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Lukian von Samosata
Kurzbiografie↑
Lukian von Samosata gilt als einer der bedeutendsten Satiriker der griechischen Antike. Er wurde um 120 in der syrischen Stadt Samosata geboren und verfasste seine Werke in griechischer Sprache. Er bezeichnete sich selbst als Syrer, war nach damaligem Verständnis zugleich aber auch Grieche und Römer. Seine Geburtsstadt lag am Oberlauf des Euphrat. Zu seinen Lebzeiten gehörte sie zur römischen Provinz Syria. Ihre Ruinen liegen heute nahe der Stadt Samsat in der Südosttürkei. Lukian schrieb spöttische, satirische Texte. Diese wirkten über Jahrhunderte hinweg in der europäischen Literatur nach, auch wenn er heute vor allem Fachleuten ein Begriff ist.
Biografie↑
Lukian entstammte einer gründlich hellenisierten Familie ostsyrischer Abstammung. Geboren wurde er um 120 in Samosata. Zunächst ging er bei seinem Onkel mütterlicherseits in die Lehre, einem erfolgreichen Bildhauer. Diese Ausbildung gab er jedoch kurze Zeit später wieder auf. Stattdessen ließ er sich in Ionien, im Westen Kleinasiens, in griechischer Literatur und Rhetorik unterweisen.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich danach vermutlich als Gerichtsredner, später dann wohl als freier Schriftsteller. Mehrmals bereiste er die Mittelmeerwelt. Er lebte längere Zeit in Athen, kam nach Olympia und Rom und ging in Gallien einer Lehrtätigkeit nach. Seine Muttersprache war Griechisch, doch beherrschte er auch etwas Latein. Im höheren Alter nahm er einen Posten beim römischen Statthalter Ägyptens in Alexandria an.
Seine Hauptschaffenszeit und seine letzten Lebensjahre fielen in die Regierungszeit des römischen Kaisers Mark Aurel, der von 161 bis 180 herrschte. Dessen Tod muss Lukian noch erlebt haben, da er die nachträgliche Vergöttlichung dieses Herrschers erwähnt. Ob er auch noch unter den Kaisern Commodus und Septimius Severus wirkte, ist umstritten, da eindeutige Hinweise dafür fehlen.
Über das Todesjahr und den Sterbeort gibt es widersprüchliche Angaben. Wikidata nennt das Jahr 200, die Deutsche Biographie hingegen das Jahr 180. Nach der Überlieferung starb er frühestens im Jahr 180. Auch der Ort ist nicht gesichert. Einigen Berichten zufolge verstarb er in Alexandria, wo er seinen letzten Posten bekleidete, anderen zufolge in Athen.
Literarische Merkmale↑
Spott und Satire prägen das Werk Lukians. Er setzte sich kritisch und oft ironisch mit den Vorstellungen seiner Zeit auseinander. Charakteristisch ist die scherzhafte Übertreibung, wie sie etwa in seinem Lob auf ein so geringes Geschöpf wie die Fliege zum Ausdruck kommt. In Ikaromenippus oder Die Luftreise verband er solche satirische Verspieltheit mit einer fantastischen Reiseerfindung. Seine Texte boten der Nachwelt reichen Stoff. Nach seinen Beschreibungen entstanden später Gemälde, Bauwerke und Theaterstücke, und es wurde Musik komponiert.
Rezeption↑
Lukian ist heute nur noch Fachleuten ein Begriff. Dennoch zählt er zu jenen antiken Schriftstellern, welche die europäische Kultur nachhaltig beeinflusst haben. Ein großer Verehrer war zunächst Erasmus von Rotterdam. Gemeinsam mit Thomas Morus gab er im Jahr 1506 eine neue Werksammlung unter dem Titel Luciani opuscula heraus. In seiner Satire Das Lob der Torheit verarbeitete Erasmus „viel Lukian“, indem er sich auf dessen Lob der Fliege stützte. 1513 erschienen die Dialoge bei Melchior Lotter in Leipzig. Sie wurden maßgeblich vom Philologen Veit Werler bearbeitet.
Später ließen sich auch Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller von ihm anregen. Wieland übertrug das gesamte Werk Lukians ins Deutsche. Auf der Grundlage von Ikaromenippus oder Die Luftreise schuf der österreichische Komponist Hartmut Schmidt 1980 die Oper Menippus nach einem Text von Werner Thuswaldner. Das Werk in sechs Szenen wurde 1990 am Salzburger Landestheater uraufgeführt. Auch der Mondkrater Lucian ist nach ihm benannt.
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