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Autoreneintrag · José María Arguedas
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Porträt José María Arguedas
José María Arguedas
1911 – 1969
– Autorenporträt –

José María Arguedas

1911 – 1969 · 58 Jahre

Peruanischer Erzähler und Anthropologe, der zwischen Quechua und Spanisch aufwuchs und in Romanen wie „Die tiefen Flüsse“ das Leben der Anden-Indios schilderte.

Kurzbiografie↑

Der peruanische Schriftsteller José María Arguedas wurde 1911 in Andahuaylas geboren und starb 1969 in Lima. Er wuchs unter Indios auf und lernte von klein auf Quechua und Spanisch. Diese doppelte Herkunft prägte sein gesamtes Werk: Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Indigenismo. Neben seinen Romanen und Erzählungen arbeitete er als Anthropologe und veröffentlichte zahlreiche Untersuchungen über die Quechua-Kultur. Am bekanntesten ist sein Roman Die tiefen Flüsse von 1958.


Biografie↑

Geboren wurde José María Arguedas Altamirano am 18. Januar 1911 in Andahuaylas. Er wuchs unter Indios auf und lernte gleichzeitig Quechua und Spanisch. In diesen Jahren erlebte er die täglichen Demütigungen der indigenen Bevölkerung mit, ebenso ihre Bräuche, Feste und Riten. Beides sollte später in seine Bücher eingehen.

1929 ging er zum Studium nach Lima. In der Hauptstadt engagierte er sich für die spanische Republik im Bürgerkrieg; 1937 wurde er deshalb verhaftet. Seine ersten Erzählungen waren bereits 1935 erschienen, gesammelt unter dem Titel Agua. Los escoleros. Warma kuyay.

1941 folgte sein erster Roman Yawar Fiesta, der später auf Deutsch als Fiesta des Blutes herauskam. Ab 1944 widmete sich Arguedas ganz der Anthropologie. Die wissenschaftliche und die literarische Arbeit liefen von da an nebeneinander her. 1954 erschien die Erzählung Diamantes y pedernales, die erst 2002 unter dem Titel Diamanten und Feuersteine erstmals auf Deutsch vorlag.

1956 veröffentlichte er eine Untersuchung über das Leben in der Stadt Puquio. Darin gab er auch drei Versionen des Inkarrí-Mythos wieder. Ab 1957 lehrte er als Professor und publizierte zahlreiche Studien über die Quechua-Kultur.

1958 erschien Los ríos profundos, auf Deutsch Die tiefen Flüsse. Der Roman wurde 1959 mit dem Premio Nacional de Fomento a la Cultura Ricardo Palma ausgezeichnet. Es ist sein bekanntestes Buch geblieben. 1961 folgte El Sexto, der im Jahr darauf denselben Preis erhielt. 1964 erschien Todas las sangres, auf Deutsch Trink mein Blut, trink meine Tränen, ebenfalls ein Werk des Indigenismo.

Eine besondere Leistung gelang ihm 1966 als Herausgeber und Übersetzer. Er veröffentlichte das Huarochirí-Manuskript, einen auf Quechua verfassten Text vom Ende des 16. Jahrhunderts, der jahrhundertelang vergessen gewesen war. Die spanische Übersetzung stammte von ihm selbst und war die erste überhaupt. 1967 kam der Erzählband Amor mundo y todos los cuentos heraus.

Am 2. Dezember 1969 starb Arguedas in Lima durch Suizid. Bei seiner Beerdigung wurde, seinem Wunsch entsprechend, das Stück Agonía vom „Scherentanz“ gespielt. Máximo Damián Huamaní, der es komponiert hatte, musizierte gemeinsam mit Jaime Guardia, Alejandro Vivanco und den Brüdern Chiara; zwei Scherentänzer tanzten am Sarg.

Aus dem Nachlass erschienen 1971 der Roman El zorro de arriba y el zorro de abajo, auf Deutsch Der Fuchs von oben und der Fuchs von unten, sowie 1973 die Cuentos olvidados.


Literarische Merkmale↑

Kennzeichnend für Arguedas ist die Verbindung zweier Sprachwelten: Er beherrschte Quechua und Spanisch von Kindheit an und schöpfte aus beiden. Seine Bücher zeugen von einer tiefen Zuneigung zur Quechua-Kultur, zu den Sitten und Bräuchen der Indios. Ebenso ausführlich schildert er die Natur Perus: die hohen Andengebirge, die Wüsten, die tiefen Flusstäler und die dampfenden Dschungel. Sein Erzählen ist damit fest an eine bestimmte Landschaft und ihre Menschen gebunden.


Rezeption↑

Zu den bedeutendsten Schriftstellern des Indigenismo wird Arguedas gezählt. Zu Lebzeiten wurde er zweimal mit dem Premio Nacional de Fomento a la Cultura Ricardo Palma ausgezeichnet: 1959 für Los ríos profundos und 1962 für El Sexto. Die Universidad Nacional José María Arguedas in seiner Geburtsstadt Andahuaylas trägt seinen Namen.

Im deutschen Sprachraum setzte die Wahrnehmung erst spät ein und zieht sich über Jahrzehnte hin. Fiesta des Blutes erschien 1980 in Berlin, Trink mein Blut, trink meine Tränen 1983 in Köln. Die Erzählung Diamanten und Feuersteine kam 2002 mit einem Nachwort von Mario Vargas Llosa heraus. 2011 folgte eine Ausgabe von Die tiefen Flüsse, 2019 Der Fuchs von oben und der Fuchs von unten.

Auch die Forschung hat sich seiner angenommen. Alberto Escobar legte 1984 in Lima eine Studie über Arguedas und die Sprache vor. In deutscher Sprache erschien 2008 eine Untersuchung von Diemo Landgraf über die kulturelle Hybridisierung bei Arguedas. 2024 widmete ihm ein Beitrag in einem Sammelband zur Entstehung ethnologischen Denkens ein eigenes Kapitel.

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