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Porträt Menander
Menander
-034 – -029
– Autorenporträt –

Menander

-034 – -029

Meister der „Neuen Komödie" im antiken Athen, dessen verschollene Stücke erst durch Papyrusfunde des 20. Jahrhunderts wieder ans Licht kamen.

Kurzporträt

Menander gilt als einer der bedeutendsten Dichter der sogenannten „Neuen Komödie". Diese entstand im antiken Athen. Geboren wurde er um 342/341 v. Chr. in Kephisia. Im Laufe seines Lebens schrieb er über hundert Komödien. Von diesen kannte die Nachwelt lange nur dürftige Bruchstücke. Erst die Papyrusfunde des frühen 20. Jahrhunderts und ein Fund des Jahres 1959 machten Teile seines Werks wieder lesbar. Seine Stücke handeln nicht von großer Politik, sondern von den kleinen Schwächen der städtischen Bürgerschaft. Sie enden stets glücklich. Sein Einfluss reichte über die römischen Dichter Plautus und Terenz bis in die neuzeitliche Komödie hinein.


Biografie

Aufgewachsen ist Menander, griechisch Menandros, als Sohn des Diopeithes in einem wohlhabenden Elternhaus. Sein Geburtsdatum wird in den Quellen unterschiedlich angegeben. Die Angaben verweisen auf 342/341 v. Chr. Die Deutsche Nationalbibliothek nennt das Jahr 342 v. Chr., Wikidata hingegen das Jahr 340 v. Chr. Als Geburtsort ist Kephisia überliefert.

In Athen besuchte er den Peripatos, die von Aristoteles gegründete Philosophenschule. Dort war er ein Schüler des Theophrast. Gemeinsam mit Epikur diente er als Ephebe in Athen, also im Rahmen der militärischen und bürgerlichen Ausbildung junger Athener.

Auch über sein Lebensende gehen die Angaben auseinander. Die Überlieferung nennt das Jahr 291/290 v. Chr. Die Deutsche Nationalbibliothek datiert den Tod auf 291 v. Chr., Wikidata auf 292 v. Chr. Nach einigen Berichten soll Menander bei einem Badeunfall ums Leben gekommen sein. Begraben wurde er auf dem Weg zwischen dem Piräus und Athen. Nach seinem Tod errichtete man ihm zu Ehren eine Sitzstatue im Dionysostheater in Athen. Von dieser sind zahlreiche antike Kopien erhalten.

Sein Schaffen war umfangreich. Nach unterschiedlichen Zeugnissen verfasste Menander zwischen 105 und 109 Komödien. Die Titel von 96 Stücken sind bekannt. Lange Zeit existierten nur spärliche Fragmente und Nachdichtungen. Das änderte sich mit den Papyrusfunden zwischen 1905 und 1907 sowie im Jahr 1959. Durch sie wurden achtzehn Werke in Ausschnitten wieder zugänglich, darunter Das Schiedsgericht, Die Samierin und Der Schild. Beinahe vollständig wiederentdeckt wurde die Komödie Dyskolos. Sie erschien auf Deutsch als Der alte Griesgram oder Der Menschenfeind. Die Papyrusabschrift dieses Stücks erwarb um 1957 der Genfer Bücherfreund Martin Bodmer und stellte sie der Wissenschaft zur Verfügung. Die Erstveröffentlichung erfolgte 1958. Im Jahr 2003 fand man in der Biblioteca Apostolica Vaticana eine Handschrift aus dem 9. Jahrhundert. Sie enthielt eine weitere Abschrift des Dyskolos sowie zweihundert Verse eines bis dahin unbekannten Werks.


Literarische Merkmale

Charakteristisch für die Komödien Menanders ist die veränderte Rolle des Chores. Anders als etwa bei Aristophanes tritt der Chor nur noch in den Hintergrund. Er erscheint lediglich mit musikalischen Darbietungen zwischen den Akten, statt in die Handlung einzugreifen.

Inhaltlich sind seine Stücke unpolitisch. Im Mittelpunkt stehen nicht die großen Fragen des Staates, sondern die kleinen Schwächen des Bürgertums seiner Stadt. Die Handlung führt dabei stets zu einem glücklichen Ausgang. Mit diesem Blick auf das alltägliche Leben und seine menschlichen Verwicklungen wurde Menander zu einem Hauptvertreter der Neuen Komödie.


Rezeption

Vielfach wird Menander als einer der bedeutendsten Dichter der Neuen Komödie bezeichnet. Sein Werk wirkte unmittelbar auf die römischen Komödiendichter Plautus und Terenz, die Stücke Menanders bearbeiteten. Später wirkte es auch auf Ovid. Vermittelt über Plautus und Terenz ist davon auszugehen, dass Menander indirekt auch neuzeitliche Komödiendichter wie Molière und Carlo Goldoni beeinflusst hat.

Seine Beliebtheit in der Antike zeigt sich auch in der bildenden Kunst. Auf verschiedenen Mosaiken und Wandmalereien in Pompeji, Mytilene, Messene und Antiochia sind Szenen aus seinen Theaterstücken dargestellt. Hinzu kommt die ihm gewidmete Sitzstatue im Dionysostheater, von der zahlreiche antike Kopien überliefert sind.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Menander nur über dürftige Fragmente und Nachdichtungen greifbar. Die Papyrusfunde des 20. Jahrhunderts und der Fund einer vatikanischen Handschrift im Jahr 2003 haben sein Werk der Forschung neu erschlossen. Sie haben bis in die Gegenwart hinein wissenschaftliche Ausgaben und Übersetzungen angeregt.

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