sie ihm Immanuels Land. Christ wird in eine Rüstung gekleidet und erhält Brot, Wein und einen Beutel Rosinen.

Im Tal der Demütigung muss Christ mit dem Ungeheuer Apollyon kämpfen, bis dieses flieht; seine Wunden werden mit Blättern vom Baum des Lebens geheilt. Im Tal der Todesschatten wird der Weg äußerst schmal: rechts ein tiefer Graben, links ein Morast, in der Mitte der Schlund der Hölle. Christ schützt sich mit der Waffe des unaufhörlichen Betens. Eine Horde Ungeheuer weicht zurück, als er ruft: »Ich werde gehen in der Kraft des Herrn!« Im Dunkeln hört er einen Mit-Pilger sprechen. Am Ausgang des Tales liegt eine Höhle mit den Riesen Papst und Heide, die inzwischen tot oder alt und schwach sind.

Christ begegnet dem Pilger Getreu, und beide erzählen einander von ihrer Reise. Sie treffen den redseligen Schwätzer, dessen Glaube nur aus Worten besteht. Erneut trifft Christ auf Evangelist, der zur Treue mahnt und vor dem Markt der Eitelkeiten warnt. Diesen Markt hatten die Dämonen Beelzebub, Apollyon und Legion in der Stadt Eitelkeit errichtet; dort wird alles Irdische feilgeboten. Weil die Pilger andere Kleidung und andere Sprache haben, entsteht ein Aufruhr. Beide werden verhört, geschlagen und in einem Käfig zur Schau gestellt. Vor dem Gericht des Richters Hassgut treten Neid, Aberglaube und Schmeichler als Zeugen auf. Getreu wird zum Tod verurteilt, grausam gequält und hingerichtet – doch ein Wagen bringt ihn unter Posaunenschall durch die Wolken zum Himmelstor. Christ bleibt im Gefängnis, entkommt aber nach einer Weile.

Christ findet einen neuen Gefährten: Hoffnungsvoll, den der feste Glaube der beiden Pilger auf dem Markt beeindruckt hatte. Sie treffen den Mann Nebenwege aus der Stadt Schöneworte, der von seiner Verwandtschaft aus lauter falschen Gestalten erzählt und sich schließlich anderen Gefährten anschließt. Nach einer Wortdiskussion mit Herrn Haltewelt kommen die beiden Pilger in ein liebliches Gefilde namens Ruhe. Am Berg Gewinn lockt Demas zu einer Silbermine, die meist tödlich endet; Christ weist ihn zurück, doch Nebenwege und seine Gefährten verschwinden darin. Christ und Hoffnungsvoll sehen die Salzsäule, die Lots Frau war, und wandern am Strom lebendigen Wassers entlang. Als sie über den Zaun auf die Abwegswiese steigen, treffen sie Selbstvertrauen, der im Finstern in eine tiefe Grube stürzt.

Stil↑

Das ganze Werk ist als durchgehende Allegorie angelegt: Jede Person, jeder Ort und jedes Ereignis trägt eine geistliche Bedeutung, die schon im Namen sichtbar wird. Figuren heißen Christ, Getreu, Hoffnungsvoll, Schwätzer oder Weltklug, Orte tragen Namen wie Stadt der Zerstörung, Sumpf der Verzagtheit, Tal der Todesschatten oder Markt der Eitelkeiten. So wird ein abstrakter Glaubensweg in eine anschauliche Reise mit Bergen, Tälern, Pforten und Häusern übersetzt.

Bunyan legt die Erzählung als Traumbericht an: Ein Ich-Erzähler schildert, was er im Traum von der Pilgerreise gesehen hat. Die Sprache ist einfach und bildhaft und durchsetzt mit biblischen Wendungen. Die Fülle der Bilder ist so dicht, dass sie ihren vollen Sinn erst dem Leser erschließt, der sie als Gleichnisse des christlichen Glaubens versteht.

Rezeption↑

Bunyans Buch gilt als ein Meilenstein der religiösen Erbauungsliteratur und zählt heute zu den bekanntesten Erbauungsbüchern der Weltliteratur. Es wurde in rund 200 Sprachen übersetzt und ist bis heute durchgehend neu aufgelegt worden. Über die fromme Leserschaft hinaus wirkte es auf die Entwicklung der erzählenden Literatur und auf den modernen Bildungsroman.

Einzelne Wortschöpfungen Bunyans wurden sprichwörtlich, etwa der „Marktplatz der Eitelkeiten“ (englisch Vanity Fair). Literarische Spuren hinterließ das Buch unter anderem in Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug des US-Autors Kurt Vonnegut, besonders im Schicksal der Hauptfigur Billy Pilgrim. Ralph Vaughan Williams schuf aus dem Stoff die Oper The Pilgrim’s Progress, die 1951 uraufgeführt wurde.

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