1909 – 2001
Eudora Welty
Kurzbiografie↑
Als Schriftstellerin und Fotografin gehört Eudora Welty zu den bekanntesten Stimmen der amerikanischen Südstaaten. Sie wurde 1909 in Jackson im Bundesstaat Mississippi geboren und starb dort 2001 im Alter von 92 Jahren. Ihr Werk ist eng mit den Menschen, den Landschaften und der Sprache des amerikanischen Südens verbunden. 1973 erhielt sie für ihren Roman Die Tochter des Optimisten den Pulitzer-Preis. Neben Erzählungen und Romanen veröffentlichte sie auch mehrere Bände mit eigenen Fotografien.
Biografie↑
Geboren wurde Eudora Alice Welty am 13. April 1909 in Jackson, Mississippi. Schon früh begann sie zu schreiben: Als Elfjährige veröffentlichte sie ihr erstes Gedicht in einer Lokalzeitung. Nach dem Abschluss der High School besuchte sie von 1925 bis 1927 das Mississippi State College for Women. Danach ging sie an die University of Wisconsin in Madison. In den Jahren 1930 und 1931 hielt sie sich zum Studium an der Columbia University in New York auf.
Nach ihrer Ausbildung arbeitete Welty bei einem regionalen Radiosender und schrieb nebenbei Artikel für Zeitungen. Als Fotografin war sie außerdem für das Projekt Works Progress Administration (WPA) unter Präsident Franklin D. Roosevelt tätig. In den folgenden Jahren bis zu ihrem Tod verfasste sie zahlreiche Kurzgeschichten und Romane. Daneben veröffentlichte sie mehrere Bände mit eigenen Aufnahmen.
Ihr erster Erzählband A Curtain of Green erschien 1941. Es folgten der Roman Delta Wedding (1946) und The Golden Apples (1949). 1972 kam The Optimist’s Daughter heraus, für den sie im Jahr darauf mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie Roman ausgezeichnet wurde. 1977 versammelte der Band The Collected Stories of Eudora Welty ihre Erzählungen, 1978 erschien mit The Eye of the Story eine Auswahl ihrer Essays und Rezensionen.
Mehrere ihrer Bücher erschienen auch auf Deutsch, teils unter anderen Titeln. So kam Delta Wedding 1962 als Die Hochzeit heraus, The Golden Apples 1992 als Die goldenen Äpfel. Ihr Leben lang blieb Welty ihrer Heimatstadt Jackson verbunden. Dort starb sie am 23. Juli 2001 an den Folgen einer Lungenentzündung.
Literarische Merkmale↑
Prägend für das Werk Weltys ist ihre enge Verbundenheit mit den Menschen, den Landschaften und der Sprache der amerikanischen Südstaaten. Wie bei anderen Autoren der Southern Renaissance – etwa Katherine Anne Porter, William Faulkner oder Flannery O’Connor – kommt in ihrer Prosa die düstere, an den Verfall gemahnende Atmosphäre einer Region zum Ausdruck, die von der Niederlage im Bürgerkrieg gezeichnet war. Ihr Schaffen umfasst dabei sowohl Kurzgeschichten und Romane als auch die Fotografie.
Rezeption↑
Vielen gilt Eudora Welty nicht nur als eine der bedeutendsten Autorinnen der Südstaaten, sondern darüber hinaus als eine der wichtigsten amerikanischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. 1952 wurde sie in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen, 1969 in die American Academy of Arts and Sciences. Für den Roman The Ponder Heart erhielt sie 1955 die William Dean Howells Medaille, 1973 folgte der Pulitzer-Preis für The Optimist’s Daughter.
Auch mit hohen staatlichen Ehrungen wurde ihr Werk gewürdigt: 1980 mit der Presidential Medal of Freedom, 1986 mit der National Medal of Arts. 1992 erhielt sie den Rea Award für das Kurzgeschichtenwerk, 1996 wurde sie in die französische Ehrenlegion aufgenommen. Ihr Nachleben pflegen heute die nach ihr benannte Eudora Welty Foundation und die Eudora Welty Society; mehrere Biografien zeichnen ihren Weg nach, darunter Arbeiten von Suzanne Marrs (2005) und Carolyn J. Brown (2012).
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