Meisterwerke der Worte
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
Autoreneintrag · Liviu Rebreanu
Eingang · Autoren · Liviu Rebreanu
Porträt Liviu Rebreanu
Liviu Rebreanu
1885 – 1944
– Autorenporträt –

Liviu Rebreanu

1885 – 1944 · 58 Jahre

Rumänischer Romancier und Dramatiker, der mit „Ion“ und „Der Wald der Gehenkten“ bekannt wurde und in den 1940er Jahren das Nationaltheater Bukarest leitete.

Kurzbiografie↑

Zu den bekanntesten Erzählern der rumänischen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts zählt Liviu Rebreanu, geboren 1885 in Târlișua im damals österreichisch-ungarischen Siebenbürgen, gestorben 1944 in Valea Mare. Er war Schriftsteller, Dramatiker und Journalist. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane, unter ihnen Ion und Pădurea spânzuraților, auf Deutsch Der Wald der Gehenkten. In den 1940er Jahren leitete er als Direktor das Nationaltheater Bukarest.


Biografie↑

Geboren wurde Liviu Rebreanu am 27. November 1885 in Târlișua in Siebenbürgen, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Er war eines von dreizehn Kindern eines rumänischen Dorfschullehrers. Seine Kindheit verbrachte er in Maieru. In Bistrița besuchte er das Deutsche Gymnasium.

Im Ersten Weltkrieg diente Rebreanu als Soldat der ungarischen Armee. Sein ebenfalls eingezogener Bruder Emil wurde als Deserteur und Spion hingerichtet.

Als Schriftsteller trat Rebreanu vor allem mit Romanen hervor. 1920 erschien Ion, auf Deutsch unter dem Titel Die Erde, die trunken macht. Zwei Jahre später folgte Pădurea spânzuraților, deutsch Der Wald der Gehenkten. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Romane, darunter Adam și Eva (1925), Ciuleandra (1927) sowie Răscoala (1932), deutsch Der Aufstand. Später erschienen unter anderem Jar (1934), Gorila (1938) und Amândoi (1940).

In den 1940er Jahren war Rebreanu Direktor des Nationaltheaters Bukarest. 1941 nahm er am nationalsozialistischen Weimarer Dichtertreffen teil und erhielt den Verdienstorden vom Deutschen Adler mit Stern. Er starb am 1. September 1944 in Valea Mare im Kreis Argeș.


Literarische Merkmale↑

Sein Werk hatte seinen Schwerpunkt im Roman. Daneben arbeitete Rebreanu als Dramatiker, als Journalist und als Übersetzer. Er schrieb auf Rumänisch; mehrere seiner Romane wurden ins Deutsche übertragen.


Rezeption↑

Nachwirkung zeigt sich vor allem in der Übersetzung seiner Romane ins Deutsche. Bereits zu Lebzeiten erschien Der Aufstand 1942 in der Wiener Verlagsgesellschaft. Nach dem Krieg brachte der Verlag Volk und Welt in Berlin mehrere seiner Bücher heraus, darunter Der Wald der Gehenkten (1966) und Mitgift (1969). 2018 legte der Paul Zsolnay Verlag in Wien eine Neuübersetzung von Der Wald der Gehenkten durch Georg Aescht vor, mit einem Nachwort von Ernest Wichner. Rebreanus Rolle in der Zeit des Dritten Reiches ist Gegenstand der Forschung; Daniela Laube widmete ihr 2022 in der Zeitschrift Spiegelungen einen Beitrag.

Mitglieder des YouTube-Kanals erhalten das ganze Lexikon als PDF zum Download – zum Sammeln, Offline-Lesen und Ausdrucken. Mitglied werden →

Aus dem Werkverzeichnis↑

Im Lexikon

Weitere Werke (Auswahl)

Vollständiges Werkverzeichnis bei Wikipedia (3 weitere Titel)

meisterwerke-der-worte.de · Auszug aus dem Lexikon · Alle Rechte vorbehalten