1783 – 1842
Stendhal
Kurzporträt↑
Marie-Henri Beyle nannte sich Stendhal. Er gehört zu den großen französischen Erzählern des frühen 19. Jahrhunderts. Geboren wurde er 1783 in Grenoble, gestorben ist er 1842 in Paris. Zu Lebzeiten war er vor allem als Journalist, Kritiker und Essayist bekannt. Heute zählt er zu den frühesten Vertretern des literarischen Realismus. Das verdankt er der scharfen Charakterzeichnung seiner Romane. Neben dem Schreiben hatte er ein bewegtes Leben als Militär und Politiker.
Biografie↑
Marie-Henri Beyle kam am 23. Januar 1783 in Grenoble zur Welt. Er starb am 23. März 1842 in Paris. Bekannt wurde er unter dem Pseudonym Stendhal. Doch er bediente sich im Laufe seines Lebens auch zahlreicher weiterer Namen und Decknamen. Dazu zählen Louis-Alexandre-César Bombet, Henry Brulard und die Wendung „Petit Neveu de Grimm".
Sein Lebensweg führte ihn weit über die Schreibstube hinaus. Stendhal war Schriftsteller, dazu Militär und Politiker. Wikidata verzeichnet ihn zusätzlich als Diplomaten, Autobiografen, Tagebuchschreiber, Biografen und Kunsthistoriker. Diese Bandbreite zeigt, wie sehr sich öffentliches und literarisches Leben bei ihm verbanden.
Literarische Merkmale↑
Stendhals Ruhm gründet auf den analytischen Charakterbildern seiner Romane. Diese genaue Beobachtung der Menschen hebt ihn aus der Literatur seiner Zeit heraus. Sie macht ihn zu einem der frühesten Vertreter des literarischen Realismus. Während andere Autoren noch im romantischen Ton schrieben, richtete er den Blick nüchtern auf das Innere seiner Figuren. Ihre Antriebe, Schwächen und Berechnungen zeichnete er mit kühler Klarheit nach.
Rezeption↑
Zu Lebzeiten war Stendhal nicht in erster Linie als Romancier berühmt. Bekannt war er als Journalist, Kritiker und Essayist. Erst spätere Generationen erkannten den Rang seiner erzählenden Werke. Sie stellten ihn an den Beginn des literarischen Realismus. Diese Umwertung trägt bis heute. Er gilt als einer der Autoren, deren Bedeutung erst nach dem Tod in voller Breite sichtbar wurde.
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