1900 – 1949
Margaret Mitchell
Kurzbiografie↑
Margaret Mitchell war eine US-amerikanische Schriftstellerin, die 1900 in Atlanta geboren wurde und 1949 ebenda starb. Bekannt wurde sie durch einen einzigen Roman: den 1936 erschienenen Südstaaten-Roman Vom Winde verweht. Dafür erhielt sie 1937 den Pulitzer-Preis. Die Verfilmung von 1939 mit Vivien Leigh und Clark Gable in den Hauptrollen zählt zu den erfolgreichsten Filmen überhaupt.
Biografie↑
Geboren wurde Margaret Munnerlyn Mitchell am 8. November 1900 in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Ihr Vater Eugene Muse Mitchell war Rechtsanwalt, ihre Mutter hieß Mary Isabelle „Maybelle“ Stephens. In der Öffentlichkeit trat sie zuweilen unter ihrem Spitznamen Peggy auf.
Nach Schule und College starb ihre Mutter früh im Jahr 1918. Mitchell übernahm daraufhin den elterlichen Haushalt. Zugleich begann sie, für die Zeitung Atlanta Journal eine wöchentliche Kolumne in der Sonntagsausgabe zu schreiben. Am 2. September 1922 heiratete sie Berrien „Red“ Upshaw. Die Ehe wurde 1924 geschieden. Am 4. Juli 1925 heiratete sie Upshaws Freund John Marsh.
Im Jahr 1926 war Mitchell wegen Verletzungen und Arthritis längere Zeit ans Bett gefesselt. In dieser Zeit begann sie mit der Arbeit an Vom Winde verweht. Ihr Mann kaufte ihr eine gebrauchte Remington-Reiseschreibmaschine. Auf dieser stellte sie in den folgenden zehn Jahren das mehr als tausend Seiten umfassende Buch fertig. Es erschien am 30. Juni 1936. Im selben Jahr verkaufte sie die Filmrechte für 50.000 US-Dollar an den Produzenten David O. Selznick. 1937 wurde sie für den Roman mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
Ab den 1940er Jahren arbeitete Mitchell ausschließlich ehrenamtlich für wohltätige Zwecke. Sie förderte unter anderem die medizinische Ausbildung bedürftiger College-Absolventen und gründete eine Notfallaufnahme für Schwarze und Weiße am Grady Hospital in Atlanta. Sie engagierte sich für die Rechte und die Ausbildung der schwarzen Bevölkerung Atlantas und half während des Zweiten Weltkriegs in verschiedenen Krankenhäusern.
Am 11. August 1949 wurde sie beim Überqueren der Peachtree Street von einem betrunkenen Taxifahrer angefahren. Ihre Verletzungen waren so schwer, dass sie nicht mehr aus dem Koma erwachte. Margaret Mitchell starb am 16. August 1949 im Grady Hospital. Sie ist auf dem Oakland Cemetery in Atlanta begraben.
Aus ihrem Nachlass und ihrer Jugend erschienen später weitere Bücher. 1987 kam der Band Stolz und unbeugsam wie Scarlett mit ihren Briefen an den Jugendfreund Allen Edee aus den Jahren 1919 bis 1921 heraus. 1995 wurde im Nachlass ihres Jugendfreundes Henry Love Angel ein Roman entdeckt, der 1996 unter dem Titel Insel der verlorenen Träume erschien. Im Jahr 2000 folgte Before Scarlett, eine Sammlung bis dahin unveröffentlichter Geschichten und Novellen, die Mitchell zwischen ihrem siebten und achtzehnten Lebensjahr geschrieben hatte.
Literarische Merkmale↑
Ihr literarisches Werk ruht ganz auf einem einzigen großen Roman. Vom Winde verweht ist ein Südstaaten-Roman von mehr als tausend Seiten, an dem Mitchell rund zehn Jahre arbeitete. Er spielt im amerikanischen Süden und erschien 1936.
Rezeption↑
Schon kurz nach dem Erscheinen fand Vom Winde verweht außerordentlichen Zuspruch. 1937 wurde Mitchell dafür mit dem Pulitzer-Preis geehrt. Die gleichnamige Verfilmung von 1939 mit Vivien Leigh und Clark Gable in den Hauptrollen zählt zu den erfolgreichsten Filmen überhaupt und trug den Stoff in ein weltweites Publikum.
Auch nach ihrem Tod hielt die Anerkennung an. 1965 wurde Mitchell postum der „Shining Light Award“ der Atlanta Gas Light und der Radiostation WSB für ihre „Verdienste im Sinne der Menschlichkeit“ verliehen. Das Margaret Mitchell House in Atlanta, in dem der Roman entstanden war, wurde 1989 vom Bürgermeister der Stadt zu einem offiziellen Wahrzeichen erklärt und 1997 als Museum für die Öffentlichkeit geöffnet. 1994 kam die Fernsehfilmbiografie Flammende Leidenschaft – Das Leben der Margaret Mitchell mit Shannen Doherty in der Titelrolle heraus. Über ihr Leben und ihr Buch sind mehrere Biografien erschienen, darunter Arbeiten von Anne Edwards, Finis Farr und Dardon A. Pyron.
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