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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Werkseintrag · Ich, der Robot
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Cover Ich, der Robot
Ich, der Robot
1950
– Werkseintrag –

Ich, der Robot

1950 · Roman

Neun Geschichten über Maschinen, die drei einfachen Gesetzen gehorchen – und über die verblüffenden Wege, auf denen sie diese Gesetze befolgen.

Überblick↑

Der Roman Ich, der Robot von Isaac Asimov erschien 1950 im amerikanischen Original unter dem Titel I, Robot. Er verbindet neun inhaltlich zusammenhängende Kurzgeschichten durch eine Rahmenhandlung. Die einzelnen Erzählungen waren zuvor zwischen 1940 und 1950 in verschiedenen Science-Fiction-Magazinen abgedruckt worden. Die deutsche Erstausgabe kam 1952 im Rauch-Verlag in Düsseldorf heraus, als vierter Band der Reihe Rauchs Weltraumbücher. Herausgeber Gotthard Günther versah sie mit einer Einführung und einem philosophischen Kommentar. Das Buch zählt zu den Klassikern der Science-Fiction-Literatur. In der enthaltenen Erzählung Runaround formuliert Asimov erstmals seine drei Robotergesetze.

Inhalt (ohne Spoiler)↑

Im Mittelpunkt steht Dr. Susan Calvin, eine Roboterpsychologin beim führenden Hersteller U.S. Robots. Ein Erzähler befragt sie, und sie blickt auf ihr Leben zurück. Aus diesem Interview entsteht die Rahmenhandlung des Buches.

In neun Kurzgeschichten wird die Entwicklungsgeschichte der Roboter chronologisch erzählt. Sie beginnt bei einfachen Maschinen und führt zu Robotern, die sich immer weniger von Menschen unterscheiden. In vielen Belangen sind sie dem Menschen sogar überlegen.

Jede Geschichte stellt ein neues Problem: Ängste vor der Maschine, unerwartetes Verhalten, moralische und ethische Fragen. Asimov zeigt dabei nicht nur die Eigenheiten seiner Roboter, sondern ebenso die Stärken und Schwächen des Menschen im Vergleich zu ihnen.

Die Handlung im Detail↑

Die Rahmenhandlung besteht aus einem Interview des Erzählers mit Dr. Susan Calvin. Sie arbeitet als Roboterpsychologin bei U.S. Robots, dem führenden Hersteller von Robotern. In einem Rückblick auf ihr Leben beschreibt sie, wie sich die Roboter über die Jahre entwickelt haben. Diese Entwicklung wird in neun Kurzgeschichten chronologisch erzählt.

Den Anfang macht Robbie, zuerst 1940 unter dem Titel Strange Playfellow in der Zeitschrift Super Science Stories erschienen. Es folgt Runaround, 1942 in Astounding gedruckt. In dieser Erzählung werden die drei Robotergesetze zum ersten Mal aufgestellt. Vernunft erschien 1941, Erst den Hasen fangen! 1944, Ein Lügner 1941.

Die zweite Hälfte umfasst Kleiner verlorener Robot aus dem Jahr 1947 und Flucht, das 1945 zunächst als Paradoxical Escape gedruckt wurde. Es folgen Beweismaterial von 1946 und schließlich Der vermeidbare Konflikt, das 1950 erschien und den Band beschließt.

Von Geschichte zu Geschichte werden die Maschinen komplizierter und die Fragen schwieriger. Asimov schildert die Probleme und Ängste, die aus der Existenz solcher Roboter entstehen, und die philosophischen wie ethischen Fragen, die sich daraus ergeben. Am Ende dieser Entwicklung stehen Roboter, die dem Menschen kaum noch ähnlich zu machen sind und ihm in vielen Bereichen überlegen sind. Gerade im Vergleich mit ihnen treten die Stärken und Schwächen des Menschen deutlich hervor.

Stil↑

Angelegt ist das Buch als Zyklus: neun einzeln veröffentlichte Kurzgeschichten, die eine Rahmenhandlung zu einem größeren Ganzen zusammenfügt. Der Rahmen ist ein Interview, und die Erinnerung der befragten Roboterpsychologin ordnet die Erzählungen chronologisch. So entsteht aus lauter Einzelstücken der Eindruck einer fortlaufenden Geschichte.

Kennzeichnend ist das gedankliche Gerüst der drei Robotergesetze. Sie werden in Runaround eingeführt und geben den folgenden Erzählungen ihre Regeln vor. Jede Geschichte stellt eine Aufgabe, bei der diese Gesetze zu unerwarteten Ergebnissen führen. Aus dieser Anlage bezieht das Buch seine Spannung: Es denkt eine Voraussetzung konsequent zu Ende und lässt die moralischen und ethischen Fragen aus der Handlung selbst hervorgehen.

Rezeption↑

Als Klassiker der Science-Fiction-Literatur hat sich Ich, der Robot fest etabliert. Besonders nachgewirkt haben die drei Robotergesetze, die hier zum ersten Mal formuliert wurden; sie gehören zu den Bezugspunkten der Diskussion über Roboterethik und künstliche Intelligenz.

Im deutschen Sprachraum erschien das Buch 1952 im Rauch-Verlag mit dem philosophischen Kommentar von Gotthard Günther. 1982 brachte der Verlag Das Neue Berlin in der DDR eine Ausgabe mit einem Nachwort von Ingo Schwarz heraus. Bei Heyne erschien der Band unter dem Titel Meine Freunde, die Roboter zusammen mit weiteren Roboter-Sammlungen, versehen mit einem Vorwort von Greg Bear. 2007 legte Bastei Lübbe die Ausgabe Alle Roboter-Geschichten vor.

Der Rundfunk nahm sich der Erzählungen früh an: WDR und SDR produzierten um 1969 und 1970 mehrere Hörspiele, darunter Robbie, das Kindermädchen, Robot-Karussell, Vernunft und Ein Lügner. Auch das Fernsehen griff den Stoff auf: Die Serie The Outer Limits brachte 1964 eine Folge I, Robot, die Neuauflage 1995 eine weitere. 2004 kam der Spielfilm I, Robot von Alex Proyas mit Will Smith in der Hauptrolle in die Kinos.

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