Meisterwerke der Worte
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
Autoreneintrag · Miguel Ángel Asturias
Eingang · Autoren · Miguel Ángel Asturias
Porträt Miguel Ángel Asturias
Miguel Ángel Asturias
1899 – 1974
– Autorenporträt –

Miguel Ángel Asturias

1899 – 1974 · 74 Jahre

Guatemaltekischer Schriftsteller und Diplomat, der die Mythen der Maya in die Weltliteratur trug – 1967 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Kurzporträt

Zu den bekanntesten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts zählt der Guatemalteke Miguel Ángel Asturias. Er wurde am 19. Oktober 1899 in Guatemala-Stadt geboren und starb am 9. Juni 1974 in Madrid. Er war Schriftsteller, Lyriker und Diplomat. Bekannt wurde er vor allem als literarischer Entdecker der Welt der Maya. Sein Werk verbindet die Mythen und Überlieferungen der indigenen Kulturen Mittelamerikas mit der modernen Literatur. 1967 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.


Biografie

Asturias wuchs als Sohn eines Richters und einer Mutter auf, die der Bevölkerung der Maya angehörte. Der Vater war zeitweise Präsident des Obersten Gerichtshofes. Ab 1917 konnte Asturias in seinem Heimatland Medizin, Publizistik und Jura studieren. Schon als Student engagierte er sich in der Bewegung gegen den seit 1898 herrschenden Diktator Estrada Cabrera. 1922 schloss er sein Studium ab. Zusammen mit Freunden gründete er eine Volksuniversität, die auch den armen Schichten Bildung ermöglichen sollte.

1923 promovierte er über die sozialen Probleme der indigenen Bevölkerung und ging nach Europa. In London wollte er ein Studium der Politischen Ökonomie aufnehmen, brach es jedoch nach wenigen Monaten ab. Stattdessen studierte er bis 1926 in Paris an der Sorbonne Religions- und Völkerkunde, vor allem die präkolumbischen Kulturen Lateinamerikas. Über die indianische Mythologie habilitierte er sich. Sein Professor Georges Raynaud veröffentlichte 1925 eine französische Übersetzung des Popol Vuh. Er beauftragte Asturias gemeinsam mit einem weiteren früheren Studenten mit einer Übertragung ins Spanische. Diese erschien 1927 und wurde in Lateinamerika breit aufgenommen.

Nach dem Ende seiner Studien blieb er zunächst in Paris. Dann kehrte er nach Guatemala zurück und lebte als Reisejournalist unter anderem in Madrid und Paris. In diese Zeit fällt seine erste eigene literarische Veröffentlichung, das 1930 erschienene Buch Legenden aus Guatemala. Es wurde von Paul Valéry ausdrücklich gelobt. Dadurch wurde Asturias weithin als Wortkünstler und literarischer Entdecker der Maya-Welt bekannt. Nach weiteren Reisen durch Nordafrika und Asien kehrte er 1933 nach Guatemala zurück. Dort erlegte ihm der Diktator Jorge Ubico ein Schreib- und Lehrverbot auf. 1942 war er Abgeordneter im Kongress von Guatemala.

Nach dem Sturz Ubicos 1944 begann eine zehn Jahre währende Phase der Demokratisierung. Asturias trat in den diplomatischen Dienst ein. 1946 wurde er Kulturattaché an der guatemaltekischen Botschaft in Mexiko-Stadt, ab 1947 in Argentinien und später in El Salvador. In diesen Jahren veröffentlichte er zahlreiche Werke, die unter der Diktatur nicht hatten erscheinen können. Als 1954 die Regierung des Präsidenten Jacobo Árbenz Guzmán durch einen Putsch gestürzt wurde, legte Asturias seine Ämter nieder. Seine Staatsbürgerschaft wurde ihm aberkannt. Bis 1966 lebte er im Exil in Argentinien.

1966 fanden in Guatemala nach zwölf Jahren wieder freie Wahlen statt. Der gewählte Präsident Méndez Montenegro ernannte Asturias erneut zum Diplomaten und entsandte ihn als Botschafter seines Landes nach Paris. Im selben Jahr erhielt er den Lenin-Friedenspreis für das Jahr 1965. 1967 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. 1970 beendete er seine diplomatische Tätigkeit und reiste weiterhin viel, besonders durch Spanien, Italien und Frankreich. Er starb 1974 in Madrid. Sein Leichnam wurde nach Paris überführt und auf dem Friedhof Père-Lachaise bestattet.


Literarische Merkmale

Sein Schreiben ist von der Welt der Maya geprägt. Diese erforschte er während seiner Pariser Studienjahre wissenschaftlich und überführte sie in seine Literatur. Mit dem Buch Legenden aus Guatemala trat er als Wortkünstler hervor. Er erschloss darin die Mythen und Überlieferungen der indigenen Kulturen Mittelamerikas literarisch. Paul Valéry lobte dieses frühe Werk ausdrücklich.


Rezeption

Schon mit seiner ersten literarischen Veröffentlichung erlangte Asturias internationale Aufmerksamkeit. Das Buch Legenden aus Guatemala wurde von Paul Valéry gelobt. Asturias wurde als literarischer Entdecker der Maya-Welt weltweit bekannt. Auch seine gemeinsam erarbeitete spanische Übertragung des Popol Vuh, 1927 erschienen, fand in Lateinamerika breite Beachtung. Für sein Werk wurde er mehrfach geehrt. 1966 erhielt er den Lenin-Friedenspreis für das Jahr 1965. 1967 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Mitglieder des YouTube-Kanals erhalten das ganze Lexikon als PDF zum Download – zum Sammeln, Offline-Lesen und Ausdrucken. Mitglied werden →

Aus dem Werkverzeichnis

Im Lexikon

Weitere Werke (Auswahl)

Vollständiges Werkverzeichnis bei Wikipedia (12 weitere Titel)

meisterwerke-der-worte.de · Auszug aus dem Lexikon · Alle Rechte vorbehalten