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Porträt Fjodor Sologub
Fjodor Sologub
1863 – 1927
– Autorenporträt –

Fjodor Sologub

1863 – 1927 · 64 Jahre

Russischer Schriftsteller des dekadenten Symbolismus, der ein Vierteljahrhundert als Lehrer arbeitete und in seinem Roman „Der kleine Dämon" das Bild einer vom Bösen beherrschten Welt entwarf.

Kurzporträt

Fjodor Sologub, eigentlich Fjodor Kusmitsch Teternikow, war ein russischer Schriftsteller des sogenannten dekadenten Symbolismus. Geboren 1863 in Sankt Petersburg, verdiente er ein Vierteljahrhundert lang seinen Lebensunterhalt als Lehrer. Bekannt als Dichter machte ihn vor allem sein Roman Der kleine Dämon. Seine Werke kreisen um eine düstere, dämonisierende Sicht der Welt. In ihr liegen Liebe, Tod und das Boshaft-Banale eng beieinander. Er schrieb Lyrik, Erzählungen, Romane und Märchen. Sologub starb 1927 in Leningrad.


Biografie

Geboren wurde Fjodor Sologub am 17. Februar (nach julianischem Kalender) beziehungsweise 1. März 1863 (nach gregorianischem Kalender) in Sankt Petersburg. Sein bürgerlicher Name war Fjodor Kusmitsch Teternikow. Über seine Kindheit und Ausbildung gibt das vorliegende Material keine näheren Auskünfte.

Bekannt ist, dass Sologub 25 Jahre lang als Lehrer tätig war, sowohl in der russischen Provinz als auch in St. Petersburg. Diese lange Berufserfahrung prägte sein Schreiben. Als jemand, der mit der Welt des Kindes vertraut war, gab er der kindlichen Erfahrung in seinem Werk einen festen Platz, besonders dem Angstzustand. Ein Beispiel ist In der Menge von 1907.

Seine Dichtung ist dem Symbolismus verpflichtet. Sie ist geprägt von einer fast krankhaft düsteren, dämonisierenden Sicht einer vom Satan beherrschten Welt, in der die Menschen sich selbst die schlimmsten Teufel sind. Das gilt für seine formal strenge Lyrik, die phantastische Visionen und Beschwörungen bevorzugte. Gelegentlich trat sie aber auch politisch engagiert auf, so im Gedichtband Der Flammenkreis von 1908. Ebenso bestimmt diese Sicht seine Erzählungen, Novellen und Romane. Sie verbinden das Thema der Dämonie häufig mit dem der Liebe und des Todes, etwa Der Stachel des Todes (1904), Tod nach der Annoncen (1907) und Die trauernde Braut (1908).

Im Jahr 1904 erschien von Sologub eine Sammlung von 39 Märchen. Ein Jahr später ließ er ihr einen Band mit „Politischen Märchen“ folgen. Als sein bedeutendstes Werk gilt der Roman Der kleine Dämon, der 1907 erschien und 1909 auf Deutsch herauskam. Dessen Zentralfigur, ein sadistischer Lehrer an einem Provinzgymnasium, zählt zu den fesselndsten Gestaltungen des Boshaft-Banalen. Sie knüpft an Nikolai Gogol und Michail Saltykow-Schtschedrin an, aber auch an Edgar Allan Poe.

1908 heiratete Sologub die Schriftstellerin und Übersetzerin Anastassija Tschebotarewskaja, mit der er fortan eng zusammenarbeitete. Zu seinen weiteren Werken gehören die mehrbändige Eine Legende im Werden (1908–1912, auf Deutsch unter dem Titel Totenzauber), der Roman Süßer als Gift (1908), die Erzählung Schatten (1896) und das Drama Triumph des Todes (1907). Eine zwanzigbändige Ausgabe seiner gesammelten Werke erschien ab 1913 auf Russisch.

Sologub erkrankte im Jahr 1925. Nach mehreren Monaten des Leidens starb er am 5. Dezember 1927 in Leningrad. Er wurde auf dem Smolensker Friedhof bestattet.


Literarische Merkmale

Kennzeichnend für Sologubs Schreiben ist eine fast krankhaft düstere, dämonisierende Weltsicht. In seiner Dichtung erscheint die Welt vom Satan beherrscht. Die Menschen sind einander – wie sich selbst – die schlimmsten Teufel. Diese Grundstimmung durchzieht sowohl seine Lyrik als auch seine Prosa.

Seine Lyrik ist formal streng und bevorzugt phantastische Visionen und Beschwörungen. Gelegentlich wendet sie sich aber auch politischen Themen zu. In den Erzählungen, Novellen und Romanen verbindet Sologub das Thema der Dämonie häufig mit dem der Liebe und des Todes. Ein wiederkehrendes Motiv ist die kindliche Erfahrung, besonders der Angstzustand. Dieses Motiv ist ein Erbe seiner langen Tätigkeit als Lehrer.

Sologub gilt als Vertreter des dekadenten Symbolismus. In der Gestaltung des Boshaft-Banalen knüpft er an Nikolai Gogol und Michail Saltykow-Schtschedrin an, aber auch an Edgar Allan Poe. Neben Romanen und Gedichten schrieb er Märchen, darunter eine Sammlung von 39 Märchen und einen Band „Politischer Märchen“.


Rezeption

Als bedeutendstes Werk Sologubs gilt der Roman Der kleine Dämon. Sein sadistischer Provinzlehrer wird zu den fesselndsten Gestaltungen des Boshaft-Banalen gezählt. Schon zwei Jahre nach der russischen Veröffentlichung erschien 1909 eine deutsche Übersetzung. Ab 1913 wurden seine gesammelten Werke in zwanzig Bänden auf Russisch herausgegeben. Mehrere seiner Bücher wurden ins Deutsche übertragen, darunter Ausgaben seiner Märchen und Novellen bis hin zu den Meisternovellen von 1960.

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