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MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
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Porträt Magda Szabó
Magda Szabó
1917 – 2007
– Autorenporträt –

Magda Szabó

1917 – 2007 · 90 Jahre

Ungarische Erzählerin, die nach zehn Jahren Publikationsverbot zu einer international gelesenen Romanautorin wurde – bekannt vor allem durch den Roman „Hinter der Tür“.

Kurzbiografie↑

Zu den bekanntesten Stimmen der ungarischen Literatur des 20. Jahrhunderts zählt Magda Szabó. Geboren 1917 in Debrecen, begann sie als Lyrikerin und wandte sich später dem Roman zu. Nach einem zehn Jahre währenden Publikationsverbot in den 1950er Jahren wurde sie zu einer viel gelesenen Erzählerin, die auch Kinderbücher und Jugendromane veröffentlichte. Ihr Roman Hinter der Tür fand über Ungarn hinaus ein großes Publikum und wurde verfilmt. Für ihr Werk erhielt sie hohe Auszeichnungen, darunter den Kossuth-Preis und den französischen Prix Femina.


Biografie↑

Am 5. Oktober 1917 kam Magda Szabó in Debrecen zur Welt, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Sie stammte aus einer calvinistischen Beamtenfamilie. In Debrecen absolvierte sie ein Lehramtsstudium der klassischen Philologie und Literatur. Zwischen 1940 und 1945 arbeitete sie als Lehrerin, anschließend war sie im Ministerium für Religions- und Unterrichtsfragen beschäftigt.

Ihr literarisches Debüt gab sie 1947 mit der Gedichtsammlung Lamm. Im selben Jahr heiratete sie den Autor und Übersetzer Tibor Szobotka, der von 1913 bis 1982 lebte. 1949 wurde Szabó mit einem Publikationsverbot belegt, das bis 1959 galt, und aus dem Staatsdienst entlassen. Von 1959 an arbeitete sie als freischaffende Autorin und Übersetzerin.

In dieser Zeit entstanden die Romane, die ihren Ruf begründeten. Dazu zählen Das Fresko (1958), Die andere Esther (1959) und Das Schlachtfest (1960). Später folgte der Roman Hinter der Tür (1987), der verfilmt wurde. Daneben schrieb sie Kinderbücher und Jugendromane, unter ihnen Abigail. Auch als Übersetzerin und als Verfasserin von Drehbüchern war sie tätig.

Für ihr Schaffen wurde Szabó vielfach geehrt. 1978 erhielt sie den Kossuth-Preis, Ungarns höchste Auszeichnung für Künstler, 2003 den französischen Prix Femina. 1993 wurde sie zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften ernannt und erhielt im selben Jahr die Ehrendoktorwürde der Reformierten Theologischen Universität Debrecen.

Magda Szabó starb am 19. November 2007. Über den genauen Sterbeort gehen die Angaben auseinander: Die überprüften Norm- und Wikidata-Daten nennen Budapest, während die Wikipedia Kerepes bei Gödöllő angibt.


Literarische Merkmale↑

Ihren Weg begann Szabó als Lyrikerin und wandte sich erst später der Prosa zu. In den Jahrzehnten ihres Schaffens arbeitete sie in verschiedenen Gattungen. Neben den Romanen, die ihren Ruf trugen, schrieb sie Erzählungen, ein Bühnenstück, Kinderbücher und Jugendromane sowie Drehbücher. Auch als Übersetzerin war sie tätig.


Rezeption↑

Über Ungarn hinaus bekannt wurde Szabó vor allem durch ihre Romane. Hinter der Tür wurde 2012 unter der Regie von István Szabó verfilmt, mit Helen Mirren und Martina Gedeck in den Hauptrollen. Ihr Werk wurde früh ins Deutsche übertragen; mehrere Romane erschienen bei renommierten Verlagen wie Insel, teils in mehreren Übersetzungen. Ihre Bedeutung spiegelt sich auch in den Auszeichnungen, die sie erhielt: dem Kossuth-Preis 1978, der Aufnahme in die Europäische Akademie der Wissenschaften 1993 und dem Prix Femina 2003. In der deutschsprachigen Auseinandersetzung mit ihrem Werk widmete Elke Schmitter ihr ein Porträt in dem Band Leidenschaften. 99 Autorinnen der Weltliteratur.

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