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Das Lexikon der klassischen Literatur
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Autoreneintrag · Mika Waltari
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Porträt Mika Waltari
Mika Waltari
1908 – 1979
– Autorenporträt –

Mika Waltari

1908 – 1979 · 70 Jahre

Einer der erfolgreichsten Schriftsteller Finnlands: Seine historischen Romane, allen voran „Sinuhe der Ägypter“, wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt.

Kurzbiografie↑

Zu den erfolgreichsten Schriftstellern Finnlands zählt Mika Waltari, geboren 1908 in Helsinki und dort 1979 auch gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine historischen Romane, denen jeweils ein gründliches Quellenstudium vorausging. Seinen größten Erfolg erzielte er mit Sinuhe der Ägypter, der Lebensgeschichte eines Arztes zur Zeit des Pharao Echnaton. Seine Werke wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt. Neben den historischen Stoffen schrieb Waltari auch Lyrik, Erzählungen und Kriminalromane.


Biografie↑

Als Sohn des lutherischen Pastors und Lehrers Toimi Armas Waltari und dessen Frau Olga Maria Johansson kam Mika Waltari 1908 in Helsinki zur Welt. 1912 zog die Familie für zwei Jahre nach Mikkeli, wo der Vater einige Romane und Kinderbücher verfasste, darunter das auf seinen Erfahrungen als Gefängniskaplan beruhende Buch Unohdettuja von 1912. Kurz nach der Rückkehr nach Helsinki starb Toimi Waltari im Alter von 32 Jahren; Mika war damals fünf Jahre alt. Er und seine beiden Brüder wurden fortan von der Mutter, die als Beamtin im öffentlichen Dienst arbeitete, sowie von zwei Onkeln erzogen, dem Theologen Toivo Waltari und dem Ingenieur Jalo Sihtola.

1926 legte Waltari seinen Schulabschluss an der Helsingin Suomalainen Normaalilyseo ab. Auf Wunsch der Mutter begann er ein Theologiestudium an der Universität Helsinki, wandte sich aber bald der Literaturwissenschaft und der Philosophie zu. In diesen Fächern schloss er 1929 sein Studium ab. Danach arbeitete er zunächst als Journalist, Übersetzer und Literaturkritiker. Sein erstes eigenes literarisches Werk hatte er bereits 1925 veröffentlicht. Ab 1938 war er als freier Schriftsteller tätig.

Waltari verfasste Lyrik, Erzählungen und Kriminalromane. Zu den Erzählungen gehört Ein Fremdling kam auf den Hof, zu den Kriminalromanen die Reihe um Kommissar Palmu. Einen Teil dieser Werke veröffentlichte er unter Pseudonymen wie Leo Arne, Kristian Korppi, Leo Rainio und Mikael Ritvala. Am bekanntesten sind seine historischen Romane. Einen Welterfolg brachte ihm Sinuhe der Ägypter, der 1954 mit Edmund Purdom und Victor Mature verfilmt wurde.

Ab 1957 war Waltari Mitglied der finnischen Akademie. 1970 verlieh ihm die Universität Turku den Ehrendoktortitel. Er wurde auf dem Friedhof Hietaniemi beigesetzt.


Literarische Merkmale↑

Nüchternheit, Melancholie und ein feiner Humor kennzeichnen Waltaris Schreiben. Bezeichnend ist eine scheinbar einfache, schlichte Sprache, die auf Ausschmückungen verzichtet und gerade dadurch umso stärker wirken kann. Immer wieder kehren dieselben Themen wieder: die Schicksalhaftigkeit der menschlichen Existenz und die Frage nach religiöser Erkenntnis. Für seine historischen Romane betrieb Waltari jeweils ein intensives Quellenstudium.


Rezeption↑

Zu Lebzeiten und darüber hinaus gilt Waltari als einer der erfolgreichsten Schriftsteller Finnlands. Seine Werke wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt, und mit Sinuhe der Ägypter erreichte er ein weltweites Publikum. Die Verfilmung des Stoffes von 1954 trug zusätzlich zu seiner Bekanntheit bei.

Auch nach seinem Tod blieb das Interesse an ihm wach. Im Oktober 2000 wurde in Helsinki die Mika Waltari-Gesellschaft gegründet, die Leben und Werk des Schriftstellers vorstellt und die wissenschaftliche Beschäftigung mit ihm fördert; auf ihrer Internetseite sind ein vollständiges Werkverzeichnis sowie eine Bibliografie der fremdsprachigen Übersetzungen abrufbar. 2008 widmete ihm das Ateneum eine große Ausstellung, die bedeutende finnische Maler seiner Zeit präsentierte, unter ihnen Yrjö Saarinen, Eemu Myntti, Mauno Markkula und Aimo Kanerva. Sein Name lebt auch außerhalb der Literatur fort: Die finnische Rockband Waltari benannte sich nach ihm, und der Asteroid (4266) Waltari trägt seinen Namen.

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