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Werkseintrag · Tagebuch eines Landpfarrers
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Cover Tagebuch eines Landpfarrers
Tagebuch eines Landpfarrers
1936
– Werkseintrag –

Tagebuch eines Landpfarrers

1936 · Roman

Ein junger Priester ringt in einem armen französischen Dorf um seinen Glauben und vertraut seine Zweifel und seine Einsamkeit einem geheimen Tagebuch an.

Überblick

Der Roman Tagebuch eines Landpfarrers von Georges Bernanos erschien 1936 unter dem Originaltitel Journal d'un curé de campagne. Er erzählt vom geistlichen Ringen eines jungen Priesters in einem armen französischen Dorf. In Form von Tagebucheinträgen schildert das Buch dessen innere Kämpfe, seinen Glauben und seine Einsamkeit. Das Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und noch im Erscheinungsjahr mit einem bedeutenden Literaturpreis der Académie française ausgezeichnet. Es gehört zu den bekanntesten Werken von Georges Bernanos.

Inhalt (ohne Spoiler)

Ein junger Priester, gerade erst geweiht, wird als Pfarrer in das kleine französische Dorf Ambricourt geschickt. Er möchte seine Arbeit ganz aus dem Geist des Evangeliums heraus tun und gerät gerade deshalb immer wieder in Streit mit seinen Gemeindemitgliedern. Seine Gedanken und Nöte vertraut er einem geheimen Tagebuch an. Es wird ihm zum Mittel, sich über sein eigenes Inneres klar zu werden und sich innerlich zu befreien.

Zu seinen Aufgaben gehört auch die Seelsorge für die Familie eines Grafen. Dort herrscht Unfrieden. Der Graf unterhält ein Verhältnis mit der Erzieherin seiner halbwüchsigen Tochter Chantal. Die Gräfin lebt verbittert und zurückgezogen in der Trauer um ihr früh gestorbenes Kind. Wie der junge Pfarrer in diesem Umfeld für seinen Glauben einsteht, bildet den Kern der Erzählung.

Die Handlung im Detail

Als junger, eben geweihter Priester tritt der namenlose Held seine erste Stelle im Dorf Ambricourt an. Er will seine Seelsorge ganz am Geist des Evangeliums ausrichten und stößt damit fortwährend auf Widerstand bei den Dorfbewohnern. Halt findet er allein in einem geheimen Tagebuch, dem er seine Gedanken und Qualen anvertraut und in dem er sich über sein eigenes Inneres klar zu werden versucht.

Aus seelsorgerlichen Gründen muss er sich mit der Familie eines Grafen befassen. Der Graf hat ein Verhältnis mit der Erzieherin seiner halbwüchsigen Tochter Chantal. Seine Frau, die Gräfin, ist mit aller Welt zerfallen. Vom Mann vernachlässigt, lebt sie nur noch in der Erinnerung an ihren früh verstorbenen kleinen Sohn und lehnt sich sogar gegen Gott auf. Dem jungen Pfarrer gelingt es, sie zur Beichte und damit zum Glauben zurückzuführen. Doch in der Nacht darauf stirbt die Gräfin. Dieser Vorfall verschärft die Feindseligkeit der gräflichen Familie und der Gemeinde gegen ihn noch weiter.

Kurz danach erfährt der Priester, dass er an Krebs erkrankt ist. Er stirbt bald darauf im Haus eines früheren Kameraden aus dem Priesterseminar – eines Mannes, der das Priesteramt einer Frau wegen aufgegeben hat und selbst an Tuberkulose leidet. Von ihm erbittet der Sterbende die letzte Lossprechung von seinen Sünden. Der Freund gewährt sie, verhehlt aber nicht, wie sehr es ihn bewegt, dass der Pfarrer von Ambricourt ausgerechnet in seinem Haus der Sünde stirbt. Es komme darauf nicht an, alles sei Gnade, antwortet der Sterbende – der gerade in diesem Augenblick erkennt, dass sein ganzer Lebensweg von der Gnade Gottes geführt war.

Stil

Das Werk ist als Tagebuch angelegt. In der ersten Person hält der Priester seine Erlebnisse, Gedanken und Zweifel fest. Diese Form rückt das Innenleben der Hauptfigur ganz in den Vordergrund. Das Tagebuch dient ihm nicht nur zum Festhalten der Ereignisse, sondern wird zum Werkzeug der Selbsterkenntnis und der inneren Befreiung. So entsteht ein Text, der weniger von der äußeren Handlung als von den seelischen und geistlichen Kämpfen seines Erzählers lebt.

Rezeption

Noch im Erscheinungsjahr 1936 wurde der Roman mit dem Grand Prix du roman der Académie française ausgezeichnet. In der Folge wurde er in rund zwanzig Sprachen übersetzt.

Im Jahr 1951 verfilmte Robert Bresson das Buch; die Hauptrolle spielte Claude Laydu. Julien Green lobte diesen Film dafür, dass hier zum ersten Mal ein ganz aus innerer Wahrheit geschöpftes Werk ohne das kleinste Zugeständnis auf die Leinwand gelangt sei. Auch der Filmregisseur Ingmar Bergman steht mittelbar mit dem Roman in Verbindung: Erst nachdem er Bressons Verfilmung gesehen hatte, entschloss er sich, seinen Film Licht im Winter zu schreiben und zu drehen.

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