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Autoreneintrag · Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski
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Porträt Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski
Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski
1865 – 1941
– Autorenporträt –

Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski

1865 – 1941 · 76 Jahre

Russischer Schriftsteller und Wegbereiter des Symbolismus, dessen historische Romane um Julian, Leonardo und Peter den Großen weltweit hohe Auflagen erreichten.

Kurzbiografie↑

Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski war ein russischer Schriftsteller. Bekannt wurde er vor allem durch seine historischen Romane. Er wurde 1865 in Sankt Petersburg geboren und starb 1941 in Paris. Gemeinsam mit seiner Frau, der Dichterin Sinaida Hippius, gilt er als geistiger Wegbereiter des russischen Symbolismus. Sein Roman Leonardo da Vinci ist der mittlere Teil der Trilogie Christ und Antichrist. Er erreichte auch in Deutschland sehr hohe Auflagen. Nach der Oktoberrevolution verließ Mereschkowski Russland. Bis zu seinem Tod lebte er im Pariser Exil.


Biografie↑

Mereschkowski wurde am 2. August 1865 in Sankt Petersburg geboren. Das Datum folgt dem damals in Russland gültigen Kalender. Nach heutiger Zählung fällt der Tag auf den 14. August. Sein Vater war Hofbeamter und stammte aus ukrainischem Adel. Sein Bruder Konstantin Sergejewitsch Mereschkowski wurde Biologe. Von 1884 bis 1889 studierte Mereschkowski in seiner Geburtsstadt Geschichte.

Im Jahr 1888 erschien sein erster Lyrikband. Ein Jahr später, 1889, heiratete er die Dichterin Sinaida Nikolajewna Hippius (Gippius). Das Paar unterhielt seit 1901 in Sankt Petersburg einen theologisch geprägten Literatursalon. Nach der Emigration führte es diesen ab 1920 in Paris unter dem Namen „Grüne Lampe“ fort. Beide gelten als geistige Wegbereiter des russischen Symbolismus. Ihr Salon galt als ein einflussreiches Zentrum christlich-religiös und völkisch gesinnter Intellektueller.

Bekannt wurde Mereschkowski durch eine Reihe historischer Romane und Novellen. Der erste Teil seiner Trilogie Christ und Antichrist erschien 1896 unter dem Titel Julian Apostata. Er war zeitweise auch in Deutschland sehr bekannt. In der Übersetzung von Alexander Eliasberg wurde er vom Deutschen Bücherbund herausgegeben. Der mittlere Teil, Leonardo da Vinci, folgte 1901. Er wurde unmittelbar nach dem Erscheinen der russischen Ausgabe vielfach übersetzt. Er erreichte weltweit und auch in Deutschland enorm hohe Auflagen. In verschiedenen Übersetzungen fand er sich im Programm angesehener Taschenbuchverlage wie Knaur oder Piper. Der dritte Band der Trilogie, Peter und Alexej, erschien 1905.

Im November 1919 emigrierte das Ehepaar Mereschkowski im Zuge der Oktoberrevolution nach Warschau. Im Oktober 1920 reiste es weiter nach Paris. Dort förderte er gemeinsam mit seiner Frau die jungen Schriftsteller des sogenannten Russki Montparnasse, die erst in der Emigration zu schreiben begannen. Zu ihnen zählten Gaito Gasdanow und Boris Poplawski.

Mereschkowski war für den Literatur-Nobelpreis nominiert. In späten politischen Texten äußerte er Sympathie für den italienischen Faschismus. Diese Haltung soll einer Verleihung nicht zuträglich gewesen sein. Zweimal, 1934 und 1936, wurde er von Mussolini empfangen. In der Forschung umstritten ist die Einschätzung seines Verhältnisses zu Mussolini. In Hanns Martin Elsters Vorwort zu Julian Apostata (Düsseldorf 1951) heißt es, er habe zeitweilig auf Mussolini als Staatstheoretiker gehofft, „ohne dem Faschismus trauen zu können“. Von den Deutschen habe er sich laut Elster ferngehalten. In der russischen Emigration isolierte er sich, weil er in einer Rede Hitler mit Jeanne d'Arc verglich. Er erklärte, Hitler drohe zwar, Russland als Land zu zerstören. Doch sei dies weniger schlimm als die Herrschaft Stalins, der die „russische Seele“ zerstöre. Mereschkowski starb am 9. Dezember 1941 in Paris.


Literarische Merkmale↑

Bekannt wurde Mereschkowski vor allem als Verfasser historischer Romane und Novellen. Sein bekanntestes Werk ist die Trilogie Christ und Antichrist. Sie greift weit zurückliegende Stoffe auf: die Spätantike um Kaiser Julian, die Renaissance um Leonardo da Vinci und das Russland Peters des Großen. Sein Schaffen ist geprägt von der Verbindung historischen Stoffs mit religiös-philosophischer Deutung. Gemeinsam mit seiner Frau gilt er als Wegbereiter des russischen Symbolismus.


Rezeption↑

Sehr breite Wirkung entfaltete vor allem der Roman Leonardo da Vinci. Er wurde nach seinem Erscheinen vielfach übersetzt und erreichte auch in Deutschland enorm hohe Auflagen. Dort erschien er in verschiedenen Übersetzungen bei renommierten Taschenbuchverlagen wie Knaur und Piper. Mereschkowski findet Erwähnung in den Tagebüchern Georg Heyms, der diesen Roman schätzte. Auch Julian Apostata war in Deutschland zeitweise sehr bekannt.

Mereschkowski war für den Literatur-Nobelpreis nominiert. Seine späten politischen Äußerungen und seine Nähe zum italienischen Faschismus belasteten jedoch sein Ansehen. Sie sollen einer Verleihung im Weg gestanden haben. In der russischen Emigration isolierte er sich, nachdem er Hitler mit Jeanne d'Arc verglichen hatte. In seiner Heimat verschwand sein Werk lange aus der Öffentlichkeit. Erst seit 1987 wird es in Russland wieder veröffentlicht und aufgeführt.

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