1931
Los lanzallamas
Überblick↑
Der Roman Los lanzallamas von Roberto Arlt erschien 1931 in Buenos Aires bei Editorial Claridad. Er führt die Geschichte des Remo Erdosain weiter, der zwei Jahre zuvor in Los siete locos eingeführt worden war. Ob es sich um eine eigenständige Fortsetzung oder um den zweiten Teil eines einzigen großen Romans handelt, wird bis heute unterschiedlich beurteilt. Auf Deutsch liegt das Buch unter dem Titel Die Flammenwerfer vor.
Inhalt (ohne Spoiler)↑
Im Mittelpunkt steht Remo Erdosain, ein Mann am Rand der Gesellschaft und ein Krimineller kleinen Formats. Ihn plagen tiefe Ängste, die sein ganzes Dasein durchziehen. Aus dieser inneren Not heraus schließt er sich einer Geheimgesellschaft an. Neben ihm treten Hipólita und Arturo Haffner auf. Der Roman knüpft unmittelbar an die Vorgeschichte in Los siete locos an und führt die Figuren weiter.
Die Handlung im Detail↑
Erzählt wird der weitere Weg Remo Erdosains, jenes Kleinkriminellen, dessen Geschichte in Los siete locos begonnen hatte. Erdosain ist von existenziellen Ängsten zerfressen, und diese Angst treibt ihn in die Arme einer Geheimgesellschaft, deren Pläne sein Leben bestimmen. Um ihn herum bewegen sich Hipólita und Arturo Haffner.
Der Band setzt die Erzählung so bruchlos fort, dass viele Leser beide Bücher als ein einziges Werk in zwei Lieferungen betrachten. Die Fäden, die der erste Roman gesponnen hat, laufen hier zusammen: die Verstrickung Erdosains in die Gesellschaft der Verschwörer und der Weg, den seine Angst ihn gehen lässt. Der Titel mit seinem Bild der Flammenwerfer deutet an, worauf die Pläne der Gruppe hinauslaufen.
Stil↑
Kennzeichnend für das Buch ist die enge Verzahnung mit dem Vorgängerroman. Arlt setzt die Handlung ohne erzählerischen Neubeginn fort, weshalb beide Bücher oft wie ein einziger Roman gelesen werden. Im Zentrum steht weniger die äußere Begebenheit als das Innenleben Erdosains, dessen Angst die Erzählung trägt. Das Personal stammt aus dem Milieu der Kleinkriminellen und der Außenseiter.
Rezeption↑
Bereits kurz nach dem Erscheinen wurde das Buch besprochen: Nicolás Olivari schrieb im November 1931 in der Zeitschrift Claridad darüber. In der Folge ist der Roman als vollgültiges Meisterwerk bezeichnet worden. Die Literaturwissenschaft behandelt ihn in der Regel gemeinsam mit Los siete locos; eine kritische Ausgabe beider Romane erschien im Jahr 2000 an der Universität von Costa Rica.
Der Text blieb über Jahrzehnte im Buchhandel präsent. Er wurde 1963 in den zweiten Band der gesammelten Romane und Erzählungen aufgenommen und in Buenos Aires mehrfach neu aufgelegt, unter anderem 1968, 1972 und um 1977. 1980 kam eine Ausgabe in Barcelona heraus.
Auch außerhalb des spanischen Sprachraums fand das Werk seinen Weg zu den Lesern. Die deutsche Übersetzung von Bruno Keller erschien 1973 unter dem Titel Die Flammenwerfer im Insel Verlag. 1974 folgte eine italienische Fassung von Luigi Pellisari, 1983 eine französische von Lucien Mercier. Eine englische Übersetzung von Larry Riley kam erst 2021 heraus.
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