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Autoreneintrag · Snorri Sturluson
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Porträt Snorri Sturluson
Snorri Sturluson
1179 – 1241
– Autorenporträt –

Snorri Sturluson

1179 – 1241 · 62 Jahre

Isländischer Skalde und mächtiger Gode des 13. Jahrhunderts, dem die „Snorra-Edda“, ein Lehrbuch für Skalden, sowie die Königsgeschichte „Heimskringla“ zugeschrieben werden.

Kurzbiografie↑

Als isländischer Skalde, Historiker und mächtiger Gode zählt Snorri Sturluson zu den bekanntesten Gestalten des mittelalterlichen Nordens. Er wurde 1179 in Hvammur í Dölum geboren und starb am 23. September 1241 in Reykholt. Ihm werden die Snorra-Edda, ein Lehrbuch für Skalden, sowie die Heimskringla, eine Geschichte der norwegischen Könige, zugeschrieben. Zugleich gehörte er zur Führungsschicht seines Landes und bekleidete zweimal das einflussreiche Amt des Gesetzessprechers. Sein gewaltsamer Tod fällt in eine Zeit erbitterter Machtkämpfe, die nach seiner Familie als „Sturlungenzeit“ bezeichnet wird.


Biografie↑

Geboren wurde Snorri 1179 in Hvammur í Dölum als Sohn von Sturla Þórðarson und Guðný Böðvarsdóttir. Mit seinen Eltern wurde das Geschlecht der Sturlungar begründet. Er hatte zwei ältere Brüder, Þórðr und Sighvatr. Nach dem Brauch der Zeit wuchs Snorri nicht bei den eigenen Eltern auf, sondern bei einem mächtigen Mann: Jón Loftsson, der als einer der einflussreichsten Goden und klügsten Männer Islands beschrieben wird. Loftsson stammte aus einer mächtigen Familie und lebte in Oddi, einem kulturellen Zentrum des mittelalterlichen Island. Nach ihm und seinen Nachfahren nannte man diese Familie auch Oddaverjar.

In Oddi lernte Snorri Lesen und Schreiben und erhielt Unterricht in Latein, Theologie, Geographie und isländischem Recht. 1199 heiratete er in erster Ehe Herdís Bersadóttir. 1206 trennten sich die beiden, und Snorri zog nach Reykholt, wo er den Rest seines Lebens wohnte. In zweiter Ehe heiratete er 1224 Hallveig Ormsdóttir.

Snorri gehörte zur Führungsschicht der Goden. Seine Familie, die Sturlungar, wurde unter ihm zu einer der mächtigsten des Landes, deren Mitglieder einander jedoch zugleich befehdeten. Zweimal hatte er das Amt des Gesetzessprechers inne, eine der einflussreichsten Positionen im Althing. Die Zeit von 1180 bis 1262 wird in der Geschichte Islands nach seiner Familie als „Sturlungenzeit“ bezeichnet.

Im Sommer 1218 segelte Snorri von Island nach Norwegen. Dort schloss er sich dem Jarl Skuli Barðsson an und wurde dessen Gefolgsmann. Im folgenden Sommer weilte er bei Eskil Magnusson und dessen Frau Kristina Nilsdóttir Blake in Skara, die beide mit der königlichen Familie verwandt waren. Zudem wurde er Lehnsmann des norwegischen Königs Håkon Håkonarson und hielt sich an dessen Hof auf. Nach einem gewaltsamen Konflikt zwischen norwegischen Händlern und Isländern in den Jahren 1218 bis 1220 schickte Håkon ihn nach Island, um dort den Frieden wiederherzustellen und das Land unter den König zu bringen. Damit ist Snorri der erste persönlich greifbare Vertreter eines norwegischen Königs auf Island. Wie weit er in den folgenden Jahren die Interessen des norwegischen Königtums vertrat, ist heute nicht mehr zu klären.

Seine eigene Machtstellung baute er durch Heirat und durch die Verheiratung dreier Töchter in Godenfamilien aus. Zugleich nahmen kriegerische Auseinandersetzungen und wechselnde Bündnisse innerhalb seines Verwandtschaftsnetzes zu. Besonders kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen Snorri und seinem Neffen Sturla Sighvatsson. In diesem Rahmen eroberte Sturla 1238 Bessastaðir und zwang Snorri zur Flucht von der Insel. Im Folgejahr wurde Sturla jedoch erschlagen, und Snorri kehrte zurück und beanspruchte die Herrschaft über den Westteil Islands. Damit verstieß er gegen eine Anordnung König Håkons, wonach Isländer Norwegen nicht ohne Erlaubnis verlassen durften. Der König beauftragte daraufhin den Goden Gizurr Þorvaldsson, einen früheren Schwiegersohn Snorris, diesen gefangen zu nehmen oder zu erschlagen. Gizurr verbündete sich mit zwei Stiefsöhnen Snorris, die mit ihm im Streit lagen. Am 23. September 1241 überfiel er Snorri mit einer kleinen Gefolgschaft in Reykholt und erschlug ihn dort.


Literarische Merkmale↑

Als Dichter arbeitete Snorri in der Tradition der Skalden, deren kunstvolle Sprache er zugleich lehrend festhielt. In seinem Werk erklärt er die skaldischen Stilmittel, die kenningar und heiti, und ordnet sie in einer Verslehre. So diente die Snorra-Edda als Lehrbuch, das den Nachwuchs mit den Regeln der Dichtung vertraut machte. Die nordische Götterwelt stellt er dabei aus euhemeristischer Sicht dar: Die altnordischen Götter erscheinen als vergöttlichte Helden oder Könige. So werden Njörd und Freyr als aufeinanderfolgende Könige auf dem schwedischen Thron gedeutet. In der Heimskringla verbindet sich diese Nüchternheit mit dem Erzählen von Königsgeschichte.


Rezeption↑

Nur die älteste der vier Handschriften der Snorra-Edda nennt Snorri als Verfasser. Da auch sie erst rund sechzig Jahre nach seinem Tod entstand und sich die Handschriften stark voneinander unterscheiden, ist nicht sicher, dass alle Teile von ihm selbst stammen. Als Autor großer Teile der Heimskringla gilt er dagegen mit sehr großer Sicherheit. Wegen einiger Stilähnlichkeiten wird ihm mitunter auch die Egils saga zugeschrieben, doch stehen die Argumente dafür auf schwachen Füßen.

Sein Wirken hat bis heute Spuren hinterlassen. Nahe seinem Haus in Reykholt ließ er ein von einer heißen Quelle gespeistes Bad anlegen, das als Snorralaug noch besteht und als Touristenziel gilt. Die Forschung hat sich bis in die Gegenwart eingehend mit ihm befasst; eine neuere Biografie von Óskar Gudmundsson trägt den Titel Snorri Sturluson – Homer des Nordens.

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