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Porträt Alexander Sergejewitsch Gribojedow
Alexander Sergejewitsch Gribojedow
1795 – 1829
– Autorenporträt –

Alexander Sergejewitsch Gribojedow

1795 – 1829 · 34 Jahre

Russischer Dramatiker und Diplomat, dessen Verskomödie „Wehe dem Verstand" zu einem der meistgespielten Theaterstücke Russlands wurde.

Kurzporträt

Alexander Sergejewitsch Gribojedow war russischer Diplomat und Dramatiker. Dauerhaft gewirkt hat er vor allem mit einem einzigen Werk. Geboren wurde er 1795 in Moskau, gestorben ist er 1829 in Teheran. Er verband eine bewegte Laufbahn im Staatsdienst mit literarischem und musikalischem Schaffen. Seine Verskomödie Verstand schafft Leiden oder: Wehe dem Verstand gilt als das meistaufgeführte Theaterstück in Russland. Zugleich war er an einem der folgenreichsten Kapitel der russisch-persischen Geschichte beteiligt, dem Frieden von Turkmantschai.


Biografie

Geboren wurde Gribojedow am 15. Januar 1795 in Moskau. Von 1810 bis 1812 studierte er an der Staatlichen Universität Moskau. Nach dem Studium trat er in ein Husaren-Regiment ein. Den Dienst quittierte er jedoch bereits 1816. Ein Jahr später wechselte er in die öffentliche Verwaltung.

Seine Laufbahn führte ihn früh in den diplomatischen Dienst. 1818 wurde er Sekretär der russischen Gesandtschaft in Persien. Von dort wurde er nach Tiflis in Georgien versetzt. In der politischen Elite der Stadt fasste er rasch Fuß. Er wirkte an städtebaulichen Konzeptionen mit, an der Einrichtung kultureller Institutionen und Bildungsanstalten sowie an der Gründung einer russisch-georgischen Zeitung.

Neben seinen Ämtern war Gribojedow künstlerisch tätig. Er begann früh zu schreiben, spielte Klavier, Orgel und Flöte und komponierte zwei Walzer und eine Sonate. Für eine Bühne in Sankt Petersburg verfasste er 1816 die Verskomödie Die jungen Eheleute. Weitere Stücke derselben Art folgten. Keines dieser Dramen erreichte jedoch den Erfolg und die Langzeitwirkung seiner 1823 entstandenen Komödie Verstand schafft Leiden oder: Wehe dem Verstand, einer beißenden Satire auf die russische Aristokratie und ihre Leidenschaften. Die Zensurbehörde lehnte das Stück ab. Doch es kursierte in zahlreichen Abschriften in der intellektuellen Elite.

Nach dem Aufstand der Dekabristen wurde Gribojedow kurzzeitig inhaftiert. Enttäuscht kehrte er 1826 nach Tiflis zurück. Dort widmete er sich einem Plan zur Neustrukturierung von Wirtschaft und Kultur in Transkaukasien. Dieser sollte die Entwicklung von Industrie, Landwirtschaft und Handel anstoßen.

Nach dem Russisch-Persischen Krieg war er 1828 Berater des Gouverneurs von Georgien, Graf Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch. Er nahm an den Friedensverhandlungen mit Persien teil. Mit dem unterschriftsreifen Vertrag wurde er nach Sankt Petersburg gesandt. Dort bereitete man ihm einen großen Empfang. Der Vertrag ging als Friede von Turkmantschai in die Geschichte ein. Im Iran wird er bis heute als einer der erniedrigendsten Verträge betrachtet, die das Land je unterzeichnen musste. Neben Gebietsverlusten und hohen Reparationszahlungen verlor Persien die Schifffahrtsrechte auf dem Kaspischen Meer. Außerdem musste es die Kapitulationsrechte russischer Staatsbürger anerkennen.

Nach 1828 plante Gribojedow, sich ganz der Literatur zu widmen. Er begann an einem romantischen Drama mit dem Titel Georgische Nacht zu arbeiten. Am 22. August 1828 heiratete er die fünfzehnjährige georgische Prinzessin Nino Tschawtschawadse, eine Tochter des Dichters Alexander Tschawtschawadse. Am 11. Februar 1829 starb er in Teheran.


Literarische Merkmale

Gribojedows literarisches Werk ist vor allem von der Verskomödie geprägt. Schon seine frühen Petersburger Bühnenstücke waren in dieser Form gehalten. Auch sein bedeutendstes Werk verband den gebundenen Vers mit dem Lustspiel. Charakteristisch ist dabei der satirische Ton. Seine Komödie über die russische Aristokratie zeichnet ein beißend kritisches Bild dieser Gesellschaftsschicht und ihrer Leidenschaften. In seinem späten Schaffen wandte er sich dem romantischen Drama zu. Hinzu kommt eine musikalische Seite seines Talents: Gribojedow spielte Klavier, Orgel und Flöte und komponierte selbst.


Rezeption

Nachhaltige Wirkung entfaltete vor allem ein einziges Werk. Seine Komödie Verstand schafft Leiden oder: Wehe dem Verstand gilt als das meistaufgeführte Theaterstück in Russland. Bemerkenswert ist, dass dieser Erfolg gegen den Widerstand der Obrigkeit zustande kam. Die Zensurbehörde lehnte das Stück ab, sodass es zunächst nicht gedruckt werden durfte. Stattdessen verbreitete es sich in zahlreichen Abschriften innerhalb der gebildeten und intellektuellen Elite. Auf diesem Weg erlangte es seine bleibende Bekanntheit.

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