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Porträt José Martí
José Martí
1853 – 1895
– Autorenporträt –

José Martí

1853 – 1895 · 42 Jahre

Kubanischer Dichter und Freiheitskämpfer, Mitbegründer des lateinamerikanischen Modernismo – als Nationalheld Kubas 1895 im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien gefallen.

Kurzbiografie↑

José Martí (1853–1895) war kubanischer Dichter, Journalist und Freiheitskämpfer. Er gehört zu den prägenden Gestalten der lateinamerikanischen Literatur und Geschichte. Geboren wurde er in Havanna als Sohn spanischer Einwanderer. Er verband ein umfangreiches schriftstellerisches Werk mit einem lebenslangen Einsatz für die Unabhängigkeit Kubas von der spanischen Kolonialherrschaft. Gemeinsam mit dem Nicaraguaner Rubén Darío gilt er als Mitbegründer des Modernismo, der ersten eigenständigen Literaturbewegung Lateinamerikas. 1895 fiel er im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien. Auf Kuba wird er bis heute als Nationalheld und als Symbol des Unabhängigkeitskampfes verehrt.


Biografie↑

José Julián Martí y Pérez kam am 28. Januar 1853 in Havanna zur Welt. Er war das erste von acht Kindern eines spanischen Einwandererpaares. Sein Vater Mariano Martí Navarro stammte aus Valencia und war als Unteroffizier des spanischen Kolonialheers nach Kuba versetzt worden. Seine Mutter Leonor Pérez Cabrera stammte von der Kanaren-Insel Teneriffa.

Schon als Jugendlicher begann Martí, Gedichte zu schreiben, und sympathisierte früh mit dem Widerstand gegen die spanische Kolonialherrschaft. In seinem kurzen Theaterstück Abdala brachte der Sechzehnjährige seinen kämpferischen Patriotismus offen zum Ausdruck. Er nannte ihn „el odio invencible a quien la oprime“ – „der unbesiegbare Hass gegen den Unterdrücker“. Für solche Kritik wurde er 1871 zu Zwangsarbeit verurteilt und nach Spanien deportiert. Dort nutzte er die Gelegenheit, in Saragossa Jura zu studieren.

Sein Leben war von da an von Verbannung und Exil geprägt. 1878 kehrte er nach Kuba zurück, wurde aber bereits 1879 erneut ausgewiesen. In den folgenden Jahren lebte er unter anderem in Mexiko. Dort beschäftigte er sich mit der Maya-Kultur und besichtigte deren bauliche Überreste. Nach einem kurzen Aufenthalt in Havanna zog er 1881 für seine politische Arbeit nach New York.

Im Exil entstand ein großer Teil seines Werks. Zu seinen Lebzeiten erschienen allerdings nur zwei schmale Gedichtbände: Ismaelillo (1882) und Versos sencillos (1891). Aus dem zweiten Band stammen Teile des Textes des bekannten Liedes Guantanamera. Zwei weitere Gedichtbände, Versos libres (1913) und Flores del destierro (1933), wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Zugleich organisierte Martí den politischen und militärischen Kampf gegen die spanische Kolonialmacht. Gemeinsam mit den kubanischen Tabakarbeitern in Florida gründete er am 10. April 1892 die Partido Revolucionario Cubano, die Kubanische Revolutionspartei. Die führenden Militärs des Guerillakriegs von 1868 bis 1878, Máximo Gómez und Antonio Maceo, bewegte er dazu, den Kampf gegen Spanien wieder aufzunehmen. Von 1889 bis 1891 war er Beobachter und bekanntester Kommentator der ersten Panamerikanischen Konferenz in Washington.

1895 kehrte Martí nach Kuba zurück, um am Unabhängigkeitskrieg teilzunehmen. Am 19. Mai 1895 fiel er in den Kämpfen bei Dos Ríos in der damaligen Provinz Oriente. Sein Grabmal befindet sich auf dem Friedhof Cementerio Santa Ifigenia in Santiago de Cuba. Dort zelebriert eine Ehrenwache regelmäßig den Wachwechsel. Martí war Freimaurer; bei der jährlichen Kranzniederlegung sind Hunderte von ihnen anwesend.


Literarische Merkmale↑

Gemeinsam mit Rubén Darío zählt Martí zu den Begründern des Modernismo, der ersten eigenständigen Literaturbewegung Lateinamerikas. Sein Schaffen reicht von Lyrik über Essay und Journalismus bis zum Theater. Bereits sein frühes Stück Abdala zeigt, wie eng bei ihm dichterischer Ausdruck und politische Überzeugung verbunden waren. Der Patriotismus und der Widerstand gegen die Unterdrückung durchziehen sein Werk. Aus dem Gedichtband Versos sencillos stammen Verse, die später Eingang in das weltbekannte Lied Guantanamera fanden.


Rezeption↑

Auf Kuba gilt José Martí als Nationalheld und als Symbol für den Unabhängigkeitskampf seines Landes. Sein Tod in den Kämpfen bei Dos Ríos machte ihn zur Märtyrerfigur der kubanischen Freiheitsbewegung. Sein Grab auf dem Friedhof Cementerio Santa Ifigenia in Santiago de Cuba ist ein Ort öffentlichen Gedenkens. Dort begeht eine Ehrenwache regelmäßig den Wachwechsel. Aus seinen Versos sencillos gingen Teile des Liedes Guantanamera hervor. Das hat seine Verse weit über die Literatur hinaus bekannt gemacht.

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