Meisterwerke der Worte
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
MEISTERWERKE DER WORTE
Das Lexikon der klassischen Literatur
Autoreneintrag · Robert Penn Warren
Eingang · Autoren · Robert Penn Warren
Porträt Robert Penn Warren
Robert Penn Warren
1905 – 1989
– Autorenporträt –

Robert Penn Warren

1905 – 1989 · 84 Jahre

Amerikanischer Dichter und Romancier aus den Südstaaten, mehrfacher Pulitzer-Preisträger und Verfasser des politischen Romans „Das Spiel der Macht“.

Kurzbiografie↑

Robert Penn Warren war ein amerikanischer Schriftsteller und Literaturkritiker, der 1905 in Guthrie im Bundesstaat Kentucky geboren wurde. Er veröffentlichte sechzehn Gedichtbände und zehn Romane und gehörte zu den vielfach ausgezeichneten Autoren seines Landes. Von 1944 bis 1945 war er Consultant in Poetry der Library of Congress, 1986/87 wurde er als Erster überhaupt offiziell zum Poet Laureate der Vereinigten Staaten ernannt. Sein Roman All the King’s Men, deutsch Das Spiel der Macht, gilt als einer der bedeutenden politischen Romane der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Warren starb 1989 in Stratton im Bundesstaat Vermont.


Biografie↑

Geboren wurde Robert Penn Warren am 24. April 1905 in Guthrie im Todd County, Kentucky. Er war das älteste von drei Kindern, Sohn des Bankiers Robert Franklin Warren und der Lehrerin Anna Ruth Penn Warren. Schon früh galt er als hochbegabt. Im Frühjahr 1921 verlor er durch einen Unfall sein linkes Auge. Im Sommer darauf veröffentlichte er sein erstes Gedicht mit dem Titel Prophecy.

Im Herbst 1921 ging er mit sechzehn Jahren an die Vanderbilt University in Nashville. 1930 gehörte er zu den Southern Agrarians, einer Gruppe, die an die alte Vorkriegswelt der Südstaaten erinnerte und den untergegangenen Individualismus verherrlichte. 1936 erschien der Gedichtband Thirty-six Poems, 1939 der erste Roman Night Rider. Es folgten weitere Romane wie At Heaven’s Gate, auf Deutsch Alle Wünsche dieser Welt, sowie World Enough and Time, Band of Angels, deutsch Amantha, und The Cave, deutsch Die Höhle von Johntown.

1946 erhielt er für All the King’s Men den Pulitzer-Preis. Auch als Lyriker wurde er mit diesem Preis geehrt, so für die Bände Promises und Now and Then. Mit den Büchern Segregation von 1956 und Who Speaks for the Negro? von 1965 trat er für die Bürgerrechtsbewegung ein.

1950 wurde Warren in die American Academy of Arts and Letters gewählt, 1951 in die American Academy of Arts and Sciences. Seit 1962 war er Mitglied der American Philosophical Society. Warren war zweimal verheiratet. In erster Ehe war er von 1929 bis 1951 mit Emma „Cinina“ Brescia verbunden. Aus der zweiten Ehe mit der Schriftstellerin Eleanor Clark stammen seine Kinder Rosanna Phelps Warren und Gabriel Penn Warren. Am 15. September 1989 starb Warren in seinem Haus in Vermont an Krebs.


Literarische Merkmale↑

Charakteristisch für Warren ist, dass er sich mit gleichem Nachdruck der Dichtung wie der Erzählprosa widmete. Neben seinen Romanen legte er sechzehn Gedichtbände vor, darunter mehrere lange, in Versen erzählte Werke wie Brother to Dragons, Audubon: A Vision und Chief Joseph of the Nez Perce.

Seine Stoffe wurzeln stark im amerikanischen Süden. Als einer der Southern Agrarians war er einer Gruppe verbunden, die an die alte Welt der Südstaaten vor dem Bürgerkrieg erinnerte. Diese Herkunft prägt auch seine Romane, die sich vielfach mit Geschichte, Politik und Schuld auseinandersetzen. All the King’s Men gilt als politischer Roman. Zugleich wandte er sich in Büchern wie Segregation und Who Speaks for the Negro? unmittelbar den Fragen seiner Zeit zu und ergriff Partei für die Bürgerrechtsbewegung.


Rezeption↑

Anerkennung fand Warren in einem Maß, das nur wenigen amerikanischen Autoren zuteilwurde. Er erhielt den Pulitzer-Preis sowohl für den Roman All the King’s Men als auch für seine Lyrik und war von 1944 bis 1945 Consultant in Poetry der Library of Congress; 1986/87 wurde er als Erster überhaupt offiziell zum Poet Laureate der Vereinigten Staaten ernannt. Sein politischer Roman gilt als einer der bedeutenden Vertreter dieser Gattung in der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Seine Wahl in die American Academy of Arts and Letters, in die American Academy of Arts and Sciences und in die American Philosophical Society bezeugt sein hohes Ansehen. All the King’s Men wurde mehrfach verfilmt, unter anderem 1949 und 2006, und diente auch der Bühne als Vorlage: Erwin Piscator brachte den Stoff unter dem Titel Blut auf dem Mond in einer eigenen Bearbeitung heraus. Sein Leben und Werk sind Gegenstand mehrerer Biographien und wissenschaftlicher Studien geworden, darunter Arbeiten von Joseph Blotner und John Burt.

Mitglieder des YouTube-Kanals erhalten das ganze Lexikon als PDF zum Download – zum Sammeln, Offline-Lesen und Ausdrucken. Mitglied werden →

Aus dem Werkverzeichnis↑

Im Lexikon

Weitere Werke (Auswahl)

Vollständiges Werkverzeichnis bei Wikipedia (16 weitere Titel)

meisterwerke-der-worte.de · Auszug aus dem Lexikon · Alle Rechte vorbehalten